Startseite | Das Drama knapper Güter »

Freitag, 08 Mai, 2020

"Es gibt keinen Weg zum Frieden/ No hi ha manera de la pau"

"Der Friede ist der einzige Weg/ La pau és l’única via."

In katalanischer Sprache stehen diese beiden Sätze von Mahatma Gandhi im ›Jardí de Petra Kelly‹. Mahatma Gandhi und Petra Kelly wurden erschossen; der Friede soll keinen Weg haben. Auf privatem Boden kann es keinen Weg zum Frieden geben. Die katalanische Sprache, in der dieser Satz dort in einem katalanischen Park geschrieben steht, ruft die Vision eines Europas der Regionen wach, eine traumhafte Vision auf herrenlosem Boden, und wir sollten deshalb diesen Satz in katalanisch auswendig lernen und uns in diesem katalanisch ausgesprochenen Satz gemeinsam erkennen.

Den Frieden haben die Alliierten sofort nach dem 2. Weltkrieg verhindert. Den durfte es nicht geben. Sie wollten den Krieg verewigen: "Die Wiederkehr des ewigen Gleichen. Das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne Finale ins Nichts: die ewige Wiederkehr." (Nietzsche).

Nur eine außerparlamentarische Opposition kann der "Wiederkehr des ewigen Gleichen" einen anderen Sinn verschaffen und den freien Willen den Menschen zurückbringen, mit dem er sich auf dieser Erde im Austausch mit den Naturgewalten entwickelt hat. Der durch die Aneignung des Bodens durch die Mächtigen geschaffene Rechtspositivismus entwickelt heute die Waffen zum Töten. Durch das von dem Imperator und Menschenfeind Napoleon Bonaparte in die Moderne gesetzte Bürgerliche Gesetzbuch ist für alle Zeiten der Frieden abgeschafft. Als ewiglich hat er mit seinem Code civil die wirklichen Schrecken der Wiederkehr des ewigen Gleichen in die Welt gebracht: Die bürgerliche rechtlich verfasste Gesellschaft.

Es ist nicht zufällig, dass das Wort Nihilismus zum ersten Mal in dieser Zeit des Schreckens, die mit Napoleon einen ersten Höhepunkt erreichte, im Jahr 1799 niedergeschrieben wurde. Friedrich Heinrich Jacobi schrieb das Wort in einem Brief an Johann Gottlieb Fichte. Die Französische Revolution scheiterte, die permanente Revolution, die mit dem Protestantismus spätestens im 16. Jahrhundert begonnen hatte, überstand nach dem Sieg über die Bauern auch den zweiten Ansturm der besitzlosen Sansculotten und siegte. Von den Bürgern missbraucht glaubten sie damals an einen Sieg des Reichs Gottes und der Vernunft und mit ihnen glaubten das auch viele Intellektuelle. Letztere aber waren meist von der wirklichen Arbeit befreit und deshalb befangen. Die Bauern, die Sansculotten und die zahlreichen Sklaven, trugen in allen Jahrhunderten die Last der Arbeit. Die reichen Bürger verwalteten die Arbeit und sorgten dafür, dass ihresgleichen sich in einem wahrhaften Bürgertum von den niederen Klassen abgrenzen und die oberen Klassen in ihre Verkehrsformen einbinden konnten. Nicht Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bildeten die Inhalte der Französischen Revolution; das waren Worthülsen, in denen sich lediglich ihre enormen Geldvermögen befanden, die unbedingt einer modernen Grundlage bedurften: Auf dem Fundament des Privateigentums an Grund und Boden setzten sie völlig neue Verkehrsformen durch und als Kapitalien konnten sie nach der Französischen Revolution ihre Vermögen im gesichertem Rahmen vermehren. Herzstück war ihr Code Civil, den ihr Imperator und Kaiser der Franzosen Napoleon Bonaparte durchgesetzt hat und als positives Recht in der Welt verankerte. Dieses Recht schuf ein Herr von Lohnarbeiter, das die Sklavenarbeit überflüssig machte. Ihre Vermögen sicherten die Bürgerlichen Gesetzbücher, die jetzt überall entstanden und den Code Civil an die nationalen Besonderheiten anpasste.

Die aufgeklärten Intellektuellen liefen vielerorts in die aufgestellten Fallen der Bürger: Die politische Partei und den Glauben an einen Rechtspositivismus, der in eine politische Freiheit führen könnte, müssen zuerst genannt werden. Die Form Partei war geeignet, dem Bürgertum zur Macht zu verhelfen; sie ist aber nicht alternativ verwendbar. Die politische Partei erwies sich nicht nur als Garant der Herrschaft ihres Standes, sie ist die einzige Form, in der sich überhaupt die Macht in einem Staat konservieren lässt. Partizipieren können die Konkurrenten in ihrem System, aber keinesfalls das politische System ändern . Mit dem Rechtspositivismus bekam die Moderne ihren spezifischen Inhalt, der den Faschismus ermöglichte und auch dem postmodernen Faschismus zugrunde liegt.

Die letzten Gegner des modernen Staates und die Bewahrer des Naturrechts, den Klerus, warf Napoleon noch im Jahr 1801 aus dem modernen Staat, den Rousseau Jahre zuvor bereits ideologisch vorbereitet hatte. Der Klerus ist heute tot, auch wenn der Pontifex Maximus noch lebt. Die Bischöfe sind auch tot und die Kirche wird von den Mächtigen verschlossen. Die Bischöfe begrüßen das. Die Baumärkte werden nicht verschlossen, die sind systemrelevant. Die Massentierschlachtereien sind auch systemrelevant; die Kirche ist nicht systemrelevant. Wir müssen jetzt systemrelevant werden, sonst sind wir verloren. Das Herz des Katholizismus aber lebt im Naturrecht und muss sich nur einen neuen Körper schaffen. In einer außerparlamentarischen Opposition, die sich auf Vertrauen der Menschen gründet und das positive Recht ausschließt und bekämpft, könnte sich dieser Körper entwickeln. Mit einer außerparlamentarischen Bewegung könnte sich ein gereinigtes Naturrecht entfalten, über das Parlament die Gesetze nach und nach wieder ändern, so dass am Ende sowohl der Natur selber (Klimaschutz) als auch den Menschen wieder zur Würde und zur Gestaltungskraft verholfen wird. Als einziges theologisches Fundament des Naturrechts könnte die Bergpredigt des Matthäus und die Feldpredigt des Lukas gelten; sonst nichts. Alles andere, die neu zu entwickelnden Verkehrsformen und ein entsprechendes Recht gestaltet der Mensch. Die Rechtslehre Paschukanis könnte Ratgeber für die Außerparlamentarischen sein. Verwirklicht werden die Verkehrsformen im Parlament, in eier wahrhaften RES PUBLICA. Mit dem Versprechen, andere Verkehrsormen zu entwickeln, die dem Gemeinen Menschen zur Würde verhilft, könnten sie die Zustimmung der Massen erwirken. Sie gestalten, sie geben nichts vor. "Du sollst im Nächsten deinen Bruder oder deine Schwester sehen; du musst es aber nicht: Der Mensch hat einen freien Willen. Diese naherzu identischen Fundamente der beiden Synoptiker ersetzen vollständig das Fundament des Privateigentums an Grund und Boden, auf dem die Verbrechen des "ewig Gleichen" bisher gegründet waren. Kein Schuft Paulus mehr, keine Obrigkeit mehr

Jeder Mensch hat einen Glauben und dieser ist umso stärker menschlich ausgeprägt, je mehr der Mensch Auschwitz, das Warschauer Ghetto und die massenhaften Tote der Kriege ausschließt: Der Friede ist der einzige Weg: Ein Friede der Friedfertigen und nicht der Friedenverfertiger oder Friedensmacher; das sind die Schufte und Söldner des Krieges!

Die aktuellen Ereignisse belegen, dass der Friede in einem bürgerlich verfassten parlamentarischem System nicht möglich ist. Die Bundeswehr rüstet sich jetzt sogar zu einem nuklearen Einsatz und sorgt dafür, dass ihre Kampfflugzeuge amerikanische Atomwaffen tragen können. Sie sagen, dass sie das müssen, der Natovertrag verlangt es. Natürlich verlangt der das, das kann jeder nachlesen, das steht da und ist positives Recht. Das wussten sie natürlich auch schon, als sie den Natovertrag unterschrieben haben; das sollte keiner merken. Man nennt dies "Transformation der Demokratie", kleinschrittig und am Ende steht der absolut autoritäre Staat: Das Staatsvolk hat ihn gewollt, das kann er lückenlos beweisen. Das Bundesverfassungsrericht schaute da nicht hin. Das sieht das Recht nicht vor. Wenn nun der Kriegseinsatz verlangt wird, werden sie massenhaft und mit einer Bombe töten. Das Bundesverfassungsgericht wird den Eilantrag, das Töten zu verbieten, ablehnen: Mit positivem Recht. Das hat Rocco gemeint, als er sagte, dass der Rechtsstaat die Krönung des Faschismus sei. Rocco konnte ihn nicht mehr erleben, er musste sich mit weniger Toten in moderner Form zufrieden geben.

Ein besonders origineller und noch mehr skrupelloser Mensch könnte heute eine Internetplattform und eine politische Partei gründen, das Blaue vom Himmel versprechen und die wütenden Lämmer auffordern, ihm zu folgen. Sie sollen sich selber eintragen und ihre Beiträge selber bestimmen; das nennen sie heute gelebte Mitbestimmung, gelebte Demokratie. Die wütenden Lämmer kümmern sich selber um die für jeden Verfassungsschutz notwendigen Adressenlisten potentiell politischer Gegner; sie füllen das Beitrittsformular selber aus. Dass so die wütenden Lämmer für den Verfassungsschutz extra Beiträge zahlen, ist seiner Originalität geschuldet; das lässt sich der Gründer bei seinen Vorgesetzten vergüten und eine prozentuale Beteiligung, vertraglich versteht sich, wird er vereinbaren. Jedenfalls würde die Sache genügend Geld ins Haus spülen, entlastet die Staatskasse und mit Häme kann daran gearbeitet werden, die Wut der Lämmer zu kanalisieren. Ähnlich einem Klärwerk dürfen sie in die verschiedenen Kanäle schreiben und das Geschriebene wird erst einmal vom Gröbsten bereinigt. Den Rest, das inzwischen schon ordentlich gereinigte, wird geschulten Sozialwissenschaftlern übergeben, die wissen wie man mit dem Geschwätz umgeht. Um die Letzten, die auch durch das feine Sieb fallen, kümmert sich.... na, Sie wissen schon.

Anders lebt eine außerparlamentarischen Opposition. Diese beginnt aber erst recht mit Vertrauen. Das war in den 1960er Jahren noch anders; da war der Campus noch frei, da wurde gestritten und gekämpft. Der gehörte den Studenten und die Polizei wusste, dass sie besser tut, dort gar nicht erst zu erscheinen. Der Verfassungsschutz war wie heute da. Je gammeliger ein Student damals aussah, desto besser waren seine Chancen, als V-Mann gutes Geld zu verdienen; informelle Mitarbeiter gab es nicht nur in der DDR, die gibt es in jedem Land, das auf Privateigentum an Boden gegründet ist und eine entsprechende Obrigkeit hat.

Wenn der bürgerliche Staat wenigstens in der Lage wäre, den Frieden zu sichern, alles wäre einfacher. Der CSU-Obere Franz Josef Strauß sagte auf einer Wahlrede im Jahr 1949: "Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfallen." Gott hat ihn nicht erhört obwohl Strauß einer christlichen Partei angehörte. Nie kann man sich auf Gott verlassen. Franz Josef Strauß scharte die Mehrheit der bayrischen Wähler um sich und rüstet danach auf. Der Starfighter ist fest mit seinem Namen verbunden. Mit Petra Kelly sind nur noch Erinnerungen verbunden: "Es gibt keinen Weg zum Frieden / Der Friede ist der einzige Weg / Petra Kelly / Tag der Erde 1993“. Ihr Parteikollege Joschka Fischer bekannte offen: „Petra und ich waren uns immer sehr fremd geblieben – und haben uns gegenseitig wenig verstanden, ja oft gegeneinander in der Partei gestritten.“ Das weist darauf hin, dass Petra Kelly und Gerd Bastian, ein Generalmajor, der als entschiedener Gegener des NATO-Doppelbeschluss zu Petra Kelly gefunden und gelitten hat, mit diesem Politiker nichts am Hut haben wollten.

Der 21. April 2020 sollte wie der 10. April endlich als das absolute Ende des "ewig Gleichen" verstanden werden und der Abschied von den Parteien eingeleitet werden. Das System muss sich ändern.

Wir brauchen eine Internetplattform, auf der sich die außerparlamentarischen Oppositionellen einer Öffentlichkeit vorstellt und die Sorgen der Menschen moderieren kann. Das erste Finale erträume ich mir wie geschrieben irgendwann im Wormser Dom. Wer eine solche Webseite moderiert, soll sich bitte melden. Ich darf das nicht, ich bin Tutor; ich habe gelebt und das außergewöhnlich gut und glücklich. Die Generation nach 1945 gehört wollt zu eine der glücklichsten Generationen der Geschichte. Auf Trümmer das Eigene geschaffen; jetzt auf dem Höhepunkt aber muss ich abgeben; die Schöpfung muss wieder bewahrt werden: Nicht im Erbrecht, im Naturrecht muss sie bewahrt werden. Schafft den Rechtspositivismus ab, das allein wünsche ich mir von all denen, die nach mir kommen.

Ein sinnvolles Schneeballsystem: Verbreitet bitte http://endederrevolutionen.de, indem ihr Freunden und Bekannten diese Bitte weiterleitet. An endederrevolutionen.de verdient niemand, dort gibt es keine Mitgliedsbeiträge und es wird für nichts geworben; sieht man einmal allein von der Werbung zur Vernunft und der politischen Aufklärung ab. Wir müssen dem Widerstand 2020 entgegentreten und den Wutbürgern eine sinnvolle Alternative anbieten.

Posted by Michael Schwegler at 7:01
Edited on: Donnerstag, 16 Juli, 2020 9:43
Categories: Aktuelles

Mittwoch, 06 Mai, 2020

Richter und andere Bürger

Heinrich Senfft, Jahrgang 1928, hatte ein Buch mit diesem doppeldeutigen Titel geschrieben. Er verstarb 2017. Sie sterben natürlich künftig alle, die den modernen Faschismus noch erlebt haben und die wissen, worüber sie schreiben. Heute würde man Heinrich Senfft einen radikaldemokratischen Schwaben nennen.

Die freiheitlich-demokratischen Grundordnung lag ihm am Herzen. Wie der Autor von endederrevolutionen.de wachte er am Ende der 1960er Jahre auf; er war 40 Jahre, der Autor von endederrevolutionen.de gerade einmal 18 Jahre alt. Heinrich Senfft kam aus anderem Haus und war ein hervorragender Jurist, der sich seiner Zunft am Ende seinens Lebens schämte; er hat sie erkannt. Deshalb lehrt er die Nachkommen. Jeder kann, ohne sein Buch zu kennen, in vielen Aufsätzen, die im Internet publiziert werden, über die "Traditionen der Monarchie und der verhinderten und gescheiterten Demokratisierungsversuche" lesen. Er nähert sich anders dem postmodernen Faschismus, der heute unverblümt herrscht: Er geißelt die juristische Arbeit und Funktion des Bundesgerichtshofes: Die furchtbaren Juristen des Dritten Reiches blieben nahezu nach 1945 ungeschoren und konnten ihre Brut im alten Geist in die Postmoderne einbringen und dort wirkt sie inzwischen, erwachsen geworden, und gestaltet die bürgerlich verfasste Gesellschaft wieder um ihren eigentlichen Kern: Dem Privateigentum an Grund und Boden. Ohne die Abschaffung des Privatrechts auf Eigentum an Grund und Boden kann es kein anderes Recht geben.

Senff entlarvt die "bürgerlichen Geschichtsschreibung", zeigt auf, wie die Obrigkeit den Juristen und Beamten alle Spielräume und Interpretationsräume systematisch zerstörte und jeden Freigeist gnadenlos verfolgte und diesen zuletzt einfach standrechtlich erschießen ließ. Der Sozialdemokratie galt sein besonderer Augenmerk, die hochgradig naiv dem Treiben der rechtskonservativen politischen Kreisen zusahen. Bis heute besorgten Sozialdemokraten in noch größerer Naivität den Weg in den postmodernen Faschismus: Es war Gerhard Schröder, der für den völkerrechtswidrigen Kampfeinsatz gegen Jugoslawien verantwortlich ist. Stramm stehen seine Genossen in dieser Frage immer noch hinter ihm. Wenn Frau Kramp-Karrenbauer Kampfjets besorgen will, die amerikanische Atomwaffen und Deutschland in einen nuklearen Krieg tragen kann, dann beklagen Sozialdemokraten lediglich dieses vorgehen. Haltung zeigen sie nicht.

