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Donnerstag, 03 Dezember, 2020

Antwort eines Physiologen an die Psychologen

Diese Antwort verfasste Iwan Petrowitsch Pawlow im Jahr 1930. Das allgemein menschliche Denken erklärte er aus den Ergebnissen seiner physiologischen Forschungen, die er zusammen mit Iwan Michailowitsch und seinen Mitarbeitern durchführte. Er wird heute nur noch von Wenigen gelesen. Der Ost-West-Konflikt, den die Amerikaner klar für sich entschieden, entschied auch über die Methoden der Wissenschaft und dass ein Behaviorismus der Wahrheit vorzuziehen ist. Wo kämen wir hin, wenn die Lüge nicht mehr gesellschaftsfähig wäre?

Pawlow schrieb seine Antwort auf eine Abhandlung von Edwin Guthrie "Conditioning as a Principle of Learning", die in der Psychological Review, vol.37, 1930, Nr.5 veröffentlicht wurde. Pawlow hat vieles gemeinsam mit Manfred Spitzer, wenn allein einmal auf die strikte und kompromisslose Verteidigung von wahrer Wissenschaft abgehoben wird. Inwieweit beide Inhaltliches gemeinsam haben, darüber kann ein Laie natürlich nichts sagen.

Die Antwort eines Physiologen an die Psychologen ist im Internet nicht auffindbar, wie irgendwann die Antworten von Manfred Spitzer auch nicht mehr auffindbar werden. Sie passen einfach nicht mehr in unsere Zeit, die gar nicht unsere ist, sondern ihre: Es sei völlig verantwortungslos, wenn Kinder vom Lernen mittels der Verwendung von Smartphones, von komplexen digitalen Lernsystemen, abgehalten werden. Jetzt kümmern sich die Grünen um die Sache.

Sie werden gar nicht abgehalten und niemals würde Harald Spitzer die Kinder davon abhalten. Harald Spitzer ist wie Iwan Petrowitsch Pawlow kein Politiker. Dazu aber wollen sie heute alle umerziehen, zum Politiker, und was noch schlimmer ist, zur Politikerin. Frauen sind ansich selten verlogen, wenn nicht der Mann neben sie tritt. "Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad", das verstehen heute viele nicht mehr und dafür sorgt auch zunehmend das Fernsehen.

Die Zeiten ändern sich und das Verbrechen ist längst in den Köpfen der meisten Menschen angekommen. Dass Handys weiterhin dumm machen, dürfen sie nicht glauben und irgendwann wird er wie Pawlow im Nirwana verschwinden. Dann sind sie ihn los, diesen Neurobiologen, diesen Querkopf. Wie sollten aber, bevor sie ganz verschwinden die letzte Zeit, die uns noch bleibt, nutzen und bei Beiden lesen. Es geht bei Manfred Spitzer um die Inhalte, bei Pawlow um die Methode, denn ersterer lebt, letzterer aber ist tot. Ein völlig neues Demokratiekonzept zum Ende der Verbrechen sollten wir wenigstens zur Kenntnis nehmen und noch besser, darüber sprechen und uns austauschen, ob es vernünftig ist.

Posted by Michael Schwegler at 7:51
Edited on: Samstag, 26 Dezember, 2020 18:51
Categories: Kommentare

Samstag, 21 November, 2020

Eine Übergangsgesellschaft

H.M. antwortete endederrevolutionen.de über die Kommentarfunktion des Fassadenkratzers auf den Text "Was tun?" und auf die Übergangsgesellschaft. Der Betreiber des Weblogs Fassadenkratzer brach die Kommunikation über das Formular seines Blogs unerwartet ab, diese Funktion hat er sich vorbehalten. hwludwig: "Der Kommentar führt weit über das Thema des Artikels hinaus, auf den kaum jemand eingeht. Die Fragen sind zum Nachdenken gestellt. Aber hier bitte keine Antworten einstellen. Sie werden nicht veröffentlicht." Das Thema war die "autoritäre Macht der Obrigkeit". Eine Zensur fand nicht statt.

Über das weitere Geschehen der autoritären Macht der Obrigkeit wird in den nächsten Tagen bei endederrevolutionen.de weiter berichtet. H.M. wurde über die Kommentarfunktion gebeten, mit den Autor von endederrevolutionen.de die Kommunikation auf dessem Weblog öffentlich fortzusetzen. H.M. meinte, er könne über Google gefunden werden und die Kommunikation mit ihm endete. Der letzte Wunsch von H.M. wurde aber trotzdem noch erledigt. "Bitte hierzu unbedingt anschauen, sehr verständlich und kurzgefasst: „Interview mit Prof. Dr. Kreiß" und „C. Kreiß und H. Grill: Ansätze aus der Krise/ das Wirtschaften aus dem Beziehungsfeld harmonisieren“. Mit Blick auf gemeinsame Klärung der restlichen Fragen wiederhole ich: „Ich denke, mit den Antworten lässt sich sehr gut erklären, warum so viel „ungeheuerliches“ passiert.“ Ungeheuerliches? Normales hätte ich ihm geantwortet, durfte ihm aber nicht mehr antworten. Die Fassade muss erhalten bleiben.

Das youtube-Video mit Prof. Kreß: Die Diskussion mit Prof.Dr. Christian Kreiß war einfach zu analysieren. Seine Gedanken sind bekannt und typisch für einen gebildeten Protestanten. Ausgehend von der Bibel und vom Josefspfennig landet er bei einer teuflischen Erdkugel aus Gold. Gold allerdings, das keinen Wert hätte und auch kein Mensch haben könnte, weil auf einem Planeten aus Gold kein Mensch leben könnte. Da lebt vielleicht auch der Teufel; wir wissen es nicht. Die Pfenniggeschichte, o ja, die wird gerne gehört und deshalb spinnt ruhig weiter. Spinnt das Gold, aber als Maß für das Geld wird es nicht mehr taugen. Zu viel Geldvermögen steht den Gold-Bilanzen gegenüber, da kann kein Gold, das auf dem Wert der menschlichen Arbeit gründet, mehr entgegenhalten. Über unseren Pfennig aber wissen wir noch nicht einmal, ob nach dem Planeten Erde aus Gold auch alle übrigen Gestirne, die Gestirne des Reich Gottes, der Logik des Josefspfennigs weiter folgen werden und Gott irgendwann einmal weichen muss, weil sich der Teufel all dieser Gestirne bemächtig hat. Und alles nur, weil dieser gottverdammte Josef diesen gottverdammten Pfennig zur gottverdammten Bank getragen hat. Spinnt weiter, aber arbeitet und, ach wie gut dass niemend weiß, dass ich Martin Luther heiß.

