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Donnerstag, 05 Dezember, 2019

Die Pest des Protestantismus

Bei diesem Text handelt es sich um Überlegungen, die ungewohnt sind. Der Text sollte korrespondiert werden. Es handelt sich um ein erstes überarbeites Fragment eines mehrseitigen Kapitels, das ich ggf. aus meinem noch unveröffentlichten Buch entfernen werde, falls nachvollziehbare Einwände und Kritik vorgetragen werden.

Mit der Ekklesia des Paulus haben die ersten Bürger das Evangelium der Synoptiker Matthäus, Lukas und Markus vertauscht; das sollte keiner merken. Seit dem 13. Jahrhundert haben sie sorgsam ihren Stoff vorbereitet, damit er wirkt. Er wirkte spät, dafür aber umso gewaltiger: Die Pest des Protestantismus brach mit Luther erst 300 Jahre später aus, dann aber wortgewaltig und rassistisch. Nach der Pest des Judentums, über die damals Erasmus von Rotterdam noch berichtet hatte und damit keinesfalls den Juden meinte, brach wieder eine Pestepidemie aus. Der Virus dieser Pest hat es in sich. Die Menschen, die gegen diesen Virus immun sind, werden immer weniger und immun sind meist die Menschen dort wo es noch Völker gibt. So meinte das Nietzsche, als er über den Götzen Staat berichtete; also sprach Zarathustra.

Um das alles zu verstehen müssen noch einmal die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im 12. und 13. Jahrhundert studiert werden, die selbstverständlich heute nicht mehr zum Lehrstoff der Schulen gehören, sonst könnte eine andere Aufklärung in Gang kommen, die das Räsonieren über den Raub und den sich darin entwickelnden kapitalistischen Produktions- und Denkweisen ins Zentrum allen Bemühens des Erkennens stellt.

Dieser Stoff ist einfach und einleuchtend; dafür braucht man nicht erst erwachsen werden. Wenn aber zu früh gehört und die Neugierde noch voll die Ausbildung des Gehirns eines Menschen vorantreibt, ist er gefährlich. Verschließt in dieser Zeit besser den Kindern die Ohren. Erzählt ihnen von Thronen und Kronen, darüber braucht nicht deutlich gehört zu werden. Sie erinnern an die Märchenbücher, die ihnen früher vorgelesen wurden. Sie breiten die Kinder in der Schule auf eine Romantik vor, mit der es sich gut leben lässt. Die Noten sind klar, prüfbar und gut geordnet. Wundert euch aber nicht, wenn das Interesse dafür oft so gar nicht vorhanden ist; Kinder sind klug, solange sie nicht missbraucht werden.

Nicht die Vernunft, die seit jener Zeit sich vom Mythos der Religionen entledigt hat und gerade noch rechtzeitig halbiert werden konnte, dass sie als praktische Vernunft das gesittete Leben der Bürger nicht stört: als praktische Vernunft hat sie das quid pro quo, das erst den Raub unauffällig macht, in die Gesellschaft nach und nach eingebracht und heute alles diesem Prinzip unterworfen.

Diese Medizin musste den Menschen verordnet werden und vor allem denjenigen, die noch guten Willens waren, der dem freien Willen eines Erasmus entsprach und mit dem unfreien Willen eines Luther überhaupt nichts anfangen konnte. Sie sind noch heute erschrocken von dieser Bevormundung durch einen Glauben, der ihnen von neuen Herren nicht nur angetragen, sondern dem sie sich unterwerfen mussten. Ihr Seelenheil sei vorbestimmt, darüber ist nicht mehr zu reden. Das „mutuum date nihil inde sperantes“, dass bisher Rat und moralische Stütze ihres entbehrungsreichen Lebens war, sollte endgültig in Vergessenheit geraten. Vielerorts wurde es auch vergessen und heute würden die Politiker weiß Gott was dafür geben, wenn sie ihn endlich auch endgültig loswerden könnten, den Lukas, der nach Matthäus auch nicht mehr in ihre Zeit passt. Sie tun alles, damit wenigstens nicht mehr bei ihm gelesen wird und wenn, dann abgeschieden und leise, flüsternd gar: Keiner soll es hören. Die Gefahr ist latent, sie könnte eine neue Aufklärung begründen, die das Schlächtige, meist Abschlächtige, dessen Blut Luther gern am Halse trug und der sich auch öffentlich dazu bekannte, genauer untersucht, die erinnern lässt, dass die Bauern in einen letzten hoffnungslosen Krieg aufbrachen, als sie ihnen die Allmende wegnahmen und damit den letzten Rest freien Lebens abschafften.