Hervorragend die Feststellung von Heinrich Senfft: "Der Befangene weiß nicht, daß er befangen ist." Diese Feststellung gilt bis heute und bildet wieder die Grundlagen einer entarteten Justiz. "Die Geschichte des Bürgertums spiegelt sich auch in der Geschichte der Justiz." Das sieht Heinrich Senfft völlig richtig. Er zeigt, wie der Lese- und Schulstoff die Kinder und Jugendlichen prägte. Damals noch borniert in klaren Verordnungen tritt der Schulstoff heute unternehmenskonform in Kompetenzkatalogen auf und staatsbedienstete Lehrer scheuen sich längst wieder, von den dort festgeschriebenen Inhalten abzuweichen. Mehr noch, die laden sich heute ihre Unterrichtsmaterialien von obrigkeitszertifizierten Servern herunter.

"1945: Keine Stunde Null". In diesem Kapitel seines Buches treffen sich die unterschiedlichen Voraussetzungen der Autoren. "Schönwetterdemokratie" haben beide bis in die 70er Jahren erlebt, der eine persönlich erfahren, der andere als Lernender.

Heinrich Senff resümiert und sah voraus, was heute bei einer angeblichen 93%igen Zustimmung der Deutschen zu den aktuellen Grundrechtsverletzungen durch die Obrigkeit belegt ist: "So sehr sich die Westdeutschen an den demokratischen Spielregeln versuchten, so sehr ließen und lassen sie sich um der vermeintlichen Sicherheit willen fast jede Beschränkung ihrer Freiheit gefallen; kein Urteil ist ihnen zu scharf, kein Ubergriff der Polizei zu brutal, keine Äußerung eines Regierungspolitikers zu forsch: Ordnung muß sein! Die Angst, das soziale Netz zu zerreißen, Konsum und Wohlstand zu verlieren, ist so groß, daß wir lammfromm jede Kontrolle hinnehmen."

Inzwischen sind längst die Ostdeutschen hinzugekommen, außer Wut brachten viele von den Ostdeutschen aber nichts mit. Für den Verfasser von endederrevolutionen.de ist das Urteil der 2. Kammer des Bundesverfassungsgerichts ein Beleg, dass der Faschismus, der im Jahr 1945 in den Untergrund gegangen ist, jetzt in der Krise endgültig wieder an die Oberfläche gespült worden ist. Weshalb der Autor von endederrevolutionen.de den Katholizismus immer wieder zitiert hat einen sehr einfachen Grund: Der Katholizismus ist die einzige außerparlamentarische und derzeit noch relevante Bewegung, die unbeirrt am Naturrecht festhält. Das Naturrecht, das dem Katholizismus zugrunde liegt, ist das höchste Recht, das über den irdischen Rechten steht.

"Kein Abschied von Hitler": Ein weiteres Buch von Heinrich Senfft, das in diesem Weblog noch vorgestellt werden soll.

Endederrevolutionen.de möchte die Verwirlichung einer außerparlamentarischen Oppostion begleiten, die inzwischen u.a. auch Ernst Wolff und viele andere als einzigen Weg erkennen, um noch ein zweites Auschwitz abzuwenden.

Posted by Michael Schwegler at 7:28
Edited on: Montag, 06 Juli, 2020 21:50
Categories: Aktuelles

Sonntag, 03 Mai, 2020

Die Geschäftsmodelle der Wutbürger

Diese Webseite war nicht vorgesehen. Diese Geschehnisse um die Partei "Widerstand2020" provozieren eine Stellungnahme.

Sie sind inzwischen zahlreich: Die Wutbürger. Die ersten machen ein Geschäftsmodell daraus. Ihre IBAN-Nummern werden auf ihren Parteibeitrittserklärungen feil geboten. Sie wollen an den Gabentisch der Parlamente und auch für sich sorgen. Für sich und die regelmäßigen Einzahler, die ihre Beiträge leisten.

Wütende Bürger kannte das Land schon früher. Kaum waren sie an der Macht wurden Ermächtigungsgesetze erlassen und was danach kam muss nicht hier wiederholt werden. Wut ist schrecklich und vernebelt nicht nur den Verstand; Wut kann tödlich enden. Bis zum 10. April 2020 konnte man sagen, dass die repräsentative Demokratie trotz erheblicher Schwächen die Beste aller möglichen Regierungsformen darstelle. Mit dem Instrument des Bundesverfassungsgerichts schien eine Instanz geschaffen, die ein Zurück zum Faschismus verhindern könnte. Auch nahmen zuletzt die Parlamentarierer aller Parteien - zwar gezwungenermaßen, aber doch immerhin - an der weltweit beginnenden Klimadebatte teil. Dem 10. April folgte dann sogar der 24. April. Wir sind wieder wer!

Erst einmal soll es bei der Ankündigung vom 24. April 2020 bleiben. Unter schwebenden Atomwaffen an deutschen Kampfjets hört jede vernünftige Diskussion auf. Die Versuchung ist groß, den laufenden politischen Prozess zu kommentieren. Aber darum darf es nicht gehen. Jeder ist selber in der Lage, sich ein Bild zu machen und diejenigen, die sich kein Bild über die Lage verschaffen, stört die Lage ohnehin nicht.

Die Presse begleitet längst nicht mehr kritisch diese menschenverachtenden Entwicklungen. Dem Terror hat sie sich angepasst. Nicht weniger dragisch ist ihre Gläubigkeit gegenüber Wohlfahrtsbehauptungen des Staates: Da erklärt der Professor Manfred Spitzer ausführlich und wissenschaftlich, medial über youtube und durch eigene Bücher unterstützt, über die Gefahren der Digitalisierung und vornehmlich der Einführung digitaler Medien an den Schulen. Die Exekutivorgane des Staates interessiert das gar nicht und sie setzen sich einfach darüber hinweg. Keine Presse und kein einziger Parlamentarier protestiert. Prof. Spitzer wird nicht repräsentiert, viele kritischen Menschen werden schon lange nicht mehr repräsentiert und wenn sie öffentlich zu Wort kommen, wird ihr Wort relativiert. Selbst die Lehrerinnen und Lehrer in den Grundschulen folgen inzwischen scheinbar völlig unbeeindruckt der Obrigkeit; sie mißachten die Wissenschaft, sie mißachten die Physiologie, sie mißachten die Psychologie, sie mißachten eine Pädagogik zum Wohle der Kinder. Sie gehorchen; sie gehorchen wie die Wutbürger gehorchen. Kompetenzkataloge, Ziel- und Leistungsvereinbarungen sind inzwischen flächendeckend im Schulwesen eingeführt. Kein Wutbürger empört sich. Der Staat diktiert längst wieder in allen Bereichen die Verkehrsformen und da ist die Wut einkalkuliert; als Ausdruck einer lebendigen Demokratie.

In der aktuell stattfindenden Corona-Pandemie wird eine hohe Zustimmung der Bevölkerung zu den Maßnahmen des Staates festgestellt. Die Menschen hätten die Möglichkeit gehabt bei derartigen Befragungen und obwohl sie aus Vernunft auch den zum Teil irrationelen Anordnungen folgen, wenigstens ihr Zustimmung zu diesen Maßnahmen verweigern können. Sie hätten damit demonstriert, dass sie selber wissen, wie vernünftigen Empfehlungen der Virologen nachgekommen wird.

Posted by Michael Schwegler at 9:23
Edited on: Montag, 03 August, 2020 11:00
Categories: Aktuelles

Mittwoch, 15 April, 2020

Vertrauen und das Recht

sorgsam getrennt. Damit ist das Ziel ausgemacht.

Jetzt, nachdem der Faschismus postmodernen Typs die Menschen unter die Arbeitsgesellschaft zwingt und die freien Willensentscheidung des Menschen mit Zwangsmitteln beseitigen will, kann nur noch die Absage an das herrschende politische System dem Menschen seine freien Willensentscheidung sichern.

Einer der Leser der Webseiten von endederrevolutionen.de meinte, endederrevolutionen würde ein „Lamento auf verloren gegangene Privilegien der katholischen Kirche“ führen „und teilweise wie eine Apologetik dieser Kirche“ anmuten;. Das ist nicht richtig. Eine Kirche, die so Erschreckendes gemacht hat, die sogar die Natur verschachern wollte, verdient kein Lamento.

Klerus und der Katholizismus müssen streng unterschieden werden. Der Klerus ist eine Stiftung des Pseudo-Apostels Paulus, der Katholizismus ist eine weltweite Bewegung, die sich auf die Lehren der Evangelisten Matthäus und Lukas beruft. Der Klerus ist Paulus und Paulus ist Christus. De servo arbitrio, das ist Luther und da schließt sich der Kreis. In diesem Labor wurde über Jahrhunderte der Bazillus geschaffen. Die strategische Verbreitung des Bazillus ist die Mission, die um das Jahr 1500 mit der Reformation, die aber eine permanente Revolution darstellt, begonnen hat. Der Katholizismus setzt das Recht, sich für oder gegen den Inhalt der Bergpredigt zu entscheiden, über alle Rechtsordnungen. Jede Rechtsordnung muss sich dieser individuellen Entscheidung unterzuordnen.

Endederrevolutionen wurde noch belehrt: "Die Natur" ist keine rechtsfähige Person. Sie bedürfte also der Vormundschaft.“ Dieses Rechtsverständnis drückt den Faschismus in seinem innersten Kern aus. Die Germanen haben dem Boden der Natur mit dem Donnerhammer zu einer rechtsfähigen Person verholfen. Kehren wir dann doch besser zum Donnerhammer wieder zurück und lassen die Besitzer von Grundbüchern auf ihrem Boden im Freien sitzen; egal ob sie ein katholisches oder ein protestantisches Gebetbuch oder überhaupt keins, sondern nur das Grundbuch und das Bürgerliche Gesetzbuch in der Tasche tragen. Vielleicht hilft ja die Natur: Es wird behauptet, dass ein Hammer, der kraftvoll in die Lüfte geworfen wird, wieder herunterkommt. Wenn diese Behauptung stimmt, könnten wir Glück haben. Vielleicht sitzt da ja gerade zufällig der Grundeigentümer an jenem Ort, den der Donnerhammer als Grenzstein zur Markierung der Rechtspersönlichkeit dieses Bodens ausgewählt hat.

Diese Vorstellung, dass dem Boden eine Rechtspersönlichkeit innewohnt, ist die Voraussetzung, dass die Pest des Protestantismus ausbrechen kann. Diese Vorstellung im Kopf eines Menschen braucht der Bazillus, um fortan in diesem Menschen seinen Stoffwechsel zu besorgen.

Posted by Michael Schwegler at 12:53
Edited on: Dienstag, 07 Juli, 2020 7:07
Categories: Aktuelles

Freitag, 10 April, 2020

Postmoderne Obrigkeit

Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer, man müsse der Obrigkeit gehorchen. Über die Staatsform schreibt Paulus nicht. Er schreibt nur an die Römer. Der kannte die Staatsform der Römer. Er hätte sie genauer ansehen müssen: Nachdem er sein Kommen angekündigt hatte, fuhr er tatsächlich zu den Römern und verlor seinen Kopf. Die Römer fanden das nicht lustig, dass er kommen wollte.

Heute sind die Tage der Römischen Republik längst vorbei.

Immanuel Kant war ein Professors für Logik und Metaphysik in Königsberg. Das muss beachtet werden, wenn seine praktische Vernunft verstanden werden soll. Die war in erster Linie nicht vernünftg, die war logisch. Deshalb wurde er berühmt. In der Staatsform der Demokratie erkannte Kant einen Despotismus, d.h. eine willkürliche Gewaltherrschaft. Er war Professor für Logik; das war also logisch. Dagegen hilft kein Meinen. Das kann anders nicht gemeint werden, sonst ist das nicht logisch. Der sagte das auch nicht nur daher; Kant war ordentlicher Professor. Er begründet seine Annahme: dass „sie eine exekutive Gewalt gründet, da alle über und allenfalls auch wider einen (der also nicht mit einstimmt), mithin alle, die doch nicht alle sind, beschließen; welches ein Widerspruch des allgemeinen Willens mit sich selbst und mit der Freiheit ist.“

Richtig. Kant ist nicht einfach zu lesen, deshalb liest ihn auch selten einer. Sie lesen Kant nicht sondern schreiben ab. Nicht bei ihm, bei den Demokraten, die das überhaupt nicht gerne lesen und deshalb lange und leicht verständliche Aufsätze darüber schreiben, die populär, also "beim Volk, bei der Masse Anklang, Beifall und Zustimmung findend (Wikipedia)" und so lesbar geschrieben sind. Das ist aber nur ein Meinen. Da handelt es sich nicht um Logik. Kant konnte seine logische Behauptung auch verifizieren. Was richtig aber nicht logisch ist. Als der Despot Adolf Hitler die Logik Kants verifizierte, war Kant längst tot. Das ändert aber an der Logik nichts. Kant hatte recht. Noch immer haben wir eine Demokratie. Hitler ist tot, das ändert aber am Wesen der Demokratie auch nichts; das ist auch logisch. Die Herrschaft auf die Zustimmung des Volkes über eine Wahl zu begründen, war genial, entbehrt aber einer Logik. Ob man nun folgendes Phänomen ebenfalls logisch erklären kann, darüber werde ich berichten; ich werde nachdenken.

Als vor kurzer Zeit die Jugend auf die Straße ging und überall wegen dem nachweisbaren Anstieg des Verbrennungsgases (CO2) in der Atmoshäre, das natürlich seit über 200 Jahre nicht mehr ausgeglichen werden kann, forderten die intelligenten Jugendlichen, dass man sofort aus der Kohleverbrennung raus müsse. Die Demokraten antworteten, dass das nicht geht. Wir würden in einem Rechtsstaat leben und da ist sei das nicht möglich. Der Wirtschaftminister Peter Altmaier hat das immer wieder in allen Talk-Shows gesagt. Man konnte Wetten abschließen und auf den Zeitpunkt wetten können, bis er es sagt. Das ist logisch: In einem Rechtsstaat geht das nicht; da gibt es Verträge. Das geht nicht, obwohl das Leben enden könnte, wenn der Klimawandel nicht schnellstens gestoppt wird. Das sagten die Jugendlichen nicht, weil sie das wissen, das sagten sie, weil die Wissenschaftler das gesagt haben. Das ist jetzt nicht logisch aber menschlich.

Plötzlich scheint alles anders. Kant hat nicht gelehrt, dass man die Logik außer Kraft setzen kann. Das kann nicht einmal das Recht, das immerhin mächtig ist und sogar die Polizei und das Militär rufen kann. Das muss auch so sein, sonst gäbe es das Recht nicht. Das ist wieder logisch, nicht menschlich. Das Corona-Virus taugt, jetzt alles durcheinander zu bringen. Die Demokraten sperren die Menschen ein, schließen auch die großen Theater und Kirchen und sagen, dass es vernünftig ist. Die plappern das nach; die Virologen, wenigstens einige, sagen das. Da besteht jetzt zwar ein Unterschied, aber davon sehen wir ab; das ist menschlich. Dass man die Menschen einsperrt ist problematisch. Menschen verfügen über einen Verstand. Dass man die großen Theater und großen Kirchen schließt ist aber unvernünftig und nicht einmal logisch. Die Theaterleute und Kirchenleute hätten das aber selber organisieren können, dass den Vorgaben der Virologen gefolgt wird. Die brauchen dafür keine Obrigkeit ! Das ist aber in einem Rechtsstaat möglich. Das war aber gestern noch nicht möglich und deshalb nicht logisch. Da hat sich etwas geändert und keiner bemerkt das. Warum das so ist, erschließt sich nicht logisch; deshalb muss jetzt nachgedacht und noch einmal bei Kant gelesen werden. Besser bei Kant und nicht bei den Demokraten.

Kant: Zum ewigen Frieden

P.S. den es, solange es Nationalstaaten gibt, nicht geben kann. Logisch.

Posted by Michael Schwegler at 16:28
Edited on: Dienstag, 28 Juli, 2020 18:56
Categories: Aktuelles

Sonntag, 05 April, 2020

Gleichnis von den Schafen und Böcken

Sie wissen nicht was sie tun. Sie glauben einfach nur. Sie hätten die Türen nicht verschließen dürfen.

Das aber vestößt gegen ihren Glauben, ihren Glauben im Innersten: Sie gehorchen!