Christian Kreß erkennt die Konzentration von Kapital als Ursache von Krisen und verweist auf ständigen Krisen. Exemplarisch benennt er die Weltwirtschaftskrisen von 1929 und 2007. Er erkennt, dass ca. alle 50 Jahren ein Schuldenerlass nötig wäre: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern". Das Vater-unser aber spricht er nicht. Schafft das herrschende System nicht ab. Gehorchte der Obrigkeit, Römer 13. Natürlich war für ihn Luther "ein großartiger Mensch", schlimmer als Mörder und Räuber und er empfahl den Fürsten, die Bauern zu töten. Nicht Christian Kreiß empfahl das, Luther empfahl das! Die Fürsten folgten ihm.

Auch viele wohlhabenden Bürger folgten ihm. Die einfachen Menschen mussten ihm folgen, wenn ihr Fürst ein Protestant war. "wes Brot ich ess, des Lied ich sing". Da war er, der Vorbote, dem sich später die Politiker anschlossen. Kein Fürst schafft das Brot und auch kein Politiker schafft es, was Letztere aber gerade in Zeiten der Pandemie besonders frech behaupten. Da muss einer schon ordentlich dumm sein, wenn er diese Lüge nicht wahrnimmt und einfach hinnimmt oder, weil er zur Frömmigkeit erzogen wurde, im Innersten verflucht und deshalb nur beichtet.

Der erste Weltkrieg brach aus. Mit dem Schwundgeld, einer Idee von Sivio Gesell, sollte zumindest wieder für das tägliche Brot gesorgt werden.werden. Diesmal bemüht er nicht Rumpelstilzchen, sonder das schöne Kinderlied, das er aber scheinbar nicht ganz versteht. Er nennt nur die erste Zeile dieses Spielliedes: "Taler, Taler, du musst wandern". Klar, da sprach er von der notwendigen Zirkulation des Kapitals, vom Umschlagen des vorhandenen Geldes in Waren und dem entscheidenden Akt des Umschlags der produzierten Ware in Mehrgeld. Das Werk der Arbeiter*innen, geblendet vom Teufel, so dass diese niederknien und ihn anbeten, ihm danken für das tägliche Brot, das er ihnen gebracht habe: "Gib uns unser tägliches Brot". Die letzte Zeile kannte er nicht oder verschwieg sie geflissentlich: "Taler, Taler, lass dich bloß nicht sehn". Diese Zeile ist aber entscheident fast wie das tägliche Brot. Wer da an der Zirkulation mit welchen Absichten wirkt, darf nicht gesehen werden und es war nicht die österreichische Nationalbank, die das Experiment Wörgl nach 13 erfolgreichen Monate beendete obwohl die Wirtschaft florierte: Die Wanderung des Talers verhinderten die Bürger Österreichs, die dafür sorgten, dass ein Gesetz geschaffen wird, dass dieses Experiment beendet und das Schwundgeld nur ein Spuk bleibt. Stellen wir uns vor: Riesige Geldvermögen und das Geld schwindet, obwohl keiner arbeitet. Quatsch sagten die Bürger, quatsch sagten die Politiker. Wofür haben die Menschen so lange gespart? Hilfe, die wollen an unser Vermögen! Kommunisten!

Christian Kreiß erkennt "keine Krise in Deutschland", was angesichts der großen herrschenden Schuldenkrise merkwürdig ist. Er kann sie nicht erkennen, denn er verkörpert die Krise: Die Wirtschaft soll florieren und Arbeitswertscheine sollten wohl wieder eingeführt werden. Lasst das Hohelied Martin Luthers, das Lied der florierenden Arbeit, wie damal in Wörgl neu erklingen. Ständig hinter dem Geld her, das, wenn nicht ausgegeben, seinen Wert verliert. Schwundgeld, kraft Gesetz, ein Hamsterrad, arbeitet und konsumiert, immer schneller, die Verfallszeit des Geldes kann eingestellt werden. Nicht die Natur stellt sie ein, der Mensch stellt sie ein. Zirkulation auf höchstem Niveau. In den Jahren nach den schweren Depressionen der 1920iger Jahre wussten auch die Revolutionäre der Münchener Räterepublik nichts Besseres und bestellten Silvio Gesell zu ihrem Minister. Das ist verständlich, aber deshalb doch nicht wahr. Heute wissen wir, dass eine "florierende Wirtschaft" definitiv unseren Planeten verwüsten wird, wenn die Florierung anhält. Definitiv, aber wir wissen noch nicht über das Maß: 420 ppm, 450 ppm? Gegenüber natürlichen 280 ppm schon ganz ordentlich mehr und ein Wachstum in gerade erst einmal gut 200 Jahren. Für eine, zwei Generationen, wird es noch reichen. Wachst Kinder, wachst. Immer früher verlasst die Kinderstube, da ist nichts zu holen. Da laden die Politiker zum russischen Roulett ein und spuken mich an, weil ich nicht mitspielen will. Solange es beim Spuken bleibt ist mir das egal, ich ertrage jede Niedertracht. Aber die Gefahr besteht, dass sie mir den Revolver in die Hand drücken und im Hintergrund der Henker wartet: De libero arbitrio. Jetzt, H.M. wäre noch etwas Zeit, wir sollten handeln. H.M. interessiert sich aber nur für die Dreifaltigkeit, die er in eine Dreigliedrigkeit umgetauft hat. Wir rücken nicht zusammen, wir trennen uns.