Nur noch im Schweiße des Angesichts, freudlos, unfrei, dem Willen eines neuen Gottes unterworfen, den sie gestern noch gar nicht kannten und von dem ihr Pfarrer Müntzer noch ganz anders berichtet hatte. Thomas Müntzer hat die Liturgie geändert und sich zum Volk gewandt, eine Geste, die Luther bei ihm abgeschaut und zur Blasphemie herabgewürdigt hat. In diese neuen protestantischen Gotteshäuser, in denen es so düster zuging, wollten sie nicht hinein. Das Leben war draußen düster genug und die wenigen Freuden, die natürlich oft gegen die Worte des Herrn verstießen, konnten noch zu Lebzeiten verziehen werden: mit drei Ave-Maria und einem Vater-unser, wenn man Schlimmeres tat und gar kein Geld hatte; in der Beichte.

Die Zeit des römischen Pontifex endete. Im eigenen Staat, der deshalb aber kein Gottesstaat ist, konservierte er sich nachdem Napoleon am Ende als Sieger hervorging, Wollen wir die Überlegungen, wie dieser Planet jetzt noch gerettet werden kann ernsthaft weiterdenken, müssen wir zurück und beim Pontifex in Avignon nachschauen; eine Geschichte, die heute kaum mehr einer kennt und die uns nach Cuba führen wird.

Dort in Südfrankreich war der Boden noch bestellt. Unter dem Fürsten wurde er verwaltet, streng nach den Geboten des Herrn. Deshalb steht die Bulle Uncam Santan aus dem Jahr 1302 im Zentrum dieser Geschichte: Das Primat der geistlichen über die weltliche Macht. Ein Primat, das nicht geteilt werden durfte, das nicht geteilt werden kann, sonst wäre es kein Primat. Da wurde auch nicht verhandelt, das war kompromisslos, wie jede Bulle das Wort eines Pontifex ist.

Das ist lange her und zum besseren Verständnis muss dieser Zeit entgegengegangen werden mit Ereignissen, die verstanden werden können, weil noch lebendig und sehr wahrscheinlich wahr. Alle Dokumente zeugen davon, liegen vor und die, die es erlebt und gemacht haben, leben noch. Die Zeit des Mauerfalls ist Ausgangspunkt für die rückwärts angetretene Reise; diese Zeit kennen noch die Meisten. Das gesamte sozialistische System war zusammengebrochen und manche Mauerstücke, die mit Pickel ud Vorschlaghammer materiell und ideell zertrümmert wurden trafen Cuba hart, was nun wirklich nicht sofort verstanden werden kann weil Mauerstücke gar nicht soweit fliegen können. Aber wir sind längst gezwungen das anders zu betrachten und alles unter der weltweit errichteten Herrschaft des Rechts zu verstehen, was meist außer Acht gelassen wird: Es wurde schon darüber geschrieben: Das soll keiner merken! Aber nur so können wir die Losung des Commandante verstehen, die in Permanenz gilt: Vaterland oder Tod. Da ist keine Revolution mehr nötig ist, sie muss allein bewahrt werden. Dort in Cuba traf der Stein und doch beugte sich keiner. Das stimmt nicht ganz: Am 5. August 1994 rannten Einige auf die Straße. Kant nannte sie früh schon den Pöbel und deshalb sprechen wir vom kantischen Pöbel wenn wir diese Szenen meinen. "Filmt das, damit die Welt sieht, was in diesem Land passiert", so rief es ein Gehetzter in Havanna einem Kameraman der internationalen Presse zu, die ständig Cuba unter besondere Beobachtung hält. Dieses Ressort war von den Großen der Weltpresse immer besetzt und meist staatlich finanziert; da lauerte man. Einer Intervention der Mächte von außerhalb des Landes kam er persönlich zuvor; Fidel Castro lief selbst auf die Straße. Ungeschützt. Er sprach inmitten der Menge mit ihnen in seiner unverwechselbaren Art. Böse Stimmen behaupten, er hätte wie immer zu lange geredet, deshalb wären sie wieder nach Hause gegangen. Aber das wird anders gewesen sein denn sonst wären sie wiedergekommen, immer wieder; aber sie kamen nicht mehr und verstört schaut die Weltpresse seither nach Cuba.