Das war einmal nicht bei allen so. Da gab es auch junge Pastoren, die nicht lügen, auch wenn das der EKD-Ratsvorsitzende in einem Interview, das am 05.04.2020 im Radio ausgestrahlt wurde, ihnen vor macht: "Unsere Kirchen sind offen. Man müsse noch nicht einmal die Türklinge anfassen". Mein Gott, die übertreiben es in Deutschland. Jetzt öffnen sich die Kirchentüren wie in den Krankenhäusern auch automatisch, wenn man eintreten will und Schutz sucht. Das wird er gedacht haben, der Lampedusa-Flüchtling, der das hörte, als er auf dem Weg zur Kirche war. Wieder sucht er Schutz. Er braucht ihn gerade jetzt, wo es so leer auf den Straßen in St. Pauli ist und er erkannt werden kann.

Das war im Jahr 2013 anders. Aber das versteht ein Flüchtling aus Lampedusa nicht, der nicht bei Luther gelesen hat.

Damals suchten mehr als 80 Flüchtlinge in der Kirche von St.Pauli Schutz. Sie fanden einen Platz, der nicht im Privateigentum des Staates, sondern im Privateigentum der Kirche war. Das war für die Flüchtlinge aus Lampedusa entscheidend: Auf dem Privatgrund des Staates hätte man sie sofort abgeführt und eingesperrt. Wegen Hausfriedensbruch, der aber in diesem Fall verschärft Landfriedensbruch genannt wird. Dieser Tatbestand stand zum ersten Mal in der Geschichte in der "Empörerordnung". Im Jahr 1514 , also 11 Jahre bevor Luther in Worms erklärte, was künftig Sache ist und den Katholiken mitteilte, dass ihre Macht ab jetzt durch ihn gebrochen werde und die Zeit des "Balances of Power" anbrechen wird; der Pontifex Maximus soll sich schleichen. Die brach dann auch wirklich aus und aus den Friedfertigen des Matthäus wurden Friedensverfertiger, wie das der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber anlässlich der 500 Jahrfeier Luthers in der Michaeliskirche in Hamburg den Gläubigen gelehrt hat.

Die Empörerordnung von 1514 war Teil des Vertrags, der zwischen den württembergischen Landständen und Herzog Ulrich geschlossen wurde. Ulrich sicherte sich in diesem Vertrag die Unterstützung der sogenannten Ehrbarkeit, dem Patrizitat der Städte bei der Niederschlagung der Rebellion des Armen Konrads zu. Die gehorchten dann auch der Obrigkeit, wie Paulus das verlangt hat. Als der Arme Konrad auf der Straße erkannt wurde, haben sie ihm den Kopf abgeschlagen. Ehrbare Bürger, die im Glauben an Paulus, Knecht Jesus Christus, der Obrigkeit gehorchten und das Schwert führten, das den Kopf vom Hals trennt. Das war nicht der Ulrich, das waren Bürger.

Nicht alle gehorchten sofort. Er muss noch die Revolte im Kopf gehabt haben, von der Albert Camus schrieb, als er den Kirchgarten öffnete und die Flüchtlinge dort, auf sicher geglaubtem Boden, ihre Zelte aufstellten. Der Boden aber, auf dem sie ihre Zelte aufstellten, war keine Allmende. Die hat damals der Ulrich den Bauern schon weggenommen, weshalb doch diese Empörerordnung verfasst werden musste. Das haben die Protestanten alles vergessen. Aber die Katholiken vergessen das nicht. Die sehen, die glauben nicht. Das wird für die Katholischen nicht gelten, das gilt für die Katholiken.

Als es regnete hat er seine Kirche geöffnet und sie hereingebeten. Dieser Pastor muss bei Matthäus und Lukas gelesen und den Paulus an diesen Tagen unters Bett geschoben haben. Nachts schlief er schlecht. Er konnte wegen seiner theologischen Ausbildung aber nicht erkennen, dass es der Paulus war, weshalb er schlecht geschlafen hat. Er hätte ihn nicht unters Bett schieben dürfen.

Als es draußen regnete und die Presse allen Hamburgern von diesem Skandal berichtete, begann drinnen ein politisches Ringen, aus dem der junge Pastor geläutert hervorging. Jetzt kannte er wenigstens die Sache mit der Allmende und auch, wozu diese Empörerordnung taugt. Er wird wieder dem EKD-Vorsitzenden folgen und künftig bei ihm lesen. Albert Camus wird er nicht mehr lesen, solche Ketzer hält er nicht aus. Solch einen ketzerischen Kopf haben sie ihm abgeschlagen.

Posted by Michael Schwegler at 7:26
Edited on: Montag, 06 Juli, 2020 22:11
Categories: Aktuelles

Montag, 30 März, 2020

Die Krise ist auf einem ersten Höhepunt angekommen

nicht wegen der Toten, die werden weiter ansteigen. Der Faschismus wird wieder denkbar.

Die Politiker erkennen ihre Ohnmacht und der erste Politiker warf sich vor einen Zug. Die Verzweiflung ist groß. Alle hoffen, dass das mit dem Gemeinsamen diesmal nicht wieder schiefläuft angesichts der enormen Probleme, die jetzt von der Gemeinschaft gelöst werden müssen. Die jetzt aber wieder bedroht wird von diesem Bazillus, der nie ein Virus war und gegen das es eine wirksame Medizin gäbe, die es bei einem Virus nicht gibt. Da lindert nur die Medizin und das sollten wir jetzt in der Krise nicht wieder vergessen.

Die Preise steigen jetzt. Ein Rekordhalter wurde gestern im Radio, im Internet und sogar in der Tagesschau ausgemacht: Die Preissteigerung von über 3.000%, in Worten dreitausend Prozent, die für eine Ware, die jetzt überall dringend gebraucht wird; für die Schutzmaske. Sie demonstriert förmlich den Zynismus, der eigentlich nur offen faschistischen Gesellschaften anhaftet. Aber dieser ist gesetzlich geschützt. Er war gewollt als der Markt eingerichtet wurde, der für das Wohl sorgen wird. Das behaupteten sie alle und sie sagten immer, dass dieser sozial sein könne. Das aber haben sie nicht beschlossen. Das war aber auch besser so, weil in sozialistischen Staaten vorgemacht wurde wie die Einfältigen das Soziale gestalten: Wieder durch Gesetze. Diese Gesetze aber müssen enden, wenn der Mensch frei sein will. Jeder kann es jetzt wissen. Das was bei den Schutzmasken beobachtet wird, konnten die einfachen Leute bereits beim Toilettenpapier erfahren, welches jetzt auch sehr teuer in den Märkten angeboten wird. Das ist die Marktwirtschaft. Das ist das Gesetz. Darüber sollte jetzt keiner mehr irren. Die größte Gefahr steht jetzt vor der Tür. Der Präsident der USA hat gezeigt wohin die Reise gehen soll. Das Gesetz, welches er jetzt in Friedenszeiten anwendet, bildet den Kern des politischen Systems, das Faschismus genannt wird. Es tritt wieder vernünftig auf, wie es damals in Italien, in dem es zuerst auftrat, durchaus auch vernünftig auftrat und sich das Verbrechen erst später offen zeigte. Die Beatmungsgeräte müssen jetzt gebaut werden. Es wurde nie behauptet, dass der Faschismus immer in allen Fragen unvernünftig ist. Aber gerade das macht ihn so gefährlich. Es ginge auch ohne den Faschismus -> durch das System der Nutzungs- und Stimmrechte. Diese Zivilgesellschaft wird jetzt dringend notwendig und sollte jetzt intensiv und überall in diesen Zeiten der Krise diskutiert werden. Der Pathos aus dem Text eines denkbaren politischen Systems wurde entfernt und dieser Text nüchtern verändert. Die Webseite sollte jetzt in Windeseile verbreitet werden. Nein sagen kann jeder noch. Aber er muss die Sache kennenlernen, bevor er sich entscheidet. Der Faschismus ist heute auf eine Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr angewiesen, aber die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger ist darauf angewiesen. Die Geschichte zeigt, dass sich Systeme immer nur dann ändern, wenn sich eine große Krise auftat. Jetzt muss die Ruhe, die durch die Quarantäne verordnet wurde, die aber Angst auslöst, genutzt werden. Diskutiert.

Posted by Michael Schwegler at 9:59
Edited on: Mittwoch, 01 April, 2020 9:20
Categories: Aktuelles

Mittwoch, 18 März, 2020

Der Tsunami hat jetzt einen Namen:

Corona. Dass er kommt hatte Ernst Wolff schon angekündigt, dem ist nichts hinzuzufügen.

Dem Leid, das jetzt über so viele Menschen kommt, kann nur noch Tröstliches hinzugefügt werden.

Sie war noch jung, als sie sich für diesen Aktienfond entschieden hat. Sie haben sie früh geworben und sagten, dass die Zeiten sich ändern werden. Das haben sie damals gesagt und sagten das noch bis vor wenigen Tagen. Deshalb hat sie sich ja auch überreden lassen. Bis gestern hat sie sich auch nicht mehr um diesen Fond gekümmert. Genauer gesagt verstand sie nie etwas von solchen Dingen. Monatlich und pünktlich zogen sie für diesen Aktienfond das Geld ein, für den sie auch immer pünktlich zur Arbeit ging. Nicht nur für ihn, das ist klar. Nie werde sie durch ihre Arbeit reich. Das wusste sie immer. Deshalb sorgte sie ja vor für das Alter, das sie jetzt erreicht hat.

Gestern rief sie an. Sie wirkte unruhig und fragte was sie tun könne. Sie habe jetzt 45.000 Euro weniger, jedensfalls sagte das ihr der Fondmanager, den sie angerufen hat. Überall sagen sie jetzt, dass die Aktienkurse fallen.

Sie brauche aber jetzt das Geld, sie bekäme keinen Lohn mehr.

Darunter leiden jetzt viele Menschen und die dürfen jetzt nicht das Gefühl bekommen, dass sie allein sind. Die Gefahr wird jetzt groß, dass sie das meinen und jetzt wieder auf die anderen hören, die sagen, dass eine Revolution alles ändern wird. Das haben die Faschisten schon einmal gesagt aber das weiß sie nicht. Sie kümmert sich nicht um Politik. Jetzt werden die Zeiten schwer.

Wichtig ist jetzt, dass sie keine Hoffnung mehr hat sondern viel mehr Vertrauen; Vertrauen, dass wir das schaffen. Wir werden das teilen was wir haben wenn das Wenige, was noch da ist nicht reicht. Alle sollten wir jetzt teilen.

Auf das System, das den Menschen jetzt so viel Leid und Sorgen bereitet, sollten wir alle nicht mehr hoffen. Wir sollten es endlich ändern und dies ganz ruhig und besonnen: Bei den nächsten Wahlen. Mit der Erststimme . Als Zeichen, dass wir die Zeiten jetzt verstehen, sollten wir jetzt schon auf die Zweitstimme verzichten.

Dann werden es die Faschisten nicht schaffen, Kapital aus dieser Krisen zu ziehen. Weshab die Kapital aus dieser Krise schaffen wollen, darüber werde ich berichten. Ich werde es versuchen hier auf endederrevolutionen.de

Nachtrag: Die herrschenden Medien schreiben es; unisono: "Christine Lagarde wird zu Super-Mario. Die EZB-Chefin hat eine 750 Milliarden schwere Bazooka im Anschlag und bekennt sich wie ihr Vorgänger Mario Draghi dazu, alles zu tun, um die Eurozone zu retten. Das wurde auch Zeit."

So stellen sie sich die Zeit vor. Ein Supercasino, dass wir unterhalten und in dem sie Spaß haben. Christine Lagarde mag eine liebenswerte Frau sein, vielleicht hat sie sogar noch Träume. Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass sie dem Protestantismus verfallen ist: Sie hat keinen freien Willen.

Wenn die Menschen jetzt nicht zu ihrem freien Willen zurückfinden, mit dem sie auf die Welt kamen und der bei vielen von ihnen ausgetrieben wurde - was die Maxime jeder Erziehung letztlich bedeutet - , wenn sie nicht durch Nachdenken schnell angesichts der bedrohlichen Lage sich neu orientieren kann es zu spät sein. Die Reichen, die nicht so sind wie sie, die außer Geld kaum etwas haben und ärmer dran sind als sie, werden keine Skrupel haben, ihr Geld im Grund und Boden dieser Erde zu speichern. Die Erde ist ein gewaltiger Vermögensspeicher solange sie in privaten Händen ist. Das müssen die Menschen verstehen. Da müssen sie wegen ihres eigenen bescheidenen Grndbuches vertrauen, dass sich auf herrenlosem Boden viel besser leben lässt. Sonst werden die Vermögenden weiter dafür sorgen, dass die Politik uns unterhält, die aber nicht unterhaltsam ist, weil sie sich jetzt anschickt, Not über die Menschen zu bringen.

Der Grund und Boden muss jetzt herrenlos werden, jetzt sollte das begreifbar sein.

2. Nachtrag: Bitte immer wieder auch im Impressum lesen.

Posted by Michael Schwegler at 11:07
Edited on: Freitag, 20 März, 2020 13:30
Categories: Aktuelles

Freitag, 21 Februar, 2020

Der Beschluss ist nicht anfechtbar

so lautete das Urteil. Es ist ein rechtsstaatliches Urteil. Das Verwaltungsrecht, dieses Überbleibsel des Rechts der Fürsten, erlaubt das.

Diese Richtung hat Alfredo Rocco seinen Juristen im faschistischen Italien mit auf den Weg gegeben. Er wusste, dass das Ziel des Faschismus nicht mit einem Krieg gewonnen werden kann. Der Weg muss ordentlich vorbereitet werden und wird dauern. Die Mühlen der Gesetze mahlen langsam und dafür gründlich.

Das wussten die Nationalsozialisten hierzulande nicht. Sie vertrauten mehr auf die deutsche Rasse und auf Paulus: Die deutsche Rasse wurde im Jahr 1945 besiegt, die Obrigkeit blieb und hat entschieden, dass die Bäume abgeholzt werden dürfen. Der Autobauer Tesla darf bauen; schnell, bevor das Leben in die Bäume kraftvoll zurückkehrt. Dieses Leben muss verhindert werden. Die Bilanz, die auf der Seite der Natur eröffnet werden kann, spielt keine Rolle: Das Geschäft ist zu wahren. Im Namen des Volkes.

Posted by Michael Schwegler at 6:27
Edited on: Donnerstag, 12 März, 2020 8:06
Categories: Aktuelles

Mittwoch, 19 Februar, 2020

Das 11. Gebot

muss dialektisch verstanden werden, sonst verharrt es im Verbrechen.

Schau hin wenn die Anderen die Tiere in Massen halten, aussondern und töten. Schau nicht weg und sei kein Zuschauer, auch wenn das Hinschauen nicht erträglich ist: Das Tier, das hier an der Leine hängt und grausam stirbt, das sind wir!

Um das zu verstehen sollten wir nicht nachfragen, weshalb das Tier dort hängt, weshalb das Schächten im Judentum und im Islam gerechtfertigt wird. Wer so fragt macht sich schuldig.

Vor wem? Das muss derjenige, der so fragt, selber beantworten. Da hilft ihm kein Agnus dei, da ist er allein. Er hat gefragt und er hätte wissen können, dass ein gerechter Mensch ihm nicht antwortet. Er kann nur mit den Anderen reden, die immer reden und uns unterhalten.

Das ist vermutlich schwer zu verstehen und hilft uns und den Tieren nicht. Wir schauen hin und sehen die Schächter. Was sind das für Menschen?

Schau in den Spiegel. Es ist nicht wahr was die Physiker sagen. Dass wir immer unser Antlitz dort sehen, wenn wir nur ordentlich davor stehen. Um das zu verstehen müssen wir lange in den Spiegel schauen, so dass der Blick sich ausbilden kann. Erst dann, wenn wir lange genug vor dem Spiegel gestanden haben, werden wir das Gesicht des Schächters erkennen. Es ist uns fremd. Wenn wir aber mutig genug sind und dieses fremde Gesicht aushalten, weiter konzentriert in den Spiegel schauen, wird sich das Gesicht des Schächters dem eigenen Gesicht immer mehr angleichen und kann am Ende von dem eigenen Gesicht nicht mehr unterschieden werden. Wir sehen uns: Wir haben das Tier dort aufgehängt und es geschächtet.