Seine Fragen aber beantworte ich gerne für die Leser*innen von endederrevolutionen.de. Spätestens seit dem 14. Jahrhundert können bereits mehrere Familien genannt werden -so etwa die schwäbischen Fugger, später die venezianischen Medici- die über die Jahrhunderte Geld mit Handel und Sklaven akkumulierten. In der Neuzeit hatte Bert Engelmann mit seinem Buch, "Das Reich zerfiel, die Reichen blieben" hervorragendes geleistet. Locker könnten ganze Buchreihen über die Akkumulation des Kapitals geschrieben werden. Wesentlich zur Beantwortung der Frage ist der Umstand, dass die Französische Revolution einen konkreten Auslöser hatte: Der Adel war hoffnungslos bei den vermögenden Bürgern verschuldet und diese wollten, was leicht nachvollziehbar ist, ihr Geld zurück, nachdem das fürstliche Staatsdefizit beängstigend angestiegen und keine Hoffnung mehr war, dass das geliehene Geld jemals wieder zurückkäme. Der Verlauf dieser Epoche ist hinlänglich bekannt und am Ende war es eine Gruppe um Napoleon Bonaparte, der die geniale Lösung mit dem Code Civil erfand. Eine Zukunft für die vermögenden Bürger, die ihnen den Glauben an die Sicherheit ihrer Vermögen durch einen bürgerlichen Staat gesetzlich zusichern werde. Die Politiker haben natürlich viel Macht, wie ein bissiger Hund viel Macht hat, wenn sein Herr die Leine allzu lang führt. Aber der Hund weiß wenigstens, wer sein Herrchen ist. Die Politiker könnten es auch wissen, wenn sie bei endederrevolutionen lesen würden. Natürlich könnten sie auch bei Marx, bei Agnoli, selbst bei Comenius lesen. Immer würde ihnen klar werden, dass sie das Geschäft des Code Civils besorgen (müssen). Daran wäre nichts verwerfliches, wenn sie wenigstens den Boden frei geben würden. Kurz: Die Politiker sind nicht machtlos. Ursache, bzw Grundlage ihrer Macht ist das Bürgerliche Gesetzbuch, das ihnen auch ihre Macht grundgesetzlich geschützt zusichert. Vor dem Code Civil gab es auch schon Gesetze, Verträge, das ist wahr. Aber die Verträge wurden unter Gleichen geschlossen. Fürst mit Fürst, Bauersmann mit Bauersmann. Der Clou der Französischen Revolution bestand darin, die Ungleichen zu Gleichen per Gesetz zu machen. Das war sie, die Zauberrei, die nur ein Teufel bewerkstelligen konnte. Gott schuf die Menschen als Gleiche, das allein ist wahr. Aber noch nicht einmal geboren mussten viele die Armut spüren.

Nichtstaatliche Organisationen, was ist das? H.M. hatte auch hier begriffliche erstaunliche Irrungen. Der Staat ist inzwischen derart in den Köpfen vieler Menschen verankert, dass dieser Begriff "nichtstaatlich" erst gar nicht erfasst wird. Da gibt es keine Vereinssatzung, keinen Gang zum Notar. In diesen Organisationen, die nicht mit den NGOs verwandt sind, gilt kein bürgerliches Recht; das bürgerliche Recht bleibt draußen vor der Tür. Natürlich darf das nicht sein. Es darf keine rechtsfreien Räume geben. In diesen Organisationen, besser, in diesen künftigen Netzwerken, gibt es nur das Vertrauen. Eine Kategorie, über die kein Politiker nachdenkt und an die kein Mensch mehr glaubt. Letzteres aber kann objektiv gesehen nicht stimmen: Der Autor von Ende der Revolutionen glaubt nicht nur daran, er hat ein politisches System entworfen, das Vertrauen sogar zu einer Verfassungsnorm erheben will. Durch das Gesetz und das ist kein Widerspruch.

Das letzte empfohlene Video beginnt mit dem Hinweis, dass durch Covid-19 die Zahl der Kinder auf 1,2 Milliarden Kinder steigen wird. Sie würden an den Rand des Verhungerns gedrückt. Das sage nicht der Vortragende, das sage ein kapitalfreundliches Magazin. Die sagen, dass wir heute pro Tag etwa 200 Tausend verhungerde Kinder sehen würden und diese Zahl würde sich noch drastisch erhöhen durch diese Logdowns. An dieser Stelle, es waren noch nicht einmal 2 Minuten Videodauer erreicht, musste das empfohlene Video abgebrochen werden. Mögen sie auf ihren Bühnen mit den Teufeln tanzen, diese Shows sind der Lebenszeit nicht wert.

Der Hunger in der Welt, gegen den der Autor bereits als Kind in den 50er Jahren alle Süßigkeiten, die während der Fastenzeit unter Anleitung der Erwachsenen gemeinsam mit anderen Kindern gesammelt hat und ihnen, den Franziskanerinnen, die in seinem Kindergarten ihn mit anderen Kindern betreuten und denen er gemeinsam mit den anderen Kindern kurz vor Ostern die Gaben überreichte; er ist nicht weniger geworden. Auch als Georgspfadfinder in fremden Gärten arbeiteten und unter dem Motto "Flinke Hände, flinke Füße" fremde Gärten bestellten und Geld einsammelten, damit es den Armen überweisen werde; es half nichts! Auf der Straße wurde während den Studienzeiten die Bibliothek verlassen und geklagt. Die Mächtigen wurden gebeten, doch besser nicht zum Mond zu fliegen, sondern Nahrungsmittel nach Afrika zu schicken. Sie aber flogen zum Mond und heute wollen sie sogar zum Mars. Nachts weinten wir während die Nachrichten aus Bangladesch gesendet wurden und fluchten, nachdem sich der Kommerz sich selbst dieser von Menschen hausgemachten Katastrophe bediente. Heute mischt er sich überall ein und die letzten Frommen, die noch wahrhaftig und an wenigen Orten dieser Welt singen, unterschreiben inzwischen die Verträge, die ihre Lieder und ihre letzten noch ansehlichen Landschaften in Szene setzen, überlassen sie dem Kommerz. Der aber wird dafür sorgen, dass sie irgendwann resignieren und schweigen werden. Ein Schweigemarsch ins Elend wird es werden und keiner wird mehr auf die Straße gehen und bequemer vor dem Fernseher den Schweigemarsch verfolgen.

