« Das höchste Gut und die Güter | Startseite | Wo der Bürger aufhört, da erst beginnt der Mensch »

Freitag, 25 September, 2020

Netzwerk der Armen

vielleicht das wichtigste Netzwerk, das den Schlüssel in der Hand hält, der in eine neue Gesellschaft führen könnte.

Alle sind wir arm, aber vorallem diejenigen, die vom täglichen Lohn völlig abhängig sind. Seit sie unseren Vorfahren die Allmende geraubt haben, teilte sich die Gesellschaft definitiv in arm und reich. Die Mächtigen führten Nutzungsgebühren über die Nutzung der natürlichen Gaben der Natur ein und tun heute alles, um die Allmende zu verteufeln. Sie lassen geflissentlich aus, dass die Bauern vor den Zeiten Martin Luthers die Allmenden gottgefällig nutzten. Nutzungsoptimierungen, die ein kapitalistisches System voraussetzen, in der die Konkurrenz entwickelt ist, kannten diese gottesfürchtigen Menschen nicht. Eine obligatorische Freisprechung durch einen Gnadengott kannten sie erst recht nicht. Ihr Gott war barmherzig.

Seit der Mensch ohne die Allmende seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, ist er unter das tägliche Joch fremdbestimmter Arbeit gezwungen. Arm sind heute alle, die ohne Grundbesitz geboren werden. Ihnen wird das Haifischbecken zugewiesen, in dem sich zunehmend mehr Menschen heute bewegen müssen und die für den Kampf ums Überleben in diesem Becken bereits als Kinder heute in den Kindergärten und Schulen erzogen werden. Die mit Grundbesitz Geborenen aber sind schwer belastet. Belastet ähnlich der Erbsünde, die Luther den Bauern predigte. Ihr Weg zur Willensfreiheit ist steil und selten schafft einer dieser bedauernswerten Geborenen diesen Weg. Faul lasten ihre Leiber auf den Lebenden, sinnlos verwalten sie ihr Erbe. Wahrhafte Menschen werden diejenigen, die nicht den steilen Pfad zur individuellen Willensfreiheit gegangen sind und die Geschichte des Landraubs studiert haben, nie. Sie besorgen ihre eigene Langweile des ewig Wiederkehrenden und tun alles, um sich vor der Wahrnehmung ihres armseligen Lebens abzulenken: Sie finden Zerstreuung in Sport, Spiel, und Spannung, fremdbestimmter Spannung.

Glücklich die ohne Erbsünde Geborenen.

Das war zu Luthers Zeiten noch völlig anders. Nur die mit der Erbsünde Geborenen waren in der Lage, die Natur in Wort und Schrift zu studieren. Die einfachen Menschen waren größtenteils frei. Sie lebten meist in armen, bescheidenen Verhältnissen, aber sie waren frei. Ihre Welt war geordnet und gottgefällig. Sie mussten die Sache mit der Erbsünde glauben, obwohl sie noch nie am Raub des Grund und Bodens der Erde beteiligt waren.

Heute, 500 Jahre nach Luther, studieren auch die Armen die Natur in Wort und Schrift. Zunehmend beteiligen sie sich am Raub des Grund und Bodens, werde kleine Sünder und entlasten das Gewissen der großen Sünder. Sie sind sich in der Mär, dass Christus für sie gestorben ist, einig. Sie brauchen diesen Christus und sie brachen den Schutz des bürgerlichen Rechts. Einige haben die 12 Artikeln der Bauern studiert und kämpfen dafür, dass den Bauern Gerechtigkeit zukommt und sorgen dafür, dass die Wunde nicht heilt. Das sind die Menschen, die ohne Erbsünde geboren sind. Ihr Gott ist anders. Die Zeiten werden sich ändern. Sie sollten sich aber vernetzen.

Ein Netzwerk der Armen, das rudimentär mit dem Armutsnetzwerk bereits gegründet wäre, sollte von den Armen übernommen und geführt werden und die Reichen, sollten sie in der Leitung des Netzwerks beratend unterstützen. Das Anhängsel e.V. kann in einem zweiten Gründungsakt abgeschafft werden. Die Armen brauchen keine staatliche Zustimmung, sie brauchen keinen Notar. Die Armen in diesem Netzwerk kümmern sich selber um sich. Der Staat sorgt ohnehin dafür, dass dieses Netzwerk größer wird und die wirklich Armen werden unabhängig von ihm politisch für bedingungsloses Grundeinkommen kämpfen. Viele Initiativen, die heute allein schon wegen dem Kampf gegen die Ursachen des Klimawandels wichtiger denn je sind, sollten sich nach und nach diesem zentralen Netzwerk anschließen. Initiativen, die bereits heute den Austausch oder die kostenlose Abgabe von gebrauchten Gütern besorgen, einen Markt für die Abgabe von überschüssigen Lebensmitteln, den Austausch von Handwerkerleistungen, Werkzeugen und Werkstätten und Vieles mehr leisten, bekommen mit diesem Netzwerk ein institutionelles Fundament für das politische Wirken ihrer gemeinsamen außerparlamentarischen Opposition.