Das waren die Anderen. Das sagen sie immer wenn sie nicht vor diesem Spiegel stehen wollen. Das haben viele Menschen in den Jahren vor 1946 auch gesagt. Vor allem an jenen Tagen, als die Siegermächte sie zum Gang durch die Konzentrationslager zwangen. Zu einem Gang, den diejenigen Menschen, die vor ihnen dort gegangen sind, meist nicht überlebt haben. Die historische Chance, jetzt zu den Siegermächten "Nein" zu sagen, haben sie nicht ergriffen. Wohl riefen sie "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus" und noch im Jahr 1949 sind die Worte des CSU-Politikers Franz Josef Strauß überliefert: "Wer noch einmal das Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen." Die Hände fielen nicht ab als nur 3 Jahre später die Siegermächte zur Unterschrift riefen. Mit fester Hand leistete die Bundesrepublik Deutschland die Unterschrift unter den Vertrag der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft. Da haben ihre politischen Vertreter nicht mehr "Nein" gesagt und diese haben eine Unterschrift geleistet. Das deutsche Volk hat die Unterschrift geleistet. So sieht das die Rechtsordnung vor: Mit der Zweitstimme haben sie bei der demokratischen Wahl, an der eine Mehrheit der Deutschen aktiv teilgenommen hat, ihre Repräsentanden in den Bundestag gewählt und diese haben in ihrem Namen den Vertrag unterschrieben. Ihre Unterschrift unter diesen Vertrag führte sie jetzt auch militärisch in die Postmoderne. Viele werden sagen, ich wollte das nicht. Sie hätten konzentriert in diesen Spiegeln schauen sollen. Sie hätten ihre Unterschrift verweigern können.

Was tun? Es gibt nur einen Weg, der uns wenigstens jetzt entlasten könnte. Zu lange haben diejenigen, die vor uns da waren, unsere Eltern und ihre Freunde zugeschaut, ihre Stimmen nicht erhoben sondern abgegeben. Jetzt wirkt kurzfristig und vorläufig nur noch eine Stimme: Die Stimme des Verzichts.

Angesichts dieser schrecklichen Massentierhaltung und Massentötung der Tiere verzichtet einfach auf den Konsum von Fleisch so weit es geht. Vieles braucht ihr nicht. Leben geht anders. Erhebt eure Stimmen, wenn diejenigen, die sagen, dass sie nicht gewusst haben, dass ihre Tiere dorthin in die Schlachthäuser gequält werden und dass sie unschuldig wären, weil sie doch nur dem Luther gefolgt sind und untertänig waren; klagt sie an. Nicht vor Gericht: Auf keinen Fall. Die Richter werden euch nicht helfen, die helfen sich und ihren Advokaten, die sich gerne der Sache annehmen. Sie haben das "quid pro quo" längst unter sich ausgemacht, da ist keine Hoffnung. Klagt die Viehzüchter an und reicht ihnen die Hände. Sie hätten sich um Netzwerke kümmern können und mit anderen Menschen zusammen, die guten Willens sind, gemeinsam Lösungen schaffen können. Erinnert euch an Nietsche: "Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben." Ihr aber fordert die Politik, fordert den Staat. Aber ihr habt einen freien Willen. Bietet ihnen außerhalb des Staates Netzwerke an.

Wir werden damit das Leiden nicht los, aber wir können hoffen.

Posted by Michael Schwegler at 6:41
Edited on: Mittwoch, 19 Februar, 2020 19:28
Categories: Aktuelles

Samstag, 08 Februar, 2020

Beugehaft

Chelsea Manning blieb bei ihrem NEIN und sitzt seitdem in Haft. Sie bekommt zusätzlich für jeden Tag, an dem sie bei ihrem NEIN bleibt, 1000 Dollar Strafe aufgedrückt; da wird sie sich wohl beugen. Chelsea Manning aber ist ein Mensch guten Willens und würde lieber verhungern, als gegen Wikileaks auszusagen und sich der Vernunft der Anderen zu unterwerfen.

Wie Chelsea Manning sind wir spätestens seit dem Jahr 1804 alle, die guten Willens sind, in Beugehaft.

Seitdem der freie Wille (liberum arbitrium) des Menschen unter die Doktrin des geknechtenen Willen (De servo arbitrio) geraten ist, der mit dem volonté général von Rousseau seinen politischen Ausdruck erfuhr, wird die Beugehaft nicht enden. Die 1000 Dollar Strafe müssen wir nicht fürchten. Im Gegenteil: Sie ködern uns damit tagtäglich, damit wir zufrieden sind und sie werden weiter unsere Zellen ausstatten mit allerlei unnützem Zeug und dafür die Natur verbrennen. Das galt unter der politischen Formel panem et circenses schon immer: Allerdings mit der entscheidenden Ausnahme, dass sie bis zum Jahr 1804 die Natur dafür nicht verbrannten. Darüber sollten wir nicht irren.

Nachtrag März 2020: Chelsea Manning blieb bei ihrem NEIN. Sie wollte lieber sterben als ihren Willen beugen. Sie stellten aber nicht das Fallbeil auf, das sie bei Franz Jägerstetter aufgestellt haben. Sie bestellten auch nicht den Scharfrichter, den sie bei Thomas Morrus bestellt haben. Sie ließen sie nur einfach in dieser Zelle sitzen und warteten. Chelsea Manning unternahm einen Suizid-Versuch, der mißlang.

Ein Bundesrichter wusste jetzt, dass sie eher sterben wird als dass ihr Wille sich beugt. Er ließ sie frei.

Posted by Michael Schwegler at 10:22
Edited on: Dienstag, 24 März, 2020 8:30
Categories: Aktuelles

Donnerstag, 06 Februar, 2020

Vor unseren Augen kreiert sich ein mörderisches System

das schrieb Herbert Ludwig auf https://fassadenkratzer.wordpress.com. Die bürgerliche Aufklärung, die mit Auschwitz endete, muss mehr denn je, aber jetzt als antibürgerliche Aufklärung, über die Funktion des Bürgerlichen Rechts Auskunft geben. Der Mensch Julian Assange ist nicht das erste Opfer, das im Namen des Volkes und unter Anwendung des Rechts zerstört wird. Es ist unerträglich, dass deutsche Politiker hier zusehen. Sie reden, das mag sein, aber sie handeln nicht. Das ist nicht ganz richtig: Sie handeln für Interessen, die scheinbar zwingend sind und die im Wesentlichen von Produktionsverhältnissen bestimmt werden, die auf dem Privateigentum an Grund und Boden gründen. Diese Zwangsform schließt eine Hilfe aus. In der Dialektik der Aufklärung fragen sich die Autoren, "warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt." Die Antwort ist einfach, aber sie ist unbequem: Das Bürgerliche Recht, das den Grund und Boden zum Privateigentum privater oder öffentlicher Herren und Damen erklärt, und schützt, ist der erste und zentrale Punkt des ständigen Rückfalls in die Barbarei, die in der Bürgerlichen Gesellschaft als Dauerzustand behauptet werden kann. Die Französische Revolution war ein Schritt auf dem Weg der Emanzipation der Menschen. Der Coup des Napoleon Bonaparte, sein Code Civil, aber schuf die Grundlage einer neuen Barbarei, die als allgemeine Barbarei alle früheren und nicht allgemein zu nennenden barbarische Ereignisse in den Schatten stellt. Unter dem Schatten müssten wir heute keinen Klimawandel erleben, der durchaus das Potential hat, die gesamte Menschheit in die Barbarei zu treiben. Sofort müssten wir die weitere Ausbeutung der Erde, die unvermindert anhaltende Verbrennung fossiler Stoffe und Seltene Erden, stoppen.

Die Abschaffung des privaten Rechts auf Grund und Boden wird noch dauern; aber die Zeit wird kommen. Den Whistleblower*innen, die besser Freiheitskämper*innen genannt werden sollten, weil sie für uns, für eine bessere Welt ihr freies Leben opfern, hilft das aber persönlich nichts. Das Recht verurteilt sie, nimmt sie in Beugehaft und genau gesehen, was immer in dieser Gesellschaft ein juristisches Sehen ist, haben sie keine Chance. Das bürgerliche Recht sollte deshalb immer bekämpft werden. Das Recht schützt uns nicht: Wer das glaubt ist befallen von der Pest des Protestantismus, von der ich solange schreiben werde, bis sich das Recht ändert, was aber noch lange nicht geschehen wird. Wir sollten uns deshalb vernetzen und diese Aufklärung verbreiten.

Assange braucht ein politisches Asyl in Deutschland und Deutschland muss raus aus der Nato. Ein Bündnis mit den USA darf es nicht mehr geben. Die USA haben andere Gesetze wie die Bundesrepublik Deutschland. Wir kennen diese Gesetze nicht; wir kennen nur die Gesetze hier. Die aber sind ähnlich: Klären wir auf !

Friedrich Nietzsche hat das sehr früh erkannt; sein Text vom neuen Götzen Staat ist aktueller denn je. Er schrieb den Text im Jahr 1871 und viele tun ihn ab mit dem Hinweis, dass sein Text heute überholt sei, einen anderen Staat beschreibe. Das ist aber ein Irrtum. Inzwischen ist der Staat bei vielen Menschen in den Köpfen, so dass sie ihn nicht mehr sehen. Da soll er auch hinein meinen die Faschisten; dafür trugen sie ihre Hakenkreuze und beflaggten ihre Straßen: Herrisch sollte es wirken und jeder soll sehen und wissen, dass es einen Führer gibt. Generationen wurden geführt - in den Tod. Im Internet findet sich manch kritischer Text, aber dem Leser werden keine konkreten Perspektiven aufgezeigt und ein Wahlboykott wäre ein falscher Weg. Allgemeine Wahlen, die in jahrzehntelang andauernden und erbitterten Kämpfen dem bürgerlichen Staat von der Arbeiterbewegung abgetrotzt werden konnten, bilden heute die Achillesferse der demokratischen Gesellschaften. Aber wir dürfen nicht die Parteien wählen sondern nur die, die sich als Repräsentanten zur Wahl stellen. Wir dürfen die Exekutive nicht weiter stärken, sie ist längst viel zu stark und Julian Assange erlebt gnadenlos aktuell die autoritären Staaten. Mit Schweden ist nun auch diesem Wohlfahrtsstaat die Charaktermaske abgenommen worden. Viele müssen tagtäglich unter den Exekutivorganen der Staaten leiden; sie bleiben meist immer namenlos, weil viel zu Viele leiden und wieder zu oft weggeschaut wird.

Posted by Michael Schwegler at 9:49
Edited on: Freitag, 14 Februar, 2020 11:57
Categories: Aktuelles

Montag, 27 Januar, 2020

Sei kein Zuschauer,

das wünschten sich nicht nur Überlebende des Holocaust, das wünschen sich viele der Überlebenden. Einer wünschte sich, dass „sei kein Zuschauer“ als 11. Gebot den übrigen 10 Geboten des alten Testaments hinzugefügt werde. Er wünschte sich keine Rache, er wünschte sich nur dieses 11. Gebot.

Sie überlebte Auschwitz, wohin sie als Kind gebracht wurde. Sie überlebte als hätte Gott seine Hand über sie gehalten. Das sagen oft die Gläubigen wenn es um Kinder geht, die doch besonders beschützt werden müssten. Aber das stimmt nicht: Gott war gar nicht da, nicht bei den Kindern und auch nicht bei den Erwachsenen; er war einfach nicht da damals in Auschwitz, in Treblinka, in Dachau, in Bergen-Belsen und in den weiteren Hunderten von Vernichtungs- und Konzentrationslagern weltweit: Nie war er da. Nur die Mörder waren überall da, die immer überall da sind und unter uns leben. Sie bedienen sich des öffentlich geduldeten Rassenhasses, den Luther schon predigte und halten sich im Training; sie sind immer bereit. Der Staat schaut nicht hin; er schaut weg.

Die praktizierenden Katholiken verbieten ihn auch nicht: „Die haben unseren Jesus ans Kreuz genagelt!“ So rief das eines Tages meine Mutter. Ich fragte sie als ich längst erwachsen war. Sie meinte nicht die Protestanten, sie meinte die Juden, was ihren Rassismus katholischer Prägung nicht entschuldigt, im Gegenteil. Der Bruch war plötzlich und vollständig. Ich fragte sie nie wieder.

Dem Wusch der Überlebenden werde ich nachkommen und nie zuschauen. Das fällt mir nicht schwer; ich schaue nicht weg und deshalb schreibe ich wenn ich zur Ruhe komme. Das Gebot „sei kein Zuschauer“ werde ich als 2. Gebot nach dem 1. Gebot: „Du sollst nicht töten“ immer beachten. Die übrigen Gebote kenne ich kaum mehr und über das Gebot „du sollst nicht begehren deines nächsten Weib“, habe ich schon geschrieben, dieses Gebot zu beachten war früher einmal nicht leicht für mich.

Mit diesem 2. Gebot kann es Versöhnung geben und mit diesem Gebot wäscht auch keine Hand die andere; diese Hände halten sich und sorgen sich um das Gemeinsame.

Wir haben nie gelitten wie diejenigen, die das Grauen von Auschwitz erleben mussten. Wir gehören zu einer Generation von scheinbar Auserwählten. Wir sind aber nicht auserwählt und überall um uns herum sprechen längst wieder die Waffen. Auch in Europa, das sie unter allen Umständen nach dem verheerenden Krieg endlich befrieden wollten und dafür politisch viel taten bombten sie bereits wieder. Völkerrechtswidrig zerschlugen sie endgültig den als blockfreies Hoffnungswerk nach 1945 gegründeten Vielvölkerstaat der Sozialistischen Förderativen Republik Jugoslawien, der uns damals schon die Richtung zeigte, in der wir gehen sollen. Auch daran sollte 75 Jahre nach Auschwitz gedacht werden damit auch dort hingesehen wird obwohl dort inzwischen alles leer ist. Da war es schon einmal anders, bevor auch dort die Konsumgesellschaft einzog.

Als einziges Land in Europa wurde während der Phase, in der sich die alten Systeme um dieses Land herum restaurierten und dem heißen einen kalten Krieg folgen ließen, das Ableben des Staates diskutiert.Der Staat sollte die Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft als einen letzten Akt sich aneignen, um dann als Staat absterben zu können. Der Begriff des gesellschaftlichen Eigentums müsse vom Staatseigentum strikt unterschieden werden. Staatseigentum müsse dem Sozialismus jugoslawischer Prägung ebenso fremd sein wie das Privateigentum, da es ein Monopol wirtschaftlicher und politischer Macht darstellt und damit zur Ausbeutung der Menschen beiträgt. Das war klar die Richtung in die gegangen werden muss wenn der Grund und Boden wieder herrenlos werden soll, wie ihn vor sehr langer Zeit die Natur einmal erschaffen hat. Eine lange Zeit waren die Menschen nur der Natur unterworfen, was schwer genug war, und entwickelten sich in direkter Auseinandersetzung mit der Natur. Die Apologeten der Herrschaft von Menschen über Menschen behaupten diesen Naturzustand zum Ausgangspunkt ihrer Ideologie vom Segen, der von den ersten Herren ausgegangen sei, um die Menschen vor sich selbst und der Natur zu beschützen. Sie waren schon immer verlogen wie heute ihr Staat lügt.

Als Studenten schauten wir nach Jugoslawien, besuchten das Land und sahen vor Ort. Peter Handke schaute auch vor Ort und erzählte viel über Jugoslawien; er verstand sich hervorragend im Schreiben. Darüber wie sie, die Vertreter der westlichen Wertegemeinschaft, deshalb Peter Handtke heute in ihren Medien behandeln muss nicht berichtet werden. Darüber berichten die Anderen, da müssen wir nicht lesen.

Während unseres Studiums schauten wir fast zwangsläufig irgendwann nach Auschwitz. Damals wurde von Auschwitz in keiner Schule berichtet, in der die Alten unterrichteten, die nach dem Krieg dort wieder arbeiteten, nachdem sie ihre Hemden und Hakenkreuze wieder in den Schrank gehängt hatten. Sie unterrichteten Staatsbürgerkunde und in diesen Schulbüchern kamen die Städte des Grauens, die damals doch der Staat eingerichtet hat, nicht vor. Orte, die deshalb mir bis ins Erwachsenenalter unbekannt blieben, obwohl die Lehrer sie kannten. Ich musste sie selber entdecken. Als ich die ersten entdeckt hatte tauchten in erschreckend hoher Zahl die anderen auf. Die Mauer des Schweigens war durchbrochen. Sie blieb aber stehen und rührte sich weiter nicht.