Jetzt, nachdem die Füße nicht mehr flink sind und das Alter längst Platz neben ihm genommen hat, hat er keine Hoffnung mehr, dass diese bürgerlichen Gesellschaften, in denen die Politiker reich und gesichert und das Gesetz dem Kommerz gehorcht, das Volk aber arm und ungesichert lebt und dass ein bürgerliches Gesetzbuch dort und hier keinesfalls etwas daran ändern wird. Die Mächtigen können sich auf den Pöbel verlassen. Der Autor aber ist Mensch unter dem Pöbel und gehört zu ihnen. Er schämt sich deshalb nicht. Er kämpft heute unter ihnen mit Texten, will aufklären und freut sich jeden Morgen, wenn er sehen kann, dass immer mehr bei und mit ihm lesen. Es sind noch sehr sehr wenige, aber es werden immer mehr. Er will aufklären, dass es nicht der böse Wille der Mächtigen ist, von Staaten, in denen die Kinder hoffen müssen, dass sie nicht verhungern und die Tage, wenn auch in bittester Armut, erleben dürfen, bevor sie überhaupt nur erwachsen werden: Es ist das Bürgerliche Gesetzbuch selber, das der Teufel geschrieben hat. Die Namen, mit denen der Teufel geschrieben hat, sind alle bekannt, samt ihren Geburtsdaten. Der Vorsitzende dieser Arbeitsgruppe hat sich sogar als Kaiser der Franzosen in die Gehirne der Menschen eingeschrieben.

Wir könnten Nahrungsmittel in die Länder schicken und leihen, wo wir sicher sein können, dass nichts zurückkommt und ihm damit, dem Lukas, folgen. Wir würden damit das einzig Richtige tun, sie wissen es aber nicht. Sie tun das nicht. Sie verlassen sich, bequem geworden, auf die Welthungerhilfe e.V. . Der Autor kümmert sich auch darum: Wenigstens sollten dieser Bequemlichkeit Fakten folgen und seine Frage beantwortet werden. Mit den Fakten einer vollständigen Bilanz, die eh geschrieben werden muss, wenn die Gemeinnützigkeit dieser Hilfsorganisationerhalten werden soll, die also vorliegt. Die Welthungerhilfe antwortete wie viele andere Hilfsorganisationen auch nicht. Sie verwiesen auf ein Spendensiegel des Staates. Mit diesen Siegeln schmücken sich auch die Hoheprister ihren Ringfinger und zeigen mit dem Zeigefinger auf Jesus, der am Kreuz hängt und stirbt. Der wird es richten. Wartet, bis er aufersteht. Legen wir unsere Hoffnungen in seine Hände.

Posted by Michael Schwegler at 15:04
Edited on: Montag, 30 November, 2020 10:32
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Montag, 13 Januar, 2020

Homo homini lupus

E.M.schrieb: Sie schreiben von herrschaftsfreier Zeit, wie soll die aussehen? Homo homini lupus, so war das schon immer. Es braucht eine weise Regierung die dafür sorgt, daß die Menschen nicht übereinander herfallen, daß die Starken sich nicht an den Schwachen vergreifen und daß jeder eine Chance im Leben bekommt. Darüber hat man sich zu allen Zeiten Gedanken gemacht und es gab verschiedene Antworten auf die immer gleiche Frage: welche Struktur braucht eine Gesellschaft, in der alle ihr Auskommen finden und keiner "hinten runter fällt"? Tut mir leid, allein aus dem guten Willen aller Beteiligten kann daraus nichts werden. Wir Menschen sind nun einmal ein Lumpenpack.

Antwort: So schrieb das selbst Thomas Hobbes nicht. Er benutzte diesen Ausdruck als Beschreibung für das Verhältnis zwischen den einzelnen von Menschen geschaffenen Staaten. Das ist eine lange Geschichte. Der Satz stammt auch aus einer römischen Komödie; wir sollten sie enden lassen. Der Mensch ist anders. Richtig allerdings ist, dass die Freiheit des Menschen Grenzen haben muss. Dafür habe ich das System der Nutzungs- und Stimmrechte über den Boden geschrieben. Mit diesem praktischen System behaupte ich, eine neue Form der Begegnung des Menschen mit Natur gefunden zu haben.

Posted by Michael Schwegler at 6:55
Edited on: Montag, 13 Januar, 2020 9:32
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Calvin ungeschoren?

E.M. schrieb: Über fassadenkratzer fand ich einen link zu Ihnen und komme nun mit einer Frage: wenn Sie so auf Luther (und Jefferson) schimpfen, warum lassen Sie dann Calvin ungeschoren? Dessen Prädestinationslehre entschuldigt doch alles, jede Umweltsauerei, wenn sie durch materiellen Erfolg gekrönt ist und somit beweist, daß auf dem Ausübenden Gottes Segen liegt. Es scheint dem Charakter vieler Niederländer und Schweizer sehr entgegenzukommen, denn dort blüht der krasse Materialismus.

Antwort: Ich hoffe, ich schimpfe nicht über Luther und Jefferson. Damit kritisieren Sie mich doch heftig. Vielleicht meinen Sie das aber anders. Richtig weisen sie auf Calvin hin, der dem Kerygma des Martin Luthers noch eine besondere Form "mit Zeigefinger" hinzugefügt hat. Mit Luther und Jefferson habe ich mich in wissenschaftlicher Manier befasst, ihre Texte und Biografien studiert; deshalb ärger ich mich, dass Sie einen Schimpf über diese Theologen meinen Texten entnehmen. Das wollte ich nicht. Über Personen wie Stalin oder Hitler würde ich auch nicht schimpfen, dafür waren die Persönlichkeiten zu sehr Unmensch und Begriffe, die solche Menschen ordentlich und intersubjektiv erklären gibt es in den verschiedenen Kulturen nicht. Die Kulturen sind und waren überall geprägt von Herrschern; eine herrschaftsfreie Zeit läge also erst vor uns, wenn sie überhaupt einmal Weltgeschichte schreibt; und deshalb konnten sich gemeinsame Begriffe nicht bilden.