An jenen Tagen des Mauerfalls spürten die Menschen in Cuba, was es bedeutet, das Copyright, das Lizensrecht, das es unmöglich macht, Medikamente im eigenen Land selbst herzustellen wo doch alle Substanzen bekannt sind. Die Menschen in Cuba mussten ihre Tagesrationen an Lebensmittel noch einmal kürzen, obwohl diese in all den Jahren zuvor schon sehr kurz waren. An Benzin war gar nicht mehr zu denken. Aber hier kam ihnen die Topografie ihres Landes entgegen; alles konnte letztlich dann doch noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt werden. Die Uhren gehen in diesem Land ohnehin ganz anders. Sie werden vom Leben getaktet und nicht von der Wirtschaft; man hat ja eh nichts, was nach Wohlstand aussieht: diesen lebt man. Jeder der es wissen wollte konnte es wissen: schwarz auf weiß und ganz im Sinne Goethes: „Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.“ Sie trugen es nach Hause und waren froh über das Wenige, was ihnen schwarz auf weiß seit 3 Jahrzehnten zugesichert war, jetzt aber wegfiel. Der Zusammenbruch der Sowjetunion beendete das "mutuum date nihil inde sperantes" des Lukas. Ausgerechnet von einem gottloses Staat begründet und zwischen gottlosen Staaten verabredet spielte sich die Tragödie ab, die Dank des Wandels der Strategie des Commandante nicht zu einer Endzeittragödie sich weiter entwickelt hat: Er zog seine Uniform aus und ein weißes Hemd an. Natürlich ohne Kravatte, sonst wäre alles Verrat gewesen. Dass er zuletzt einen Adidas-Trainingsanzug trug wird seinen Feinden geschuldet sein; im Alter überwiegt dann doch die Ironie und man gönnt ihnen: die sehen Derartiges gern. Aber dieses Symbolische weist auch in eine Zukunft, die dann doch wenigstens einen kleinen Wohlstand gemeinsam mit Allen erhofft, der aber privater Natur sein soll und einem staatlich verordnetem Wohlstand die vorletzte Türe weist, bevor sich die letzte Türe öffnet.

Bevor der Weg rückwärts weiter gegangen wird, muss der Reisebegleiter etwas über sich sagen, damit wir wissen, mit welchen Augen und Ohren er unter uns ist. Er sieht und hört auf viele, die alles schon geschrieben haben und hier nur ausgewählt, keinesfalls aber erwählt wurden. Lesen wir bei Leo Kofler:

"Man mache sich nichts vor: Es gibt keine gesellschaftliche Freiheit ohne Freiheit für das Individuum, das nach Autonomie, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit strebt, und das, solange es menschliche Geschichte gibt, unter Freiheit die möglichste Freiheit von allen Schranken und Bindungen verstanden hat, versteht und verstehen wird. Im Vergleich zu den vorangegangen Gesellschaftsepochen stellt die bürgerliche Gesellschaft innerhalb der Klassengeschichte die letzte und höchste Form der Freiheit dar. Aber es ist ein Irrtum der bürgerlichen Ideologie, diese Form der Freiheit mit der absoluten Freiheit gleichzusetzen. Denn die bürgerliche Freiheit, die dem Individuum in weitgehendem Maße freie Bewegung gewährt, stellt gleichzeitig eine Form dar, die eine solche Freiheit nur vortäuscht, indem sie unter dem Schein der Freiheit die Weiterexistenz starker freiheitsbeschränkender Bindungen, d.h. wesentliche Elemente der Unfreiheit, nicht bloß zulässt, sondern geradezu voraussetzt. Der Widerspruchscharakter der bürgerlichen Freiheit ist Ausdruck des Widerspruchscharakters der bürgerlichen Klassengesellschaft überhaupt. Er liegt begründet in der Tatsache, dass einerseits in der bürgerlichen Gesellschaft das Individuum – jedes Individuum – als völlig autonomer und gleichberechtigter Warenbesitzer und damit als völlig autonomer und gleichberechtigter Vertragspartner auftritt, andererseits aber der einseitige, d.h. ganze Klassen ausschließende Besitz an den Produktionsmitteln gleichzeitig diese Autonomie und Gleichberechtigung der Individuen aufhebt. Der durch diese Tatsache ausgedrückte Widerspruch ist der Widerspruch zwischen dem bloß rechtlichen (formalen) und dem auf dem Besitz beruhenden faktischen (sozialen) Zustand in der bürgerlichen Gesellschaft.

Die Aufhebung des Widerspruchs zwischen der formalen Freiheit und der sozialen Unfreiheit bedeutet die Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft überhaupt. Sie ist innerhalb dieser Gesellschaft nicht möglich."

Oft wird deshalb ganz der hegelschen Dialektik folgend von der notwendigen Revolution geschrieben. Warum das Buch aber ein Ende der Revolutionen fordert, ist ohne Weiters nicht zu verstehen. Deshalb sollten wir den Weg gehen, um zu verstehen weshalb unser Begleiter zunächst von der Pest des Protestantismus schreibt und dann einen anderen Weg, jetzt wieder vorwärts, gehen will. Kommentare sind erwünscht; es soll kein Schweigemarsch werden.

(wird fortgesetzt)

Posted by Michael Schwegler at 10:56
Edited on: Freitag, 06 Dezember, 2019 19:05
Categories: Vorwort (Buch)

Samstag, 12 Oktober, 2019

Vorwort

Zum ersten Mal in der Geschichte stellen Geldwerte extrem reicher Menschen eine Gefahr für das Klima unserer Welt dar, die in diesem Zusammenhang kaum erkannt wird. Als eine Gefahr für die Zukunft wird stattdessen die Kehrseite der Medaille, die gewaltige Schuldenlast der Länder, diskutiert. Dabei wird es Zeit, über diese gewaltige Vermögenslast reicher Menschen nachzudenken, weil sich unter ihr das Klima der Erde weiter verändern wird.

Gewöhnlich kümmern sich Vermögensverwalter um die Geldanlagen reicher Menschen. Aufgrund der stetig ansteigenden Geldmengen haben sie inzwischen Schwierigkeiten, genügend solvente Käufer für ihre Ware Geld zu finden, beziehungsweise Verkäufer, die für Geld eine Ware anbieten, dessen Verwertung Mehrgeld in Aussicht stellt. Wegen der ungeheuer angestiegenen Warenfülle stagniert dieser Weg zunehmend, um Geld zu akkumulieren. Nur mit einer Ausnahme folgt nämlich die Ware Geld der Logik aller Waren, die das private Haus verlassen und auf dem Markt angeboten werden. Bleiben die Käufer weg, ist dies für alle Waren meist ein untrügliches Zeichen, dass die Waren überflüssig werden. Für eine Weile gelingt es oft noch, mit Preissenkungen Käufer wieder auf den Markt zu locken; aber wenn auch dieses Mittel ausgereizt ist, hilft nur noch, die Waren in großen Mengen vom Markt zu nehmen. Dann werden sie knapp und können das Spekulationsinteresse der Käufer erneut wecken.