Es war auch keine Vorsehung, es war Zufall: Dort auf einem größeren Erdhaufen ganz oben befand sich der Sandkasten schräg gegenüber dem Haus, indem ich die ersten sechs Lebensjahre verbrachte. Es muss täglich gewesen sein, dass wir in diesem Sandkasten spielten. Jedenfalls immer, wenn nicht im Kindergarten gespielt werden konnte. An weitere Orte erinnere ich mich kaum. Er war ringsherum mit Holzbrettern eingefasst, so dass wir ordentlich unsere Kuchen backen konnten, von denen wir mitunter sogar gekostet haben; das Spiel sollte echt sein. Echt war der Ort, von dem uns nie berichtet wurde, auch später nicht, als ich längst zur Schule ging und am Sandkasten nur noch vorbeilief. Ich bin mir sicher, dass die anderen Kinder auch nichts über diesen Ort wussten außer eben von diesem Sandkasten. Erst im Studium, als zum Lernen ein Forschungsdrang hinzukam, der vor allem bei jedem Zu- und Hinschauen immer die Begriffe verlangte, die das Gesehene erst völlig verständlich machten entdeckte ich, dass dieser grün bewachsene und ansonsten trostlose Erdhaufen, der noch heute von zwei Straßen und einem trostlosen Schulgelände eingefasst ist den Platz hergab, auf dem sie früher ihre Synagoge errichteten. Das fragte ich mich in Berlin fernab von zuhause wo denn in meiner Geburtsstadt mit immerhin 50.000 Einwohnern ihre Synagoge überhaupt stand. Diese Kleinstadt kannte ich auswendig und kein Hinterhof war mir unbekannt. Auch die Ortsteile waren mir vertraut und vor allem jener, dessen Namen mit Jebenhausen an sie erinnerte: „Dort wo die Juden hausen“ sollen sie noch im Jahr 1839 gesagt haben als Jebenhausen als Dorf mit 538 jüdischen Bürgern nahezu gleichviel Bürger hatte wie die dort lebenden Christen ausmachten. Dort hausten sie damals und heute schon längst nicht mehr. Am Reformationstag 1938 konnten sie dort nicht wüten, weil ihre Synagoge bereits im Jahr 1905 abgerissen wurden. Zuvor wanderten sie bereits aus oder zogen über den kleinen Hügel nach Norden in meine Geburtsstadt. Dort aber werden sie gewütet haben, da war ich mir sicher. Der braune Flecken in meiner Forschungsarbeit zur CSU in Bayern, in der auch die Wahlergebnisse der NSDAP zur Reichstagswahl im März 1933 akribisch und deutschlandweit eingetragen waren, hob sich auffallend das Gebiet meiner Geburtsstadt hervor und nur die katholischen Gemeinden ringsherum blieben dort weiß. Am Ende wurde ich in der Bibliothek fündig. Dort an meinem Sandkasten stand sie. Sie brannte in der Reichspogromnacht bis auf die Grundmauern nieder. Heute gibt es in meiner Stadt keine Synagoge mehr, zu Wenige leben wieder dort, die in ein solches Gotteshaus des alten Testaments hinein wollen.

Solange dieser Antisemitismus in Deutschland in den fruchtbaren Boden ihren Hass sähen kann, den die Pest des Protestantismus immer fruchtbar hält, werden sie dort auch nicht mehr hausen. Die Saat könnte wieder massenhaft aufgehen. Sie haben auch nie dort gehaust, sie haben dort gelebt.

Das Grauen von Auschwitz darf nie mit irgend etwas verglichen werden. Wir können Auschwitz deshalb nur still gedenken und sollten immer wieder unsere persönliche Stimme erheben und den Nachkommen berichten, so dass die Erinnerung nie verlöscht.

Der Zukunft angesichts des dramatischen Anstiegs des Kohlenstoffdioxids dürfen wir in dieser Sache nicht still gedenken; im Gegenteil: Wir müssen aufstehen und handeln wo wir können. Nicht Aufstehen, wie das die politische Linke versucht und nicht wirklich aufstehen wird. Sie sitzt und hofft auf Regierungsverantwortung, um ihr Programm der sozialen Gerechtigkeit politisch umsetzen zu können; als Kompromiss. Wie alles im Kompromiss politisch verhandelt wird. Das sagte Frau Merkel vollkommen richtig, dass Politik das ist, was durchsetzbar ist. So werden sie immer handeln und erst aufstehen, wenn es zu spät ist: Sie werden sagen, dass es nicht durchsetzbar war, den Anstieg des Kohlenstoffdioxids zu stoppen und jetzt sei es zu spät: Nehmt Abschied Brüder und Schwestern. Das Drama der Postmoderne endet; der Faschismus endet.

Den aber wollten nicht nur die Überlebenden bereits nach ihrer Befreiung im Jahr 1945 beenden. Das wünschten sich auch viele damals im zerstörten Deutschland. Über diesen Wunsch muss nicht berichtet werden. Hier standen wir schon immer in der Verantwortung.

Startseite

Posted by Michael Schwegler at 18:33
Edited on: Mittwoch, 19 Februar, 2020 10:07
Categories: Aktuelles

Freitag, 24 Januar, 2020

Wahlen - eine Willenserklärung (überarbeitet)

besser: ein Blankoscheck, den man besser nicht vollständig ausfüllen sollte. Besser ist es, die Kandidatin oder den Kandidaten zu wählen, den man kennt, der über sich Auskunft gibt und sich vorstellt. Da gibt es auch keine 5%-Hürde: Gewählt ist, wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen hat. Deshalb kam bei der letzten Wahl zur Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg eine Frau der FDP ins Parlament und die FDP selber blieb draußen. Sie scheiterte an dieser Hürde, die Kandidatin scheiterte in ihrem Wahlkreis nicht. Politiker, wie beispielsweise der CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller -und es könnte viele Minister und Politiker genannt werden-, die ihr Amt ernst nehmen, würden kein Problem damit haben und mit der Erststimme natürlich ins Parlament kommen; jeder kann heute feststellen, was ein Politiker leistet.

Massenhaft stellen die Wähler aber einen Blankoscheck aus, wenn sie zur Wahl gehen. Wenn dann skrupellose Politiker*innen in den Krieg ziehen, ob alleine oder mit Anderen im Bündnisfall, hat der Wähler das akzeptiert; er hat eine freie Willenserklärung unterschrieben, die er mit seiner Zweitstimme beurkundet hat. Sein kleines Kreuz gilt dort im Besonderen und dass er es war, der da ein Kreuz gesetzt hat, wurde amtlich durch die Vorlage des Wahlzettels samt Personalausweis registriert. Da ist der demokratische Staat genau, das ist Gesetz. Der Wähler hat jetzt seinen Willen bekundet, der jetzt vollzogen wird! Er, der Staat, wird jetzt in seinem Namen, im Namen des Volkes, die Willenserklärungen politisch erledigen. Dem Wähler bleibt der geknechtete Wille, von dem bereits Martin Luther schrieb: De servo arbitrio.

So habe er das nicht gemeint; doch schon früher galt: Mitgefangen, mitgehangen, das gilt bei allen Entscheidungen, die auf einem Vertrag gegründet sind. Das war schon der Fall, als John Locke im Auftrag der englischen Krone mit seiner Idee des Vertrags die indigenen Völker in Amerika reingelegt hat. Die unterschrieben auch, allerding waren die Gewehre auf sie gerichtet. An diesem Prinzip hat sich aber im Grunde nichts geändert. Es gibt mit einem Vertrag keine Gerechtigkeit. Aber wir dürfen trotzdem hoffen.

Jeder der menschlich denkt sollte eine Zweitstimme nicht geben. Dieses "nicht geben" sollte in politischen Dingen immer gelten und würde uns vor dem Schlimmsten bewahren; zumindest könnten wir hoffen; wir, die im Abseits stehen. Wir können die Ungerechtigkeit nicht akzeptieren und unterschreiben deshalb nicht. Auf dem Wahlzettel machen wir bei der Zweitstimme ein großes Kreuz, durchkreuzen den politischen Plan und wählen ungültig. Aber nicht ganz; da ist noch die Erststimme. Hier gilt natürlich was längst schon geschrieben und oft gesagt wurde:

Vergesst nicht,

dass diejenigen Menschen euch am besten dienen werden, die ihr aus eurer eigenen Mitte wählen werdet, die das gleiche Leben wie ihr führen und die gleichen Leiden ertragen wie ihr.

Hütet euch vor Leuten, die viel reden. Vermeidet vom Schicksal Begünstigte, denn selten nur wollen diejenigen, die ein Vermögen besitzen, in den Arbeitenden ihre Nächsten sehen.

Wählt eher diejenigen, die sich um eure Stimme nicht bewerben. Der wahre Verdienst ist bescheiden, und es ist die Sache der WählerInnen, ihre KandidatInnen zu benennen und nicht der KandidatInnen, sich erst vorzustellen.

Viele vergessen es aus Bequemlichkeit, vielleicht auf Druck der Anderen, die auch der Werbung folgen und nicht Sand im Getriebe der Welt sein wollen. Aber diese Anderen liefern den Schmierstoff, der wiklich die Hände schmiert, damit das Quid pro quo leichter fällt und schnell erledigt ist. Studiert die Kandidaten; vielleicht bewerben sich einige, bei denen man zumindest den Eindruck haben kann, dass sie jetzt verstanden haben was die Uhr zeigt: Es ist vielleicht schon zu spät, mit Maßnahmen zu versuchen den Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre aufzuhalten; wir wissen es nicht. Die Natur ist mächtig und gehorcht einem absoluten Willen - et voluntas Domini - ; kümmert sich nicht um den volonté général, dem die Menschen gehorchen und der sie ins Verderben führen wird. Das wissen wir und das können wir wissen. Zumindest bei Wahlen sollten wir das immer klar äußern und die Stimme für einen volonté général konsequent verweigern. So wie wir immer einen Vertrag nur unterschreiben sollten, wenn dieser unseren freien Willen ausdrückt und diese freie Willensäußerung erst mit der Unterschrift wirksam werden sollte, wenn das Kleingedruckte und alle Interpretationsmöglichkeiten des Vertrags penibel studiert wurden. Oftmals aber, und das ist häufig der Fall, werden wir wohl unterschreiben müssen, weil "die Gewehre" auf uns gerichtet sind. Das sind sie bei Wahlen allerdings noch nicht, das kann aber noch kommen; verweigern wir deshalb immer diese Unterschrift unter die Zweitstimme; dann müssen sie irgendwann Farbe bekennen. Bis dahin werden die Überhangsmandate zumindest den Bequemen zu schaffen machen, denn nur diese Überhangs-Mandatsträger können behaupten, dass sie vom Souverän, der eigentlich keinesfalls der Souverän sein sollte, ins Parlament gewählt wurde.

Posted by Michael Schwegler at 7:36
Edited on: Mittwoch, 01 Juli, 2020 19:12
Categories: Aktuelles

Freitag, 03 Januar, 2020

Knappheit

Am 21.01.2020 wurden Texte grammatikalisch verbessert und am 18.01.2020 wurde eine neue Webseite eröffnet, auf der Sofortmaßnahmen vorgeschlagen sind, die auch ständig jetzt aktualisiert werden, und die geeignet erscheinen die Richtung, die von den politischen Parteien aktuell gegangen wird, zu ändern. Wissenschaftlich kann begründet werden, dass mit der Richtung, die politisch derzeit festgelegt ist, der Kohlenstoffdioxidanteil der Atmosphäre nicht gesenkt oder dieser auch nur konserviert werden kann, sondern dieser weiter ansteigen wird.

Mit dem Text über das Drama der Knappheit wurde bereits eine zentrale KATEGORIE mit Texten eröffnet: Der Weg in eine Postwachstumsgesellschaft. Dieser Begriff passe besser sagen diejenigen, die immer noch politisch denken. Es muss aber ein Weg in ein deutliches Schrumpfen der Güterproduktion, in die massenhafte Freisetzung nicht notwendiger Arbeit gegangen werden. Der Verbrennungskapitalismus muss enden. Die Politik kann hier auch nicht wirklich die Richtung ändern; das verbietet das Recht! Die Schülerin Greta Thunberg hat das treffend festgestellt: "We have not come here to beg world leaders to care. You have ignored us in the past and you will ignore us again". Die Wahrnehmung dieses damals erst 15-jährigen Mädchens deckt sich mit der Erkenntnis eines 68 Jahre alten Mannes auf dragische Weise. Die Richtung muss dringend geändert werden. Hierzu sind die Leser aufgefordert eigene Entwürfe vorzustellen; nur gemeinsam kann der Klimawandel gestoppt werden.

Der Text "Über den Weg" wurde überarbeitet mit dem Freund Luthers Buntz ergänzt. Auch der Text "25.11" wurde um die fff-Demonstration von heute ergänzt und gerade, nach der Anordnung des Präsidenten, Menschen im Irak zu töten, wurde der Text "Über den Faschismus" bereits zum zweiten Mal ergänzt. Auch der letzte Text musste wegen der Gefahr, die Assange droht, aktualisiert werden. Mit dem Text "Nicht jeder ist ein Schuft" werden die Ereignisse vertieft. Dem Text Was tun? wurde ein Aufruf hinzugefügt. Der Text über "Recht muss sein" wurde fortgeschrieben und anders geschrieben; er war missverständlich, hier entschuldige ich mich. Am 11.01. wurde die erste Fassung des Textes über die Früchte der Erde  geschrieben, die noch einmal an Rousseau erinnert, dass die Früchte der Erde allen gehört und damit allerdings nicht die Ausbeutung der Erde meinte. Aber seinem Contrat Social muss entschieden widersprochen werden. Die Knappheit, die in Kuba allein wegen der Monroe-Doktrin ein zentrales Thema ist, animierte zu einer Antwort auf einen Text im offiziellen Kuba-Forum, der auch für die Leser von endederrevolutionen.de interessant sein könnte. Auch über zum Contrat Social wurde ein neuer Text geschrieben und zuletzt zwei Artikel präzisiert: Über den Rechtsstaat und über Was tun?

Posted by Michael Schwegler at 10:03
Edited on: Donnerstag, 23 Januar, 2020 16:25
Categories: Aktuelles

Sonntag, 29 Dezember, 2019

Das Fünfte Haus

Es ist ein neues Haus, das bisher noch nirgends errichtet wurde. Es kann neben den bestehenden Häusern gebaut werden, weist aber durch seine Architektur weit über die bestehenden Häuser hinaus. Der Übergang in eine herrenlose Landschaft würde keinesfalls das bestehende und durchaus bewährte politische System der Bundesrepublik Deutschland ändern. Die Überlegungen zu einem neuen System wurden verändert; es soll eine Republik bleiben. Denkbar allerding wäre der Ausnahmezustand, wenn diesen das Volk ausgerufen hat. Ein neuer Text wurde auch geschrieben. Mit welchem Recht werben die Menschen? Nicht umeinander, gegeneinander?

Posted by Michael Schwegler at 7:14
Edited on: Montag, 30 Dezember, 2019 8:49
Categories: Aktuelles

Dienstag, 24 Dezember, 2019

Absturz des Systems

nicht das politische System ist abgestürzt, sonder die Software "Thingamablog". Ich bitte um Nachsicht, wenn die Texte unter "Kategorien" seit dem 23.12.2019 nicht mehr dort aufzufinden sind, wo sie einmal plaziert waren. Das System "Thingamablog" ist vielleicht zu reparieren, das System "Politik" noch lange nicht.

Nur die Texte unter "BEFREITE GESELLSCHAFT" waren von diesem Systemabsturz nicht betroffen. Diese wurde auch nicht vom System verwaltet sondern vom Autor, händisch und autonom. Die Texte unter den "KATEGORIEN" sind durcheinander geraten.

Der Text 02.12, "Pest des Protestantismus", erscheint jetzt unter dem Eintrag "Vorwort (Buch)" und wie zuvor schon unter "TEXTE" 02.12. Es handelt sich um einen zentralen Text. Für die Leser*innen wird er ungewohnt, für Protestanten vielleicht auch abstoßend sein. Ich meine aber nicht den Protestanten - wie Erasmus von Rotterdam auch nicht den Juden meinte, als er von der Pest des Judentums schrieb. Es geht allein um die Ideologie dieser beiden Religionen. Luther, und 300 Jahre später Thomas Jefferson, hat mit der Glaubenslehre, dass Gott alles bestimmt habe, eine andere Ideologie vertreten als die bis dato unangefochtene Ideologie der katholischen Kirche. Jefferson hat diese protestantische Lehre noch einmal mit der Rasierklinge verschäft. Wie soll da eine Umkehr angesichts des dramatischen Klimawandels, der weiteren ungebrochenen Ausbeutung der Rohstoffe der Erde und die Verseuchung der Erde und der Meere mit Plastik gelingen?

23.12. : Der Text zu "Res publica oder Barbarei" wurde fortgeschrieben. Selbst am 1. Weihnachtsfeiertag sind Ergänzungen geschrieben worden. Sie sollen auch zur Frohbotschaft passen.