Auf eine Nachfrage zu Luther antwortete E.M: Luther hat feststellen müssen, daß die Bauern, wenn man sie gewähren ließ, zu mordendenden Gesindel wurden, ähnlich wie die Antifa in Connewitz. Nachdem er ihr Anliegen zunächst unterstützte, revidierte er seine Position wieder, daher endete das erste soziale Experiment auf deutschem Boden leider blutig. Aber ich denke, da ich von der naturwissenschaftlichen Seite komme und Sie von der geisteswissenschaftlichen, haben wir eine völlig verschiedene Basis für unsere Erkenntnisse. Aus meinen Jahren in Afrika, welche mir tiefe Einblicke in die Natur des Menschen bescherten, brachte ich als Quintessenz Folgendes mit:

Antwort: Wir schauen völlig unterschiedlich auf die Zeit Luthers. Zur Geisteswissenschaft bin ich übrigens nie vorgedrungen, dort wollte ich nie hin; ich blieb bei den Menschen. Mein Studium war zunächst rein naturwissenschaftlich. Die Seminare zur "Geschichte der exakten Naturwissenschaften" haben mich in den Jahren 1973 bis 1975 auch in die Zeit Luthers geführt. Neben naturwissenschaftlichen Grundlagen lernte ich viel Persönliches der Menschen, die zu Beginn der Moderne wirkten, nachhaltig wirkten.Vieles lernte ich so erst verstehen und Ernst Bloch hat mir später erklärt, was es mit der Geschichte um Thomas Müntzer auf sich hat. Der Schlüsselbegriff, der über diese Zeit hervorragend über Luther aufklärt ist der der Allmende. Würden wir und in dieser Sache einig werden, wären wir weit aufeinander zugegangen. Ich danke Ihnen sehr für Ihre wertvollen Antworten. 

Posted by Michael Schwegler at 6:29
Edited on: Montag, 13 Januar, 2020 10:02
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Dienstag, 24 Dezember, 2019

Kommentare

Kommentare bitte an mschwegler [at] endederrevolutionen.de senden. Sie werden hier veröffentlicht. Jeder Kommentar ist willkommen. Falls keine besonderen Hinweise bezüglich der Veröffentlichung des Kommentars gegeben werden, wird dieser nur mit einem Namenkürzel veröffentlicht und ggf. von mir kommentiert.

Die Überlegungen zu einer Gesellschaft der Freien und Gleichen orientieren sich an der Vorstellung des einfachen Menschen, dem die individuelle Freiheit trotz täglicher Maßregelung durch die gegebene bürgerliche Ordnung ein primäres Bedürfnis neben der Sicherung des Zugangs zu gesunder Nahrung sowie zu ordentlichen Wohnverhältnisse geblieben ist. Mit der individuellen Freiheit ist ausdrücklich nicht die egoistische Freiheit des Bürgers gemeint, die durch das geltende Gesetz unter dem besonderen Schutz des Staates steht. Das egoistische Recht des Bürgers ist die Ursache, dass die Freiheit der Menschen eine Utopie darstellt, solange dieses egoistische Recht Bestand hat.

In den westlichen Industrienationen ist die Knappheit an Gütern und Dienstleistungen längst überwunden. Die Überwindung der materiellen Knappheit, die den bürgerlich verfassten Gesellschaften in Konkurrenz mit sozialistischen Gesellschaften scheinbar besser gelungen ist, befördert längst eine neue Gefahr, die bisher in der Geschichte der Menschheit nicht denkbar war: Dass der Mensch das natürliche Gleichgewicht der Natur dermaßen stört, dass Klimaveränderungen eine Knappheit an materiellen Gütern erzeugt, denen der Mensch nicht mehr Herr werden kann.

Die Software "Thingamablog" wurde inzwischen auf meine Bedürfnisse angepasst. Der softwareeigene Link "Credits" wurde erst einmal in "Diskussionsforum" umbenannt; mehr nicht. Denn wie das in einem Rechtsstaat ist, der alle Beziehungen der Menschen untereinander dem Recht unterwirft, werde ich jetzt erst einmal beim Inhaber der Rechte nachfragen, ob ich seine Software für meine Bedürfnisse manipulieren darf. Meine Vision einer Welt der OpenSource Software unter einer General Public License (GPL) entwickelt sich, aber es dauert. Am Ende wird sich zwar auch die menschliche Vernunft eines Software-Pioniers wie Richard Stallmann durchsetzen, aber bis es soweit ist, müssen wir mit diesen proprietären Software-Produkten leben.

Zum Nachdenken: Weshalb wird die Steuersoftware für die Einspritzung fossiler Stoffe in die Verbrennungsmotoren der Autos nicht als Opensource - Software unter die GPL gestellt? In Konkurrenz miteinander würde sich ein Optimum der Einspritzung gemeinschaftlich verwirklichen lassen. Auch sei in diesem Zusammenhang an den Absturz des Flugs 004 der Lauda-Air mit über 200 Toten erinnert: Weshalb ist die Programmroutine zur Auslösung des Umkehrschubs der Düsentriebwerke als Steuerungssoftware nicht OpenSource? Vielleicht wäre der Programmierfehler, der zum Absturz der Maschine geführt hat, noch vor dem Absturz entdeckt worden.

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Posted by Michael Schwegler at 7:16
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Freitag, 08 November, 2019

Der rote Stein der Weisen

M.W. schrieb:

Antwort: Sobald M.W zustimmt, werde ich seinen Kommentar hier veröffentlichen.

Vorab: Ein Kommentar, der auf Grundsätzliches hinweist und den ich ausführlich in Absprache mit dem Leser diskutieren möchte. Der Stoff, um den es geht, hat das intellektuelle Leben und Wirken des Autors geprägt. Ein erster Hinweis.