Belebt die Tauschbörsen und folgt inhaltlich dem Lukas, erklärt ihn zum Schutzpatron dieses Netzwerks der Armen, denn alle Menschen, die nicht arm, aber Menschen guten Willens sind, werden glücklich, wenn sie alles oder wenigstens einen Teil ihres Reichtums diesem Netzwerk übergeben können. "Geben ist seliger als nehmen", dafür müssen nicht erst Studien zitiert werden. Es ist der Mensch guten Willens, der in diesem Netzwerk eine Heimat findet und unabhängig davon, ob er arm oder reich ist. Allein an der Leitung dieses Netzwerks darf sich der Reiche nicht beteiligen. Die Grenze zwischen arm und reich ist in diesem Netzwerk klar gezogen: Arm ist, wer unter dem geforderten bedingungslosen Grundeinkommen seinen Alltag bestreiten muss, reich ist, wer darüber ein regelmäßiges Einkommen hat. Einen Mittelstand kennt dieses Netzwerk nicht.

Jeder ist Kind seiner Klasse und wird oft entsprechend genug klassenbewusst erzogen, so dass das ewig Wiederkehrende einem bestellten Teufel gleicht. Er kann besiegt werden. Keinesfalls in der Installation der Herrschaft einer Klasse über die andere, sondern allein mit der Gemeinschaft der menschlichen Vernunft.

Die ungeheure Macht der Vermögenden wird in diesem Netzwerk der Armen wohl gesehen und viele der Vermögenden werden alles tun und die Gesetze ändern, damit dieses Netzwerk nicht signifikant wirksam werden soll. Sie werden es nicht zulassen, dass die Armen, die Menschen ohne Grund und Boden, außerhalb der staatlichen Kontrolle zusammenfinden. Sie werden sie treten. Deshalb sollte dieses Netzwerk mit einem politischen Netzwerk eng verküpft werden, das unabhängig von den bürgerlichen Politikern agiert und gleichzeitig geknüpft und aufgebaut wird und mit dafür sorgt, dass, dass ihresgleichen, die Menschen guten Willens, die Abschaffung des Unheils in den Nationalstaaten besorgen: Die Abschaffung des Rechts auf Grund und Boden. Die Erde gehört niemandem.

Glücklich, wer in dieses Netzwerk einzahlen kann, glücklich, wer in diesem Netzwerk finanzielle Sicherheit erfährt. Die Vernunft wird den Beweis erbringen, dass es genügend Vermögende, wirklich Vermögende, gibt, die Menschen guten Willens sind und in dieses Netzwerk investieren werden. Sie werden dies aber nur tun, wenn in diesem Netzwerk nicht der Zwang, sondern das Vertrauen der Netzwerker das alleinige Fundament des Netz bildet.

Anmerkung: Dieser Haupteintrag auf endederrevolutionen.de wird bezüglich der Behauptung, dass es Vermögende geben wird, die ein Netzwerk der Armen finanziell unterstützen werden, noch ausführlich und begründet fortgeführt.

Der Text wurde übrigens als Antwort auf die Ausführung, dass es keine falsche Sozialpolitik im bürgerlichen Staat geben kann, im Forum "Kritische Bürger gegen falsche Sozialpolitik " zum ersten Mal verfasst. Am Tag darauf, am 25.09.2020, wurde der Autor von endederrevolutionen von diesem Forum " völlig überraschend inmitten eines Dialogs mit einer armen kritischen Bürgerin dauerhaft ausgeschlossen". Erst wenige Tage zuvor hatte sich der Autor in dieses Forum verirrt. Er dachte, im Forum des Armutsnetzwerks zu sein. Dieses Netzwerk allerdings, so erklärte das die Administratorin des Netzwerks "Kritische Bürger...", unterhält kein Forum. Nachdem er den Artikel verfasst hatte, wurde er für das Forum gesperrt. Zynisch und falsch antwortet, vermutlich der Führer des Forums, und begründete die Sperrung mit der Lüge, dass der Autor "auf eigenen Wunsch gesperrt wurde". Eine Dokumentation dieses hervorragenden Beispiels für das Wesen des Bürgerlichen wird derzeit geschrieben.

Posted by Michael Schwegler at 7:15
Edited on: Mittwoch, 21 Oktober, 2020 17:30
Categories: Der einfache Mensch