24.12. : Im Text "Über den Weg" wird im Link zu den Stühlen der Text aktuell erweitert: Die informellen Prozesse zwischen der US-Administration und der US-Richter müssen an das Tageslicht befördert werden. Edward Snodens Einkommensgrundlage, der Erlös aus dem Verkauf seine Autobiografie "Permanent Records" wurde gesperrt, er ist noch lange nicht in Sicherheit. Hier reift die Idee, einen Fond einzurichten, aus dem die Lebensmittel für die Aufklärer der Moderne finanziert werden. Aber bis es soweit ist muss geklärt werden, ob andere hier schon aktiv sind. Redundanzen sollten vermieden werden weil die Sicherung des Lebensunterhalts der Aufklärer sonst verwässert wird: Jeder soll wissen wo gelesen werden kann. Sehr wichtig bei derartigen Einrichtungen ist, dass die Bilanzen tagaktuell veröffentlicht werden, so dass der eigene finanzielle Beitrag gesehen und auch deutlich wird wo das Brot gekauft wird.

25.12.: Der Link zu Janusz Korczak wurde geändert. Der kurze Film "Die Steine weinten" ist Stoff der Hoffnung, von dem auch die Vision vom Ende der Revolutionen lebt. Dafür wurde auch am 26.12. der Text http://endederrevolutionen.de/docs/legende ergänzt. Zwei Vorträge bringen Janusz Korczak uns näher; ein Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Zimmer über das Leben und ein Vortrag von Dr. Michael Kirchner über die Pädagogik von Janusz Korczak.

27.12.: Auf entsprechende Nachfragen wurde heute der Text zur Bodennutzung und Fragmente geschrieben.

29.12.: Biografisches

Posted by Michael Schwegler at 7:20
Edited on: Mittwoch, 01 Juli, 2020 19:39
Categories: Aktuelles

Extinction Rebell*innen

ihr seid aufgebrochen und mehr und mehr sind zu euch gestoßen, gemeinsam habt ihr Ortsgruppen gebildet; weltweit. Nicht aus freien Stücken, die Sorge treibt viele und viele haben einen triftigen, den selben Grund.

Nur noch Menschen, die empirisch erfasste Befunde über den Klimawandel so gar nicht deuten können, wollen ein "alles weiter so" und das auch nur wenn der Grund für sie günstig ausfällt. Die meisten Menschen machen sich darüber keine Gedanken; zwischen der Flut von Informationen tritt nur die Werbung ordentlich optimiert hervor, das Menschliche muss zurücktreten. Diejenigen, denen wir die Lebensmittel besorgen müssen kennen ohnehin nur ihren Weg und diese haben ihren Katechismus schon vor langer Zeit gegen das Bürgerliche Gesetzbuch eingetauscht. Sie fühlen sich wohl in einem Leben, das sie gerne als eine Form des "american way of life" betiteln obwohl sie in aller Regel dieses Leben gar nicht kennen. Sie genießen es im Kino und anderswo, keinesfalls aber zu Hause, denn das haben sie schon lange nicht mehr. Ihr Leben nützt, taugt aber nicht; vor allem nicht für ein harmonisches Leben mit Anderen gemeinsam auf diesem Planeten.

Die aber, die empirische Befunde zu Deuten verstehen, wissen, dass es eigentlich zu spät ist. Aber sie wollen nicht mehr länger nur diskutieren und zuschauen. Ihr bequemes Leben ist unbequem geworden und viele wissen gar nicht was sich eigentlich genau verändert hat. Vieles hat sich verändert. Aber wer ist schon dermaßen privilegiert Veränderungen wahrzunehmen und kann sie sogar studieren?

Aber auch ohne dieses Privileg nehmen sie inzwischen Veränderungen war. Sie verstehen weshalb Menschen alles riskieren um weg zu kommen aus Landschaften, die zunehmend verarmen, die kaum mehr bewohnbar sind. Verarmen an Allem: angefangen von sauberem Wasser, Bodenflächen, für die man noch nicht bezahlen muss, an Rechten, die nur andere haben. Irgendwann ist das Maß voll, da packte man das Wenige was noch blieb, besorgt sich das letzte Geld und bezahlt alles, notdürftig. Sie suchen und wollen doch nur das Letzte zurück, das nicht bezahlbar ist aber längst bezahlt werden muss: Würde. Doch dafür fehlt ihnen das Geld.

Auf der anderen Seite des Himmels wollt ihr handeln. Nicht Selbstsucht treibt euch. Aber es ist auch nicht klar was neben der fundamentalen Sorge um den Klimawandel euch treibt weil das Ziel nicht klar ist. Ihr sagt, dass das "selber essen macht satt" keinen Grund darstellt und ihr aus der Komfortzone heraustreten wollt, das toxische System gar in Frage stellt. Ihr beziffert jede eurer Visionen ausgerechnet von 1 bis 10, die aber deshalb doch noch keine Visionen sind und auch keinesfalls Gebote. Es sind Vorsätze, die kaum taugen, dass das Selbstverständliche, das jedem einfachen Menschen seit Urzeiten eigen ist, wieder hergestellt wird: Visionen auf Veränderungen, einer Kultur der Regeneration, der Reflexionen und des Lernens. Vor allem Letzteres wird längst staatlich verordnet, das sind Illusionen. Und das Gastrecht, das auch schon früher alle willkommen hieß und selbst dann galt, wenn die Krüge und der Brotkorb nur wenig gefüllt waren; es ist nichts Neues. Das haben die Katholiken, die dem Evangelisten Matthäus folgten auf dem Land schon immer gelebt. Das wurde nur vergessen, musste vergessen werden, damit der Markt der Konkurrenz, der sich inzwischen entwickelt hatte für die Bürger allerorts besorgt werden konnte. Dieser Markt entstand früh und kann genau datiert werden mit den Tagen, in denen die Allmenden den Bauern genommen wurden und sie gegen die Herren zum ersten Mal deshalb in einen hoffnungslosen Krieg zogen. Dort mussten sie sogar noch den Fluch des Augustinermönchs Martin Luther ertragen, wenn sie ihn noch hören mussten bevor sie die Lanze traf.

Ihr seid dabei die Fesseln der bürgerlichen protestantischen Tugenden abzulegen. Das Gehen ohne Fesseln aber muss erst wieder gelernt werden nachdem ihr die religiösen Fesseln auch abgeworfen habt. Das habt ihr auch bedacht: Es ist eure wirkliche Vision und derzeit die Einzige, die in die Zukunft zeigt. Ihretwegen bin ich bei euch: Ziffer 9, die Idee eines gewaltfreien Netzwerkes. Gerade der weitere Ausbau eures Netzwerkes wäre etwas wirklich tragfähiges, das den Gesellschaften, die sich über den Staat organisieren, als Vorbild entgegengestellt werden kann; das uns organisiert und geeignet sein könnte, den bürgerlichen Staat wieder aus den Köpfen zu treiben. (-> 2. Nachtrag). Ein wahrhaft menschliches Netzwerk, in dem weltweit sich die Menschen gegenseitig zuhören und ihre materiellen Grundlagen miteinander teilen. Es ist aber falsch wie ihr diese Vision kommuniziert. Wer weiß wie die Polizei seit vielen Jahrzehnten kaserniert ausgebildet wird kann euer anbiederndes Geschwätz kaum ertragen. Natürlich sind Polizist*innen Menschen wie du und ich, aber sie stehen unter einem Befehl. Wie immer werden sie knüppeln, gar totschlagen, wenn der Befehl gegeben wird. Karl-Heinz Kurras muss euch im Gedächnis bleiben auch wenn ihr damals noch gar nicht geboren ward. Er steht stellvertretend für jeden bestellten Mörder aus dem Umfeld der Polizei. Oury Jalloh lebte bereits unter euch; wie Benno Ohnesorg war er Mensch. Genauso wenig wie all jene vergessen werden dürfen die ihren Dienst bei der Polizei quittieren weil sie nachgedacht haben. Es geht im Kern doch auch nicht wirklich darum: Weshalb kommuniziert ihr diese Heucheleien? Wieder komme ich zurück auf den Evangelisten Matthäus. Es geht um die Wange, die auch mit der Linken geboten wird wenn der Andere zuschlagen muss. Das heißt aber nicht, dass der Andere frei gesprochen werden darf, ihm zuvor gar Blumen überreicht werden müssen. Er gehört nicht zu euch! Das Leben auf diesem Planeten ist nicht das Paradies.

Der krasse Gegensatz muss stets bewusst, muss kalkuliert werden; gewaltlos. Und so komme ich zur eigentlichen Sache: Die Wolken, die aufgezogen sind und eure Schatten aufgelöst haben.

Es muss klar sein, dass dieser Roger Hallam zunächst die Schatten und jetzt die Medien bedient hat. Die Medien wussten natürlich, dass viele Menschen mit diesem Virus des Selbstischen, der persönlichen Eitelkeit infiziert sind. Dieser Virus ist der Träger des bürgerlichen Lebensgefühls. Hier aber sind die Medien das Problem. Obwohl alle wussten, dass eines Tagen zumindest einer der Protagonisten von XR diesem Virus erliegen wird, schlugen sie zu ohne seine Krankheit zur Kenntnis zu nehmen. Sie beschützen ihn nicht wie sie euch nicht beschützen werden wenn die Sache ernst wird. Sie instrumentalisierten ihn, stellten ihn aus. Gut, dieser Herr Hallam ist ein menschenverachtender Mensch, einer der noch geistig bei den Gestrigen verblieben ist, von denen Hannah Arendt schon berichtet hat, als sie von der Banalität des Bösen sprach: Ein Mensch, der einen Satz vom "Rohr, durch das Gas in die Gaskammer fließt" in Kenntnis der Grauen von Auschwitz formuliert ist schwer krank und hätte beschützt werden müssen; ihn darf man keinesfalls auf eine öffentliche Bühne zerren, sonst macht man sich selber schuldig. Viel mehr schuldig als dieser armselige verlassene Mensch sich schuldig gemacht hat. Mit seinem menschenverachtenden Hilferuf, mit dem er die Mörder und Stiefellecker der früheren faschistischen Herren noch einmal anruft, obwohl diese längst tot sind, stimuliert er die Phantasien der Medien auf ein außerordentliches Geschäft. XR-Rebell*innen schweigt dazu, da ist nichts zu sagen.

Nutzt stattdessen diese aufziehenden Wolken, die alle Schatten vertreiben und der Verlust eurer Schatten diesmal nicht euch sondern diesen finsteren Wolken geschuldet ist zur Formulierung eines klaren Ziels wohin ihr wollt. Aber es genügt nicht nur etwas zu wollen: Vom bloßen Wollen ist noch keiner satt geworden sagte Ernst Bloch an solchen Stellen. Sein Prinzip Hoffnung ist doch das Einzige was uns noch trägt und deshalb sollten wir auf ihn hören. Es müssen jetzt die Wege gegangen und das Ziel benannt werden. Sonst kommt das Netzwerk XR ans Ende noch bevor die Richtung bestimmt worden ist.

Ihr sagt ihr verlasst die Komfortzone, wollt handeln nicht zuerst für euer Wohl sondern für das Wohl aller. Zum Schwur ist es noch nicht gekommen: Noch haltet ihr fest was ihr habt. Das ist verständlich, denn es ist schwer zu verzichten Erst recht wenn man nicht genau weiß wozu. Ihr seid auch nicht Glaubensschwestern und Glaubensbrüder; die Natur liegt euch am Herzen, ihre Bedrohung durch den ungebrochenen Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre. Ihr wollt nicht warten und falsifizieren kann eh keiner die empirischen Befunde, die euch treiben. Bedenkt aber: manch einer verzichtet nur weil er nichts hat. Das ehrt ihn nützt aber nichts: Es geht nicht um Neutralität. Wir müssen abgeben von dem was wir haben. Und jetzt wo die Schatten weg sind müsst ihr sagen wohin ihr wollt; besser was ihr wollt. Abgeben allein nützt ja nichts wenn die Anderen den Verbrennungskapitalismus weiter nicht nur betreiben sondern weiter ordentlich anheizen! Sie werden euch belächeln weil ihr als nützliche Idioten euch zu Helfern der Sozialsysteme dekratiert und helft dieses System der täglicher Ausbeutung und Niedertracht zu stabilisieren. Die Vermögenden werde euch danken und vielleicht sogar noch etwas zu euren Abgaben beisteuern; die lassen sich nicht lumpen.

Das alles ist aber kein Systemwandel, von dem die 15-jährige Greta Thunberg so klar gesprochen hat. "Ihr habt uns bisher nicht geholfen, ihr werdet uns auch künftig nicht helfen", und weil das so ist und ihr innerhalb des Systems nicht ändern könnt dann müsse eben das System geändert werden. Trotzdem betrat sie die politische Bühne. Sie ist jung. Ihr dürfen wir das nachsehen.

Euch ging eine Bewegung voraus, die sogenannte 68iger. Die Erkenntnis, dass damals ein Einzelner den Marsch durch die politischen Institutionen empfohlen hat und damit eine kleine aber immerhin überhaupt eine erste Chance nach dem verheerenden Krieg trotz vieler Warnungen so leichtfertig verspielt hat sollte eigentlich Warnung für euch genug sein: Macht nicht denselben Fehler. Meidet die politische Bühne. Diskutiert die Ursachen des Klimawandels und handelt.

Nachtrag: Zumindest für die XR-Ortsgruppe Hamburg-Harburg darf ich Auskunft geben: Sie handelt. Glaubte ich. Sie unterstützt nicht mehr ohne Wenn und Aber die Erklärung aus Freiburg. Denn es wurde doch noch eine Stimme laut, die verlangt, dass diese Erklärung nicht unterstützt wird. Das Ziel, die Rettung des Planeten, muss auf die Befindlichkeiten einzelner Rebell*innen natürlich achten und erst einmal hinten anstehen. Immerhin kommt dann die Revolution, von der Roger Hallan träumt, auch nicht voran. Der Klimawandel auf unserem Planeten kümmert sich aber nicht um derartige Kinderreien, er wird von Hardlinern erzeugt, mit denen ist in Sachen Klimawandel nicht zu spaßen.

2. Nachtrag: Die Zeit ist fortgeschritten, viel zu schnell und es muss gehofft werden, dass der Klimawandel nicht ebenso schnell nachzieht. Diesen Punkt 3 der ExtinctionRebellen, ich gestehe, ich habe ihn übersehen. Ich habe in den Prinzipien gelesen; die Forderungen habe ich außer Acht gelassen. Die erste Forderung: Sag die Wahrheit, hatte ich noch gelesen, daran erinnere ich mich. Sie reichte mir um ein Vorurteil zu bilden: Kinder sind´s. Aber ich lerne gerne von und mit Kindern, freue mich, wenn die Freude der Kinder bis ins Alter lebendig bleibt. Deshalb war das nicht wichtig und schon gar nicht verdächtig. Jetzt aber, ins Gerede gekommen und öffentlich verhandelt, las ich weiter und muss mich korrigieren, gar entschuldigen. "Den bürgerlichen Staat aus den Köpfen zu treiben", gleichzeitig aber jenseits von Wahlen und aktiver Bürgerbeteiligungen Experten exekutive Macht zu verleihen das hatten wir schon: In autoritären korporativen Systemen. Aus Alfredo Roccos "Camera dei Fasci e delle Corporazioni" wird eine "Camera dei Fasci delle esperti". Es ist vielleicht lange her, aber ich behandle es dogmatisch: Nie wieder Faschismus, dann lieber den natürlichen Tod durch Klimaveränderung.

3. Nachtrag: Euer Sprecher vertrat euch in einer Talkshow. Diese unterhalten heute die Anderen, die nicht wie ihr seid. Sie müssen deshalb ernst genommen werden, er hätte sich vorbereiten sollen. Er wusste was sein Gegenüber sagen wird, der hat nie etwas anderes gesagt. Euer Sprecher hat die Chance verpasst, ihr habt die Chance verpasst. Er hätte die Anderen ins Boot holen können, zumindest sein Gegenüber. Euer Sprecher war freundlich, er vertrat die harte Linie; bestimmt, aber mit einem falschen Gedanken. Denn sein Gegenüber hat recht: die Verursacher des Klimawandels agieren weltweit! Die Menschen dort sind oft noch unterentwickelt und wollen ein Leben führen wie wir. Es ist unfair ihnen das zu verdenken! Sein Gegenüber hat recht wenn er mahnt, dass der dort laufende Verbrennungskapitalismus ins Visier genommen werden muss. Natürlich dar dies nicht vom eigenen Verbrennen ablenken. Aber bedenkt, die Anderen wollen und wir besorgen das Geschäft. Das wird die Erde aufheizen. Er hätte ihn umarmen und ihm dankbar sein sollen für seinen wissenschaftlich fundierten und gesicherten Hinweise. Dass sein Gegenüber deshalb vor der eigenen Haustüre nicht kehren will darauf kommt es doch jetzt nicht an. Er kann ihm das auch nur unterstellen, aber sein Gegenüber folgte eurem Gebot: Sag die Wahrheit. Er hätte also diese entscheidende Phase der Diskussion nutzen können um deutlich zu machen, dass die erste Aufgabe von Extinction Rebellen der Aufbau eines weltumspannenden Netzwerkes ist, in dem sie den Staatenlenkern die Stirn und die Völker aufklären wollen. Das Material der Aufklärung liefern sie zusammen mit den reichen Menschen in ihrem Land; das verstehen sie unter sofortiger Entwicklungshilfe. Sie kämpfen aber auch dafür, dass sein Gegenüber unterstützt wird und die Technologien entwickelt werden, die eine radikale Abkehr von diesem gottlosen Verbrennungskapitalismus möglich machen. Klar, Gott könnte er weglassen, das klingt dann doch verdächtig, das versteht heute auch eh keiner mehr. Die Chance ist vertan.