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Posted by Michael Schwegler at 7:30
Edited on: Mittwoch, 20 November, 2019 13:34
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Sonntag, 20 Oktober, 2019

Klimaveränderung

B.S. schrieb: Die Klimaveränderungen, geschehen in einer Welt, die seit Napoleon ihre Bevölkerung vervielfacht hat (von ca. 1 Milliarde Menschen bis 7). Im gleichen Zeitraum ist die industrielle Produktion explodiert, mit dem massiven Abbrennen von fossilen Brennstoffen, zunächst Wälder, dann die unterirdischen Wälder. Ich bin gespannt, wie das auf den Besitz von Grund und Boden zurückgeführt wird?

Antwort: Ich beginne mit der letzten Frage. Nicht das Recht auf Besitz an Boden ist entscheidend, sondern das Recht auf Eigentum an Boden. Das Recht unterscheidet hier klar. Als Besitzer herrsche ich zwar über Eigentum, jedoch bin ich letztlich vom Eigentümer abhängig. Will ich im Rahmen meines Herrschaftsrechtes etwas an der Sache ändern, die nicht auch mein Eigentum ist , benötige ich die Zustimmung des Eigentümers. Sehr anschaulich kann dieser Unterschied mit der merkantilen Wirtschaftsweise gezeigt werden; diese war vor allem gottgefällig. In dieser Zeit entwickelten sich die Produktivkräfte langsam; man griff möglichst nicht ein in Gottes wohlgefällige Natur. Er hat die Erde erschaffen und sie war gut so. Hier könnte ich einen ganzen Roman schreiiben, z.B. wie der Protestantismus mit dieser gottgefälligen Natur so gar nicht richtig zurecht kam.

Natürlich sollen die Menschen einen Teil des Bodens besitzen, auf dem sie leben.

Keiner hat (mehr) das Recht, dem Einzelnen den Besitz von Boden, der ihm als Menschenrecht zugeteilt wurde, streitig zu machen. Als ein Menschenrecht muss die Exekutive des Staates dieses Recht schützen ! Schranken bezüglich der Nutzung dieser Bodenfläche ergeben sich allein aus einem verbindlichen Katalog. Die restlichen Einwände werden in den nächsten Tagen beantwortet (aus Mangel an aktuell freier Zeit); Alle Leser der Kommentare bitte ich, sich an der Beantwortung zu beteiligen. Vorweg: Betrachtet man den Verlauf des Kohlenstoffdioxids-Anteil in der Atmosphäre -auf der Startseite dargestellt-, so kann kein Zusammenhang mit der Zunahme der Bevölkerung bis hin zu einer Milliarde Menschen festgestellt werden: Der Kohlenstoffdioxidanteil blieb nahezu gleich. Erst mit der Verbrennung fossiler Stoffe, das logischerweise das bisherige Gleichgewicht stören musste, ("die unterirdischen Wälder"), ließ den Anteil dieser Kohlenstoffverbindung in der Atmosphäre exponentiell ansteigen. Gigantische Mengen dieser über Jahrmillionen von Jahren gebildeten natürlichen Stoffe werden von den Lohnarbeitern und Sklaven der Eigentümer aus dem Boden befördert und verbrannt (-> Verbrennungskapitalismus ). Die Verbrennung fossoler Stoffe setzte erst in nenenswertem Umfang ein, nachdem der Boden in privates Eigentum überführt werden konnte.

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Posted by Michael Schwegler at 16:26
Edited on: Montag, 29 Juni, 2020 17:33
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Dienstag, 15 Oktober, 2019

Welche Regeln gelten?

R.R. schrieb, ..dann habe ich wohl noch nicht verstanden, mit welchem Regelwerk auf den Böden gelebt werden soll...?! Warum beziehst du das Wasser nicht mit ein- das würde durch die Aktualität vielleicht sehr gut passen?

Antwort: Dein Hinweis auf den Kommentar zum Buch von Christopher D. Stone, "Haben Bäume Rechte? , haben Flüsse Rechte, impliziert einen Gedanken, der sehr gut überlegt sein will. Es geht um die immer weiter fortschreitende Verrechtlichung aller Beziehungen, die Menschen natürlich oder dazu gezwungen eingehen, eingehen müssen. Im 3. Buch habe ich dazu Stellung genommen. Im Weblog ist ja nur ein wesentlicher Punkt der Verfügungs- und Stimmrechte vorgestellt. Kurze Skizze (vielleicht nehme ich das in den Weblog noch auf): Ein wichtiges Werk stellt "tragedy of the commons" von William Forster Lloyd dar. Vor einigen Jahren wurde gegenüber den sich gerade entwickelten Commons ein Buch über die angebliche "Tragik der Allmende", vermutlich inspiriert von Forster, ins Feld geführt.

Es handelt sich um den Versuch, das Privateigentum gegenüber der Allmende zu behaupten. Medial zumindest ist dies gelungen.

Die Nutzungs- und Stimmrechte sind das Eine, Allmende das Andere. Ich knüpfe bewusst an diesen Begriff an und habe deshalb dem Gaißpeter aus Beutelsbach im 1. Buch einen breiten Raum eingeräumt.

Hier eine kurze Zusammenfassung, wie dieses Thema in einem System der Nutzungs- und Stimmrechte zum Tragen kommt: Als Gemeingüter stehen Wasser, Luft, Moore usw. unter dem besonderen Schutz des Staates. Nutzungsrechte können über die Allmenden und Gemeingüter nicht begründet werden. Und wo kein Recht ist, hat der Staat keinerlei Handhabe, für irgendwelche Interessen tätig zu werden. Die Allmenden sind gesetzlich geschützt. Schutz also, kein Recht.

Das Recht ist so eine Sache und ich habe mir viel Mühe gegeben, nachzuweisen, dass das "gleiche Recht der Bürger", wie überhaupt das Recht, auch die Wurzel von sehr viel Übel darstellt. Im Rahmen des individuellen Nutzungsrechts über einen Teil des Bodens wird jedem Nutzungsrechtinhaber ein Zugang zu den Gemeingütern garantiert (Erschließung der Nutzungsfläche). Wie beim Boden können an Gemeingütern (Allmenden) keine Eigentumsrechte begründet werden. Wo das Recht ist, ist auch der Zwang. Dieser kommt nicht immer menschlich daher, sondern trägt meist eine Robe oder eine andere Uniform. Träger des Rechte sind der Staat und seine Bürger, noch aber nicht Flüsse und Bäume. Das sind nette, aber trotzdem faschistoide Überlegungen. Nicht Zwang (Recht), sondern Freiheit (Regeln) sind Gebote der Zukunft. Von Alfredo Rocco, Justizminister unter Mussolini im faschistischen Italien, ist der Hinweis überliefert: die Verwirklichung eines Rechtsstaates wäre die Krönung des faschistischen Staates.