Die Strategie der Warenbesitzer, eine Ware derart kalkulierend knapp zu halten, hat oft sogar einem Ladenhüter wieder einen Käufer beschert. Selbiges kann allerdings von der Ware Geld nicht berichtet werden. Die Ware Geld als Ladenhüter wäre zwar denkbar und auch die Methode, dieser Ware aus diesem freudlosen Zustand zu verhelfen. Das setzt aber Fraternité voraus, die nicht der Fraternité der Französischen Revolution entspricht, sondern eher auf eine Brüderlichkeit verweisen würde, die in der „De civitate Dei“ des Augustinus gegründet wäre. Diese aber wurde von den Bürgern der Französischen Revolution im Jahr 1789 aus dem Land gejagt. Niemand ist mehr bereit, sein überflüssiges Geld zu vernichten und im Schuldner den Bruder zu sehen. Dem Geist des Augustinus, wenn dieser aus dem Mund eines Thomas Müntzer gesprochen hätte, entspräche eine derartige Brüderlichkeit aber allemal. Allerdings sprach dieser Geist aus seinem getreuen Nachfolger, dem Augustinermönch Martin Luther, der dann doch nur als Beispiel für die Fraternité der französischen Revolution taugt und die Revolutionäre von Paris taten gut, diesen Geist aus dem Land zu jagen.

Im Land blieb das Geld der reichen Bürger. Es war angesichts der Tatsache, dass der letzte König des Landes die angehäuften Schulden seines Königshauses vermutlich nie mehr zurückzahlen konnte, als Vermögen der Bürger lediglich beurkundet, und diese Urkunden taugten nicht einmal, einen Hund hinter dem Ofen hervorzulocken. Das Ancien Régime war am Ende. Ein Staatsbankrott stand unmittelbar bevor. Das Volk der Franzosen aber hungerte und unter den ersten Revolutionären mischten sich noch Gläubiger, die sich um das feudale Finanzsystem nicht mehr kümmerten und eigene, revolutionäre Finanzsysteme im Kopf hatten. Ihre Idee war die Soforthilfe: Eine Währung, die auf dem Gegenwert der gewaltigen Vermögen des Klerus gegründet werden solle. Die alten königlichen ungedeckten Livres wurden gegen harte, gut gedeckte Assignaten-Livres getauscht. Noch am Ende des ersten Revolutionsjahres wurden sie gedruckt: 400.000 Assignaten, gesichert durch die Besitztümer des enteigneten Klerus, und im Jahr 1790 schien alles wirtschaftlich schon deutlich besser zu werden.

Aber es funktionierte nicht. Die Assignaten-Livres vermochten wenige Jahre später noch nicht einmal das tägliche Brot zu sichern, auf das die Sansculotten in diesen Zeiten bitter angewiesen waren. Zu oft wurden im Rausch der Spekulation die Druckmaschinen angeworfen und zuletzt waren insgesamt 45 Milliarden Assignaten-Livres in Umlauf gebracht. Gegenüber dem geschätzten enteigneten Kirchenvermögen von 2 bis 3 Millarden Livres konnte von hartem gesichertem Geld im Jahr 1796 keine Rede mehr sein.

Die vermögenden Bürger engagierten sich erst wieder, nachdem mit einem neu geschaffenen Franc eine Goldwährung ihre Darlehen zur Finanzierung der Feldzüge ihres ersten Konsuls und ehemaligen Jacobiners Napoleon Bonaparte absicherte. In der Hoffnung, dass mit militärischen Siegen über die Fürsten der feudalen Landschaften in ganz Europa nicht nur die Durchsetzung der Parolen des französischen Bürgertums gelingt, sondern dass die Eroberungen auch die für die Prägung der Goldmünzen notwendigen Werte besorgt, setzten sie nach und nach den stofflichen Teil der Moderne, den "Code civil des Français" in Europa durch. .

(Auszug aus dem Vorwort des Buches "Ende der Revolutionen")

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Posted by Michael Schwegler at 21:09
Edited on: Freitag, 08 November, 2019 17:09
Categories: Vorwort (Buch)