Posted by Michael Schwegler at 7:15
Edited on: Mittwoch, 18 März, 2020 21:40
Categories: Aktuelles

Samstag, 30 November, 2019

Es wird nicht gelingen

mein Urteil ist bitter.

Natürlich sie sind jung, sie toben noch. Wie sie auf den Schulhöfen toben wo sie toben müssen weil sie so jung bereits eingesperrt sind; das Schulgesetz verlangt es. Sie suchen ihre Freund*innen, auch das versteht man. Hinzugekommen aber ist, dass viele ihre Smartphones vor sich hertragen, wie wenn diese die Richtung anzeigen könnten, in die gegangen werden muss. Aber da wollen sie nicht hin, die Entbehrungen scheinen dann doch zu gewaltig. Da versöhnt man sich dann doch lieber mit der Politik. So sprachen die runden roten Schilder mit der einzigen Forderung "Raus aus der Groko" das aus was auf solchen Demos in den Parlamenten noch gehört wird obwohl solche Schilder gar nicht sprechen können. Aber haben sie nicht zugehört? Hören sie zu, wie sie ihren Lehrer*innen heute zuhören? Es war in Krakowice, als ihr Idol Greta Thunberg den richtungsweisenden Satz aussprach: "Ihr habt uns bisher nicht geholfen, ihr werdet uns auch in Zukunft nicht helfen".

Dass sich die noch junge Greta Thunberg mit all ihren Unterstützern Partner in den verschiedenen Nationalstaaten sucht ist richtig und verständlich; die Klimaveränderung macht an Grenzen nicht halt. Dass sie sich ausgerechnet an eine Politikerin wendet, wird ihren hoffnungsvollen Aufbruch zu Ende führen; geschützt und behütet, aber das ist wichtig bei all den häßlichen Anfeindungen, denen sie ausgesetzt ist.

Aber die Politik kann auf dem privaten Grund und Boden hier nichts richten. Das hat der Wirtschaftsminister jetzt schon mehrfach in den Talkshows verkündet, aber auch ihm hört keiner zu. Vielleicht auch deshalb, weil er nicht klar das Problem benennt und nur die Erscheinungsebene bedient, auf der alles so hoffnungslos bleibt. Dieser common sense Möchtegern und Mitbegründer von "Extension Rebellion" Roger Hattam denkt auch nicht anders, nur gefährlicher: Er träumt von Bürgerversammlungen, wie wenn der kantische Pöbel nur anders aufgestellt werden müsste und eine Politik der radikalen Veränderungen, eine Politik der Aufhebung der Produktionsweise auf privatem Boden, durchsetzen könnte. Aber das will er auch gar nicht: Er ruft wieder nach der Fasces, die es richten soll. Gefährliche Träume, die Erinnerungen an die von den Sozialdemokraten aufgestellten Freicorps wachrufen wenn man die Geschichte um die Entstehung des Faschismus nicht weiß, deren sich dann ihre politischen Gegner bedienten: Dialektik findet auf der Formseite statt.

Nein, meine Brüder und Schwestern, ohne die Befreiung des Bodens aus dem Sachenrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches geht es nicht. Es ist so merkwürdig: Dieser Weg wäre so einfach und klar, ohne Haken und Ösen; ohne Pathos und revolutionärem Geschrei. Nur das egoistische Haben-wollen müsste in Teilen abgegeben werden an die Anderen da draußen, an die Brüder und Schwestern, die zunehmend zu uns kommen damit sie bleiben können; an die Völker. Aber das erinnert dann doch zu sehr an Nietzsche, an den Matthäus und Lukas, und deshalb ende ich hier; ich will nicht ablenken.

Am 03.01.2020 trafen sie sich wieder. Auf dem Campus der TU-Harburg wollten sie sich treffen. Pünktlich betrat ich den Campus. Da war aber keiner, deshalb lief ich über den Campus. Auf dem Campus an der Hamburger Sparkasse vorbei, die früher dort nicht war. Auch der Campus hatte sich insgesamt verändert; dort wird jetzt für allerlei unützes Zeug geworben wie überall. Gähnende Leere um diese Zeit, ich muss mich geirrt haben. Bevor ich umdrehte hörte ich doch noch Stimmen. Sie kamen von außerhalb des Campus von der Schwarzenbergstraße her. Dort hatten sie sich versammelt, Schülerinnen und Schüler, und vielleicht fünf, sechs Erwachsene. Auch ich suchte, als ich auf der Straße ankam, wie die Schüler*innen die Meinen, die aber nicht gesagt haben, dass sie kommen werden. Eine Schülerin drückte mir ein buntes Schild in die Hand: "Hambi bleibt". Dort war ich vor einem halben Jahr, also trug ich das Schild. Hambi soll bleiben. Ich solle es am Schluss der Demo wieder abgeben. Wo? sagte sie nicht. Es waren wenige, sehr wenige, deshalb wollte ich nicht zählen. Die Stimmung war gedrübt wie das Wetter. Eine große grüne Fahne mit der Aufschrift "Friday for Future Magdeburg" verkündete, dass auch Schüler*innen aus Magdeburg dem kleinen Kreis angehörten. Rhythmisch vorgetragen Spruchsalden einiger Schüler über Deutschland, die so gar nichts mit der FFF-Bewegung zu tun hatten, setze die kleine Gruppe in Bewegung. Auf dem Weg rief ein Vorbeter eine Strophe vor und ebenfalls im strengen Rhythmus sprachen ein paar der Mitlaufenden alles nach. Natürlich erinnerte mich das an das "ho-ho-Ho-Chi-Minh" früherer Zeiten, die Stophen hatten jetzt aber parteipolitische Inhalte, da hat sich was geändert. Der Weg war kurz. Grob wurde ich aus dem Nachdenken gerissen als dieser Lautsprecherwagen plötzlich von der Seite kommend sich an die Spitze des kleinen Zuges setzte. Laute Musik und drei Schülerinnen tanzten auf einer kleinen Plattform, die sie wie einen Wehrturm auf dem Wagen errichtet haben. Hätten sie Bombons geworfen, es wäre wie auf einer Love-Parade gewesen obwohl ich das nicht wissen kann; ich war noch nie auf einer Love-Parade. Jetzt wusste ich wenigstens wohin ich mein buntes Schild abgeben konnte. Hambi bleibt. Ich hielt es noch einigen Schülern vor ihr Smartphone, damit sie eine Erinnerung an ihren kleinen Demonstrationszug haben, und dann gab ich das buntbemahlte Schild, das Extinction Rebellen gemalt haben, ab. Der Zug war stehen geblieben und nach einem kurzen abschließenden Vortrag eines Spreches aus Chemnitz erschallte wieder viel zu laut diese Musik. Und trotz der lauten modernen Musik tanzten jetzt kein Scüuler*innen mehr.

Zum Gelingen beitragen; (Fortsetzung zum Text: "Es wird nicht gelingen" vom 30.11.)

denn das destruktive Denken ist einfach, die Sache liegt vor und ist längst geronnen. Das konstruktive Denken indes ist schwer: die Sache verbirgt sich und überall lauern Gefahren; da gerinnt nichts und das Denken darüber verbietet jeden Zusatz, der das Gerinnen auch hier beschleunigen könnte.

Ihr wollt das System ändern. Das System, das euch inzwischen nicht mehr gefällt, seit sie gesagt hat, dass das System der Grund ist, weshalb das Klima sich ändert. Das hat sie als 15jährige im polnischen Katovice gesagt. Das haben aber vor ihr schon Viele gesagt. Ihnen habt ihr nicht zugehört. Warum?

Jetzt endlich scheinen alle das System ändern zu wollen, Andere aber nicht. Das ist das aktuelle Problem.

Wer sind wir? Wer sind die Anderen? Warum sind wir nicht Alle? Der Klimawandel geht doch alle an? Solange das nicht klar ist werden die Anderen ihre Politik weiter diskutieren und die Gesetze erlassen.

Wie aber können wir mit den Anderen zusammenkommen wenn die Zeit angesichts des Klimawandels drängt? Wir müssen mit den Anderen zusammenkommen, denn diese gestalten die Politik und sorgen für die Gesetze. Wir leben nun mal in diesem repräsentativen politischem System und das war und ist auch gut so.

Jetzt aber, nachdem der Klimawandel auch bei den ihrigen, den Politiker*innen zur Kenntnis genommen wird und sie sogar einen Klimanotstand ausgerufen haben, müssen wir unsere Gegensätze überwinden. Wir vernehmen doch, dass alles über eine Symbolpolitik nicht hinausgeht und auch nicht hinausgehen kann. Dafür sorgt das Recht, ihr Recht, das wir deshalb gemeinsam mit ihnen, den Anderen, ändern müssen.

Wir alle wissen, dass wir eine Minderheit sind und immer waren. Über die Gründe wurde bisher viel geschrieben und eine Diskussion darüber steht jetzt nicht an. Bei Wahlen der Repräsentanten des Systems steht keiner von uns zur Wahl; keiner, der das System ändern will. Deshalb können wir noch so oft eine Systemänderung fordern, da ändert sich deshalb nichts. Die Anderen haben eh gesagt, dass sie das System nicht ändern wollen und das sagen auch alle Repräsentanten. Das müssen sie auch, das steht im Grundgesetz. Also hören wir auf daran rumzumäkeln. So retten wir das Klima nicht.

Aber das Klima ändert sich, das ist sicher. Es ist schrecklich wenn ausgerechnet nur dieses sicher ist: Einerseits - Andererseits. Die bleiben deshalb immer in der Mitte stehen. Die Mitte haben sie ausgemacht und die verteidigen sie. Wegen den Anderen sind keine Änderungen zu erwarten; es wird nicht gelingen.

Die Anderen haben recht; sie verlassen sich auf das Recht, das ihnen zu Diensten ist, das sogar geeignet ist, die Polizei zu rufen, wenn wir das anders wollen; am Ende auch die Panzer. Das geht also nicht. Hört auf, die Andern haben das Recht, das hätte jeder von uns wissen können und jeder vernünftige Mensch weiß das. Auch ihr wisst das. Trotz dieses Wissens amüsiert ihr die Anderen mit euren Kämpfen mit den ewig Gestrigen, den Enttäuschten, den Vielen, die überzeugt sind, dass sie allein wissen wo´s lang geht; wenn sie nur ihre Leute an den Schalthebeln der Macht hätten. Macht es wie ein Torero wenn ihr einem von ihnen begegnet: Nehmt ein rotes Tuch, fürchtet euch nicht und… den Rest kennt ihr: Lasst ihn Leerlaufen bis er erschöpft ist.

Da stehen wir nun, manche tragen noch Plaketten an ihren Hemden und Pullovern, die sie sogar wieder an die Kleidung ihrer Kinder heften, die doch noch gar nichts darüber wissen, gar nicht wissen können. Formt nicht ihre Münder. Andere halten sich immer noch an ihren Fahnen fest, die irgendwelchen Vereinen gehören, denn diese Organisationsform haben die Anderen uns zugewiesen als sie das Recht formulierten. Da wird nichts, die haben eine Satzung. Wir könnten uns anders organisieren! Aber daran haben die Anderen gedacht und alle Schlupflöcher längst ausgemacht und verschlossen; so etwas ginge nur außerhalb ihres Rechtesystems und das sei verboten.

Damit sind wir aber wenigstens beim Kern der Sache. Die einzige Lösung im Rahmen und vor allem in der Achtung des Gesetzes bietet sich an: Wir müssen dafür sorgen, dass das Gesetz geändert wird. Eigentlich ist so etwas recht einfach wenn wir uns darüber alle einmal einig wären, dass wir es wollen, dass es notwendig ist. Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat so etwas gegolten. Immer wussten nur die Anderen wo es lang geht. Und sollten wir einmal anders als die Herrschenden weiter geblickt haben wurden wir ausgeschaltet. Aber diese Zeiten liegen hinter uns. Könnte man meinen; schaut genau hin und schaut auch auf die Einzelnen, die weiter geblickt haben.

Ab jetzt wäre es nicht mehr so wichtig ob die Anderen davon nichts halten, denn wenn wir auf einem gemeinsamen Weg fortschreiten werden wir irgendwann erfahren wer wir und wer die Anderen sind: Prozentual und in Zahlen absolut. Dann erst wäre die Voraussetzung, aktiv und konzentriert gegen die Ursachen des Klimawandels vorzugehen, geschafft und nicht nur politisch für Lösungen zu werben.

Bliebe nur: Welches Gesetz?

Eine vernünftige Antwort außerhalb von denen, die bis heute vorliegen oder über die, welche aktuell weltweit diskutiert werden machen Sinn, sind aber nicht in erster Linie der menschlichen Vernunft sondern wie bisher den Interessen einzelner geschuldet. Darüber hinaus vergessen diese sinnvollen Lösungen immer wieder dasselbe: Die Anderen haben ihren Rechtsstaat perfekt inzwischen verwirklicht, da kann nichts Sinnvolles geänderd werden, wenn die Frage nach dem Recht auf Eigentum an Boden im Raum steht. Das wissen sie sogar selber.

Die Vernunft könnte es. Nicht die bürgerliche und diesmal kann sogar Immanuel Kant, eine Autorität in Sachen bürgerlicher Vernunft, zu uns gezählt werden, worauf wir etwas stolz sein dürfen. Die Anderen wissen das noch nicht. Zu lange haben sie sich mit ihm nicht mehr beschäftigt und haben darauf vertraut, dass die Schergen des Naziregimes sich doch auf ihn berufen konnten und ihn damit als okkupiert für ihre Sache betrachten. Das dieses eine banale Nummer war hätten sie bei Hannah Arendt nachlesen können; aber bei Jüdinnen lesen fällt Manchem unter den Anderen immer noch schwer.

Mit zwei einfachen vernünftigen Fragen ergibt sich die fast zwangsläufig die Antwort auf die Frage welches Gesetz geändert werden muss.

1. Wem gehört die Erde? Wem gehört dieser Planet und alle anderen Planeten, die wir kennen? So vernünftig die Frage ist so einfach ist die Antwort. Niemand braucht sie auszusprechen, nur Idioten wissen es nicht und die brauchen es auch nicht zu wissen; deshalb sind es doch Idioten.

2. Weshalb gibt es dann das Recht einzelner auf Privateigentum an Grund und Boden dieser Erde? Ab jetzt sprechen alle wieder in verschiedenen Sprachen. Hier ist kein Fortkommen mehr, hier nützt kein Appell: Die egoistischen Interessen werden sich in ihren Antworten nicht versöhnen. Der Krieg um den Boden durchzieht die Geschichte der Menschheit. Deshalb sagen die Anderen völlig zurecht: „Was soll diese zweite Frage. Es ist gut so. Die Menschen haben diese Frage bisher nicht beantworten können, weshalb sollten wir diese Fragen jetzt im Konsens miteinander beantworten können?“

Immerhin zeugt diese verständliche Frage der Anderen davon, dass auch sie, genau wie wir, vernünftig denken, dass sie menschlich denken, dass wir es deshalb gemeinsam schaffen könnten. Wir sind beim Schlüssel des Problems:

„Anderer, du hast gesagt, es sei alles gut so.“ Das erinnert an die Schöpfungsgeschichte der Christen und der Juden. Da ist geschrieben, dass er euch alle Pflanzen, Bäume, Tiere auf Erden und alle Vögel unter dem Himmel und alles Gewürm, das auf Erden lebt, gegeben hat. Und es geschah so und es war gut. Jetzt, wo wir alle bedroht sind, sollten wir miteinander sprechen und uns zuhören. Wir alle sind uns wohl mit euch anderen einig, dass er recht hatte und es so gut war; wir leben gemeinsam auf dieser Erde. Können wir uns gemeinsam wenigstens in diesem Punkt einig werden?