Um einen Fluss sauber zu halten genügt das Gesetz, das Keinem erlaubt, in den Fluss irgendwelche Substanzen einzuleiten. Im Rahmen der Allmende ist geregelt (!), wie mit Gebrauchsgütern allgemein umgegangen werden muss (Erhalt der natürlichen Ressourcen). Würde einem Fluss eine Rechtspersönlichkeit zuerkannt werden, stehen wir irgendwann mit dem Fluss vor dem Kadi. Die Mär von unabhängigen Richtern (wes Brot ich es.....; sogar noch mit mit Pensionsanspruch) ist eine Mär; im Buch habe ich die ursprünglichen Ideen von Montesquie zu unabhängigen Richtern ausgeführt. Davon ist heute kaum mehr etwas übrig geblieben.

Wesentlich zum Verständnis meines Ansatzes ist, dass in die sich entwickelnden Verkehrsformen nicht von Einzelnen eingegriffen werden darf. Die Tilgung des Rechts auf Privateigentum an Boden, das nur gemeinschaftlich (Änderung u.a. des § 903 BGB ) durchgesetzt werden kann, erfordert natürlich ein Regelwerk, wie künftig der herrenlose Boden genutzt werden darf. Dafür habe ich Kataloge entworfen, die zum gegebenen Zeitpunkt in den Rang eines Gesetzes erhoben werden müssen. Das ist vernünftig und das sollte genügen. Wenn aktuell Coca Cola in der Lüneburger Heide einen neuen Brunnen bohren will, bedeutet das eine Nutzungsänderung des Bodens. Egal also wie das der Staat oder andere Interessenverbände sehen, am Ende des Streits entscheiden Menschen als Inhaber der Stimmrechte über die Nutzung des Bodens, auf dem Coca Cola seine Bohrungen durchführen will. Es ist und bleibt damit eine Sache der Menschen.

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Posted by Michael Schwegler at 7:09
Edited on: Mittwoch, 13 November, 2019 18:13
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Freitag, 11 Oktober, 2019

Was geschieht mit meinem Grundeigentum?

M.S. (Frankreich) schrieb: Ich war leider nicht in der Lage, eine brauchbare Kritik an deinem Vorwort zusammenzufassen...dafür hätte ich Monate gebraucht, vielleicht auch Jahre ! Eines wäre vielleicht zu bedenken gewesen : da du dich offensichtlich an deutsche Leser wendest, verstehe ich deine Vorliebe für französische Autoren nicht so recht : Es gibt doch in der bezüglichen Periode genug deutsche Denker und Philosophen, die sich gefreut hätten, in deinem Buch zu erscheinen.

Außerdem: muss ich mir jetzt Vorwürfe machen, ein paar ha in diesem Land erworben und bewirtschaftet zu haben ? Oder verstehe ich das nicht so richtig ? Es wäre nett, darüber bei Gelegenheit diskutieren zu können.

Antwort: Es gab keinen dem Imperator und Kaiser der Franzosen Napoleon ähnlichen Bürger in den deutschen Landen. Friedrich II. war ein aufgeklärter Fürst und erster Diener des Staates. Ganz anders Ludwig XVI. Dieser Monarch bot Napoleon Bonaparte -übrigens ein Mitglied der Jacobiner- eine Steilvorlage und Napoleon verstand, seinen Code Napoleon als imperiales Recht in ganz Europa durchzusetzen. Dies zur Frage, weshalb meine Betrachtungen zur Französischen Revolution mehr sich der französischen Aufklärung bedient. Du brauchst dir im Übrigen keine Vorwürfe machen wegen des Landkaufes. Zwar wäre es nach einer Bodenreform herrenloses Land und hätte keinen Tauschwert (Geldwert) mehr; aber solange du die Nutzung dieses Landes nicht änderst, genieße es. Keiner hätte das Recht und die Gewalt es dir zu nehmen. Probleme bekämest du erst, wenn du das Land für andere Dinge als bisher nutzen willst, also eine Nutzungsänderung anstrebst. Dann brauchst du die Zustimmung von Menschen, die du zwar nicht kennst, die aber mit dir auf unserem Planeten leben und mitsprechen möchten, bevor du auf deinem Land Dinge treiben willst, die z.B. unsere Atmosphäre belasten könnten.

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Posted by Michael Schwegler at 23:09
Edited on: Freitag, 08 November, 2019 17:09
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Donnerstag, 10 Oktober, 2019

Globale Gütergemeinschaft

G.S. schrieb: Dein Buch richtet sich inhaltlich gegen das Privateigentum am Boden, sowohl gegen das Privateigentum einzelner, als auch gegen das Eigentum, das den souveränden Staaten unterliegt. Sehr radikal gedacht, finde ich. Gewiß sind in deinem Buch Vorschläge enthalten, wie das Privateigentum und die Eigenständigkeit der Staaten/Nationen abgeschafft werden können. Zu Ende gedacht: eine grundlegende Revolution, die mir ebenfalls als notwendig erscheint, noch grundlegender als die französische Revolution. Denn mit der Beseitigung des Eigentums am Boden verbindet sich sofort die Frage, ob nicht auch Fabriken, Büros etc. ebenfalls in die menschliche Gemeinschaft überführt werden sollten - also eine globale Gütergemeinschaft, die ökologische, soziale etc. Probleme rational lösen kann.

Antwort: Im 1. Buch des 3 bändigen Werkes wird ausgeführt, weshalb Eigentum an Boden nur durch den Zwang eines Gesetzes bestimmt werden kann. Indem man den Boden als Sache neben anderen Sachen juristisch zur Ware herabgewürdigt hat, genießen die Eigentümer dieser Ware den besonderen Schutz des Staates. "Das Gesetz kann in der Tat herrschen, sofern es das Gesetz der allgemeinen Vernunft ist" schreibt Albert Camus. und stellt anschließend fest: "Aber das ist es niemals"; schon gar nicht, wenn die Vernunft allein die beschränkte Vernunft des dritten Standes ist.

G.S. danke ich für seinen Kommentar. Er ist geeignet hier deutlich zu machen, welche "rote Linien" mein Entwurf der Verfügungs- und Stimmrechte hat.

Zentral: Dem Buch gab ich wohl überlegt den Titel "Ende der Revolutionen", es bedarf also keiner Revolution. G.S. begegnete ich literarisch über seine Überlegungen zum Begriff des Eigentums. Hier denke ich etwas anders: "Wahr ist, was du selber gemacht hast", so könnte man in Kurzform den Wahrheitsbegriff von Giambasttista Vico zusammenfassen. Einen Gegenstand, den ich persönlich herstelle, kann ich mit einigen Abstrichen durchaus als mein Eigentum betrachten. Ich habe ihn geschaffen. Gut, nicht allein; aus der Natur entnahm ich die Stoffe, die notwendig waren, den Gegenstand herzustellen. So ist es auch wahr, dass der Gegenstand noch Teil (Eigentum) der Natur ist. Und liegt nicht die Ursache der weltweit zunehmenden Vermögensunterschiede in der Organisation unserer Arbeitsgesellschaften, dass die Werke, die von Millionen von Lohnarbeitern tagtäglich unter modernen gesetzlichen Regelungen weltweit geschaffen werden, von den Grundeigentümern des Bodens, auf dem diese als Eigentümer der materiellen Voraussetzungen, die zur Schaffung dieser Werke erforderlich sind, sich dieser geschaffenen Werke unter dem besonderen Schutz des Staates bemächtigen? Die Lohnarbeiter bekommen zwar dafür das Notwendigste, was sie zum Leben brauchen und manchmal auch mehr, aber gerecht ist das keinesfalls. An der selbstständigen Nutzung der Werkzeuge, mit denen sie ansonsten im Auftrag des Grundeigentümers Gegenstände für einen Markt produzieren, an dem sie selber gar nicht teilnehmen, sind sie gehindert: Dieses Recht wird ihnen just in dem Moment entzogen, in dem sie den Boden des Grundeigentümers betreten. Auf dieser Feststellung sind meine Überlegungen gegründet: Im Moment der Tilgung des Bodens aus dem Sachenrecht, wenn also aller Boden herrenlos wird und kein Herrschaftsanspruch mehr durchgesetzt werden kann, bleibt die Nutzung des Bodens zunächst wie gehabt. Die Arbeitsgesellschaft wird sozusagen konserviert. Will aber der ehemalige Eigentümer die Nutzung des jetzt herrenlosen gewordenen Grund und Boden verändern, z.B. statt Autos jetzt Batterien herstellen, unterliegt diese Nutzungsänderung der Zustimmung der Stimmberechtigten, die bei dieser, zunächst von den Fachgremien der exekutiven Organe des Staates zu genehmigenden Nutzungsänderung auf dem herrenlosen Boden, als entscheidende Instanz zuletzt mehrheitlich zustimmen müssen.

Diese Überlegungen sind nicht einfach, ständig ändern sich die Anteile, aus denen der Gegenstand geschaffen wurde und selten tritt der Gegenstand in einfacher Form, etwas in Gestalt einer Holzfigur hervor. Doch auch hier war die erste Voraussetzung die Natur, dann das Werkzeug, das in aller Regel bereits arbeitsteilig von anderen Menschen hergestellt war und zuletzt erst der arbeitende Mensch, der ein Stück Holz in origineller Weise zu einer Holzfigur gemacht hat. Ist sie sein Eigentum? Wenn diese einfache Betrachtung schon Fragen aufwirft, so dürfen wir feststellen, dass die Betrachtung des Boden als Sache, die allein durch das Recht einen Eigentümer bekam, sehr despotisch gedacht ist. Noch einmal kehr ich zu Camus "Mensch in der Revolte" zurück. Camus erklärt sehr anschaulich, dass bisher alle Revolutionen Regime hervorgebracht haben, die gewalttätiger, despotischer als die vorherigen waren. Heute würde der Stimmzettel für radikale Veränderungen genügen; als Achillesverse der modernen Demokratien könnte ein wesentlicher Schritt zur Emanzipation der Menschen gelingen. Würde mit den Stimmen der Mehrheit der Stimmberechtigten der Boden aus dem Sachenrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches entfernt und der Boden damit endlich herrenlos werden, würden sich nach und nach völlig neue Verkehrformen innerhalb der staatlichen Gemeinschaft zwischen den Menschen entwickeln. Der Staat bliebe erst einmal Nation und wäre verplichtet, das herrenlose Territorium zu schützen und das System der Nutzungs- und Stimmrechte politisch und technisch durchzusetzen. Man beachte: Das herrenlose Territorium, nicht sein herrenloses Territorium. Hier wäre er als Souverän willkommen; er tritt uns keinesfalls mehr als Despot gegenüber. Und vor allem: Diese Vision bedarf eben gerade nicht einer Revolution, diese Vision muss durch die Vernunft in die Geschichte eingehen. Es wird sich hier nicht um die praktische Vernunft des Bürgertums handeln, hier ist die menschliche Vernunft gefragt: Sie muss überzeugen!

Angesichts der fortschreitenden Naturzerstörung wird sie überzeugen. Die heute geführten Diskussionen, die in der degrowth-Bewegung bezüglich unserer Wachstumsgesellschaft sicherlich hervorragend zusammengefasst werden, klammern aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, dieses erst mit der Moderne gewaltsam eingeführte Recht auf Privateigentum an Boden in ihren Analysen aus: Weshalb?

Posted by Michael Schwegler at 22:40
Edited on: Sonntag, 13 Oktober, 2019 22:21
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