Falls hier Einigkeit herrscht und die kleinen Besonderheiten individueller Befindlichkeiten wenigsten jetzt einmal außer Acht gelassen werden, klärt alles weitere die gemeinsame Vernunft, die wir zum ersten Mal jetzt als menschliche Vernunft behaupten dürfen: Wir müssen gemeinsam die Schöpfung bewahren; und das hat mit ihm, mit Gott, gar nichts zu tun. Es ist eine Sache der Menschen.

Gemeinsam beenden wir den seit Jahrtausenden währenden Streit um den Boden, denn der ist zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wegen des Klimawandels in Gefahr. Es besteht die Gefahr, dass der Boden nicht mehr für uns und für die Geschöpfe der Natur wie bisher nutzbar ist. Die Ernten werden ausbleiben und die wenigen Flecken, in denen noch geerntet wird, werden privat sein und die Produkte werden teuer und nur die Wenigen nähren, bei denen all das wertlose Geld gebucht ist. Das haben sogar die Politiker inzwischen erkannt, die den Klimanotstand ausriefen. Gut, sie haben nicht alles erkannt aber sie wollen erkennen. Trotz der Wenigen, die noch immer über einen Machtapparat verfügen und massenhaft jetzt mit Nebelkerzen werfen; diesmal haben sie sich abgrenzen können und ihn ausgerufen. Zwar brüllen die Wenigen jetzt erst recht und das Recht wird sie auch weiter bedienen; sie dürfen das und das ist auch gut so. Wir dürfen uns nie wieder fürchten. Die größte Gefahr besteht kurzfristig dadurch, dass sie trotz des Klimawandels jetzt einen noch größeren Krieg vorbereiten, dass wir wieder lernen sollen und zu fürchten. Dass uns nichts bleibt außer unseren Tränen.

Vieles was jetzt getan werden müsste, was auch Politiker oft am Liebsten täten, scheitert schlicht am Recht auf Privateigentum an Boden. Auf diesem privaten Boden muss der Staat draußen bleiben, selbst dann, wenn er selbst der Eigentümer des Boden ist und warten, bis es ein Gesetz gibt, das ihm das Recht gibt in das private Haus und in den privaten Grund einzutreten. Das ist gut so und darf auf keinen Fall geändert werden! Dies müssen wir als einen großen Meilenstein in der Geschichte der Emanzipation der einzelnen Menschen verteidigen. Wir müssen immer alle daran erinnern, dass es Zeiten gab, in denen ein Klopfen an der Tür für manche Menschen den Tod bedeutete, wenn die Schergen eintraten ohne auf eine Antwort zu warten wenn sie in das Haus der Juden, Kommunisten, der Sozialdemokraten und anderer missliebigen Menschen betraten. Sie kümmerten sich nicht um Gesetze als sie die menschen abholten. Unsere Rechte gegenüber dem Staat müssen wir verteidigen. Darin sind wir uns mit den Anderen einig und nur die Wenigen haben was dagegen. Gemeinsam mit den Anderen werden wir sie ausgrenzen: Gemeinsam, wir und die Anderen, wollen diese Menschen nicht mehr unter uns wissen. Gemeinsam verteidigen wir diese Demokratie. Auch wir, obwohl wir nicht vergessen, dass es eine bürgerliche Demokratie ist: die Andere und ich.

Derart näher gekommen können wir gemeinsam besprechen, was eigentlich zu tun wäre. Jetzt werden uns sogar die Anderen sagen, dass Vieles nicht getan werden kann; der Schutz des Privateigentums an Boden verhindere Vernünftiges. Es würde ewig dauern auf dem Rechtsweg. Der private wie der öffentliche Eigentümer verfüge über eine mächtige Jurisprudenz, über Kanzleien, die millionenschwer zu Buche stehen. Da sei kein Durchkommen.

Jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, an dem ein Vorschlag zu einer Gesetzesänderung auch zu den Anderen durchdringen könnte. Der Weg, wirksam dem drohenden Klimawandel zu begegnen könnte vertrauensvoll miteinander diskutiert werden. Mit der Herausnahme des Grund und Bodens aus dem Sachenrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches, mit dem der Boden erst vor gut 200 Jahren privatisiert wurde, könnte diesmal aller Boden wie zu Urzeiten, im Naturzustand, als herrenlos proklamiert werden. Das Recht versagt dem angeeigneten Boden künftig den Schutz des Staates. Aber diesmal würde es keine Revolution sein, die diese Gesetzesänderung schafft. Es wäre der Stimmzettel ausgefüllt von den Anderen und uns. Kein Mensch, der danach nicht das Nutzungsrecht über den herrenlosen Boden hat, könnte privat eine Änderung der Nutzung des Bodens durchführen, wenn er dafür nicht die Zustimmung der Anderen hat. Der Boden iwäre wieder herrenlos, Sache der Natur und ein seit Jahrtausenden geführter Krieg endet.

Bevor die Anderen wieder aufgeschreckt sich von uns trennen müssen wir sie bitten, doch noch etwas zuzuhören: es sei alles anders als sie befürchten! Wir dürfen das gewonnene Vertrauen nicht mehr verlieren, wir müssen es ständig beweisen. Wir können über uns erzählen, das schafft Vertrauen.

Der Maulwurf lebt. Er musste sich verstecken und hat überlebt. Damals, mit der Bewegung der Katharer im 13. Jahrhundert konnte er noch mit all den anderen Geschöpfen der Natur mit den Menschen wandeln; aber jetzt ist er alt geworden. Zu oft musste er unter den Boden, auf dem sie ihr Reich errichteten. So hat er die Inquisition, Luthers Reformation, die Französische Revolution, die Erschießungen der Kommunarden von Paris und sogar das Grauen von Auschwitz überlebt. Aber bedenkt, auch er ist sterblich, wie alles Menschliche sterblich ist.

Drei Punkte sind wichtig:

1. Nichts ändert sich im ersten Moment für den Menschen. Jeder nutzt den Boden wir bisher. Versprochen und es werde Gesetz. Wie ein Pendel, das zur Ruhe gekommen ist, ist erst einmal alles in Ruhe; zumindest hierzulande. Das Pendel wird wieder angestoßen werden, aber wie wird sich zeigen. Die Verkehrsformen unter den Menschen werden sich ändern.

2. Am politischen System ändert sich nichts obwohl sich das System grundlegend geändert hat. Das muss nicht versprochen werden. Das ist so, das kann jeder sehen; nur das Gesetz hat sich geändert und nur ein Gesetz. Es ist einmalig in der Geschichte.

3. Jeder Mensch hat das Recht, das er nie zuvor in der Menschheitsgeschichte hatte: eine definierte Fläche des Bodens der Erde nutzt er fortan autonom.Weder der Staat noch ein Nachbar hat dort unerlaubten Zutritt. Dort lebt er selbstbestimmt mit nur einer Verpflichtung: Er muss die Schöpfung auf diesem ihm überlassenen Boden der Erde bewahren. Die Exekutive des Staates ist gesetzlich angewiesen, die Autonomie des Einzelnen dort zu schützen. Einmalig in der Geschichte der Menschheit, dass die Waffe des Staates durch das Menschenrecht des Einzelnen direkt gelenkt wird.

Erhalten wir die Schöpfung.

Nachtrag: Natürlich sind da diese anderen Staaten, das weiß ich. Aber ich sagte auch, dass wir uns nie wieder fürchten dürfen. Wir müssen die Ersten sein, die dem Balance of Power unsere Tränen entgegenhalten und die Balance aufkündigen, diesem Dogma abschwören und künftig wieder beim Matthäus und Lukas lesen.

Posted by Michael Schwegler at 8:19
Edited on: Samstag, 15 Februar, 2020 10:43
Categories: Aktuelles

Montag, 11 November, 2019

Extinction Rebellion und das Zentrum für Politische Schönheit

Nachdem ich mich inzwischen mehr um das Zentrum für Politische Schönheit gekümmert habe korrigiere ich mein spontanes Vorurteil. Das "und" im Beitragstitel verbietet sich weiterhin: Gegensätzlicher können die Positionen nicht sein. Extinction Rebellion sollte sich von diesen faschistoiden Tendenzen in der Gesellschaft nicht irritieren zu lassen. Das Geschäftsmodell des "Zentrums der Politischen Schönheit" ist das Politische, d.h., die Wahrnehmung des Menschen wird in eine dafür extra inzenierte entfremdete Umgebung transformiert. Der wirkliche Mensch interessiert nicht. Anders die Angst von Extinction Rebellion, die forcierte Zerstörung unseres Planeten Erde, sie taugt nicht als Geschäftsmodell. Und solange die XR-Rebell*innen sich nicht auf der politischen Bühne vernebeln lassen sondern stets und unbeirrt im Zentrum ihres Handelns die Warnung vor der drohenden Klimakathastrophe stellen, werden sie als Leuchtfeuer den Menschen Orientierungen geben können; nicht dogmatisch, nicht anleitend, sondern selbstbestimmt: Jeder wird seine eigenen Handlungen überdenken, sich in der Widersprüchlichkeit seiner Handlungen erkennen und seine durch Recht verordnete entfremdete Lebensweise oft erst entdecken können. Ihre Sprache mit- und untereinander ist solidarisch und rücksichtsvoll, sanft und ungehorsam. Man wird sie als Sekte verteufeln und diese Verteufelung erinnert an die Katharer. Aber das darf sie, das soll sie.

Die Sprache der Politiker des "Zentrums für Politische Schönheit" ist selbstredend: "Sturmgeschütze des Humanismus", "Sturz des Regimes", "tödliche Falle", "Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit", "politische Poesie", menschliche Großgesinntheit", "Feigheit", "Flüchtlingsabwehr", "wir bewaffnen die Wirklichkeit", "Widerstand (...) muss verstören", "Gesetze der Wirklichkeit", "moralisches Gewissen besetzt von öffentlichen Intellektuellen".... weiter wollte ich nicht lesen, musste ich nicht lesen. Sie ist wieder da, die Sprache der Faschisten; gespiegelt und unbemerkt. Danke, Rebell*innen von XR.

XR, wo aber ist das Problem ?  Bleiben wir dem Humanismus eines gewaltlosen Widerstands und dem Ungehorsam gegenüber Staatsaktivisten treu. Schweigen wir zu diesen gefährlichen Phrasen, die wieder öffentlich verkündet werden und offensichtlich wieder dem Stimmenfang dienen. Schweigen! Das ist doch einfach, schweigen; jedes Wort, jede Kommunikation mit diesen postmodernen faschistoiden Menschen würde Extinction Rebelloin in Verdacht bringen.

Sprechen wir unbeirrt eine Sprache der Gewaltlosigleit und kommunizieren wir unsere gemeinsamen Sorgen, unsere Erkenntnisse über die fortschreitende Zerstörung der Natur mit den Menschen. Werben wir für eine echte Postwachstumsgesellschaft und kümmern wir uns nicht darum, dass die "Politische Schönheit" mit Sex and Crime und der Verwendung des selben Postulats, dass wir abgeben und eine Postwachstumsgesellschaft aktiv fördern müssen und nicht die Menschen blenden wollen. Ein sich anbietendes Bild vom "Rattenfänger von Hameln" für die "Politische Schönheit" hätte ich gerne verwendet; es verbietet sich aber weil die Menschen einfach keine Ratten sind; Menschen lieben die Töne einer Flöte. Sie verstehen wenn wahrhaft gesprochen wird und wenn gemeinsam musiziert wird. Sie werden mit uns gemeinsame Wege gehen wenn wir sie mit unseren Überzeugungen einladen. Sie dürfen nie als Ratten bezeichnet werden, auch nicht in einem Kunstprojekt. Ratten sind Geschöpfe der Natur.

Ein Nachtrag Stunden später, nachdem der Ritterschlag durch die Redakteure der Zeitung DIE WELT zur Kenntnis genommen wurde, sollte durchaus auch hier veröffentlicht werden: "Die Aktionen des Zentrums für Politische Schönheit schlagen ein wie Bomben. Man kann zumindest für Deutschland sagen, dass es lange keine politische Kunst mehr gegeben hat, der es gelungen ist einen solchen maximalen Effekt zu generieren."

Damit kein Missverständnis entsteht: Die Themen, die diese Akteure mit künstlerischem Anspruch behandeln und ausgewählt haben, unterscheiden uns nicht. Im Gegenteil. Was uns unterscheidet ist die Sprache, ist die Dramaturgie ihrer Themen und manche Lösungshinweise. Ihr Web-Auftritt gleicht dem Auftritt eines Warenhauses im Internet; perfekt, bildgewaltig und modern. Sie wissen wo´s lang geht, was wir wahrnehmen sollten. Ich weiß es nicht. Mit der Bezeichnung "faschistoid" will ich aufklären. Mein Faschismusbegriff unterscheidet sich völlig von ihrem oder von einem, wie ihn beispielsweise der wissenschaftlich gebildete Faschismusexperte Ernst Nolte verwendet hat; weniger an seiner These eines "kausalen Nexus", vielmehr von seinem Motiv, den Faschismus als epochiales Geschehen wieder aus der Welt schaffen zu wollen. Aber die Faschisten sind im Jahr 1945 nicht erschrocken und haben sich aus der Welt gestohlen. Nein, die Faschisten haben nur ihre Hemden gewechselt, die sie sich noch in den letzten Jahren vor 1945 in Frankreich, Österreich, in Spanien und vielen anderen Orten stolz angezogen haben. Ihr gemeinsamer Gruß, mit dem sie Weltgeschichte schrieben, wird hierzulande staatlich geregelt, in Italien längst wieder gezeigt. Italien, das Mutterland des Faschismus, das dieser Bewegung auch den Namen gab macht hier eine Ausnahme. Nachdem die alten und neuen Faschisten dort nicht mehr Gefahr laufen wie ihr "Duce del Fascismo" von Killern hinterrücks niedergeschossen zu werden pflegten sie sofort wieder ihre Uniformen und huldigtem öffentlich ihrem Duce und das überhaupt nicht postmodern wie hierzulande. (siehe auch: Neuer Faschismus, Neue Demokratie) . Hier haben sie in den ersten Jahrzehnten nach dem sogenannten Zusammenbruch wieder gut bürgerlich ihre Hemden samt Kravatte aus dem Schrank geholt, waren zurückgelaufen dorthin wo sie herkamen: in die bürgerliche Gesellschaft. Sie wirkten mit an der Restaurierung ihres ramponierten Staates. Dem gehörten sie bereits früher in unterschiedlichen politischen Lagern an, die sich in den Parlamenten ordentlich getrennt nach Links, Mitte und Rechts gruppierten, nahmen ihre alten Plätze wieder ein und stritten auch sofort wieder wie früher als sie die Parlamente mit Bezeichnungen wie Quasselbuden verhöhnten und einfach nur schneller zur Sache kommen wollten. Der Faschist muss auch nicht grundsätzlich menschenverachtend auftreten. Das Problem ist, das weiß in der Regel selbst der postmoderne Faschist nicht. Er glaubt wenn er mit anderen öffentlich auftritt, dass er als Bürger ihres Staates Einfluss auf die Behandlung politischer Themen als Mittler zwischen den Menschen draußen und den Politikern drinnen wirken kann. Das Parlament der bürgerlichen Gesellschaft aber ist keine res publica. Es ist ein staatlich eingerichter Ort, in dem sich die politischen Parteien abstimmen müssen. Keinesfalls aber eine öffentliche Sache wie es sein müsste und ordentlich getrennt vom Haus der Exekutive.

Das Bild, das die Aktivisen des Zentrums für Politische Schönheit veröffentlichen, ist grausam. Aber der Mensch, der da liegt, hat uns mit seinem Tod eine Botschaft hinterlassen: Ihr lasst es zu, dass wir sterben. Ihr tötet schrecklich. Nicht durch die Kugel oder das Schwert sondern durch eure Gesetze. Ich starb hier und noch im Sterben klagte ich euch an: politische Mörder. Der Mann aber neben mir wie der, der fotografierte, das ist er unter dem ich genauso gelitten habe bevor ich starb: der postmoderne Faschist. Ausgestattet mit Kamera, wohl gut genährt und völlig integriert in eure Gesellschaft des bürgerlichen Rechts sorgt er, dass seine Politiker versorgt werden auch mit dem letzten Bild von mir. Nicht einmal jetzt ihr Aktivisten wenn ich tot vor euch liege beschützt ihr meine Würde.

Posted by Michael Schwegler at 22:28
Edited on: Mittwoch, 01 Juli, 2020 19:44
Categories: Aktuelles