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Samstag, 21 November, 2020

Eine Übergangsgesellschaft

H.M. antwortete endederrevolutionen.de über die Kommentarfunktion des Fassadenkratzers auf den Text "Was tun?" und auf die Übergangsgesellschaft. Der Betreiber des Weblogs Fassadenkratzer brach die Kommunikation über das Formular seines Blogs unerwartet ab; hwludwig: "Der Kommentar führt weit über das Thema des Artikels hinaus, auf den kaum jemand eingeht. Die Fragen sind zum Nachdenken gestellt. Aber hier bitte keine Antworten einstellen. Sie werden nicht veröffentlicht." Das Thema war die autoritäre macht der Obrigkeit. Eine Zensur fand nicht statt.

Über das weitere Geschehen der autoritären Macht der Obrigkeit wird in den nächsten Tagen hier berichtet. H.M. wurde über die Kommentarfunktion gebeten, mit den Autor von endederrevolutionen.de die Kommunikation auf dessem Weblog öffentlich fortzusetzen. Hier vorab die bisherige Kommunikation auf dem Fassadenkratzer:

Ausgangstext M.S.: Wir rücken zusammen. Was aber tun? Ich habe eine Antwort verfasst unter http://endederrevolutionen.de/docs/wastun.html. Ich möchte nicht werben. Aber es könnte ja sein, dass jemand diesen Text liest und aufsteht. Aufsteht und einen anderen Weg aufzeigt. Die Obrigkeit formiert sich. Die Zeiten ändern sich und meines Erachtens seit dem Jahr 2000 wieder auffällig. Die Transformation der Demokratie in einen autoritären Obrigkeitsstaat nimmt an Fahrt auf. Wir sollten was tun und nicht nur diskutieren.

Antwort von H.M.:Sie haben sehr viel an Gedanken ausgedrückt, Mißstände kritisiert, Wunschvorstellungen formuliert. Aber wie sollte der Weg zum Besseren sein? Bitte fassen Sie Ihre Antworten in je einen Satz zusammen: 1) Wo liegen die Ursachen für die negativen Zustände für die Menschen/Menschheit? 2) Welche Ihrer vorgeschlagenen Maßnahmen richten sich auf die Ursache? 3) Welche Maßnahmen sind logisch notwendig, um die Ursachen komplett beseitigen zu können und zudem realistisch machbar (BRiD und Welt)? Ich denke, mit den Antworten lässt sich sehr gut erklären, warum so viel „ungeheuerliches“ passiert.

Einlassung von M.S.: Sie verlangen viel. Gerne würde ich im Gegenzug erfahren, weshalb sich Ihre Fragen aus dem Text „Was tun?“ nicht selbstredend beantworten lassen. Es wäre gerade für die aktuellen Geschehnisse über die inzwischen nahezu permanent geführten Angriffe der Exekutive auf das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen sehr wertvoll, die aufgeklärten Gedanken zu bündeln und in einem herrschaftsfreien Diskurs (Habermas) über Wege aus der Bevormundung des Einzelnen zu suchen. Persönlich sehe ich einen Weg nur in der Beseitigung des Fundaments des Bürgerlichen Rechts, in der Beseitigung des Rechts auf Eigentum an Grund und Boden. Ich versuche es, wie Sie verlangen, mit jeweils einem Satz Ihre Fragen zu beantworten: 1. In der Instrumentalisierung von Politikern weltweit, um ihre Herrschaft der vermögenden Bürger mit Hilfe der Gesetze weltweit scheinbar vernünftig abzusichern. 2. Die konsequente Absage an die Politik mittels Organisation in nichtstaatlichen Netzwerken und gegenseitiger Verpflichtung die Würde des Gegenübers stets zu achten (Wahrheitsliebe). 3. Die Bewahrung der Schöpfung unseres blauen Planeten Erde mit der Abschaffung des Rechts auf Bodeneigentum auf und unter dem Boden dieser Erde.

Nicht ausreichend, deshalb H.M. an M.S, Sie schrieben: „Gerne würde ich im Gegenzug erfahren, weshalb sich Ihre Fragen aus dem Text „Was tun?“ nicht selbstredend beantworten lassen.“ Mit der Bitte um kurze Darstellung wollte ich Sie ermuntern, sich verständlicher auszudrücken. Danke für Ihre Antworten. Diese lassen aber Fragen offen, die ich Sie bitte [weiter] zu beantworten. Zu 1) „Instrumentalisierung der Politiker…“ Offensichtlich sind Politiker machtlos. a) Wer also hat die Macht? b) Nach der Ursache gefragt: Wodurch wird die Macht erzeugt und gesichert? Zu 2) „Die konsequente Absage an die Politik mittels Organisation…“ Wenn bereits Politiker instrumentalisiert werden, a) wieso sollte es mit Organisationen anders sein? (Parteien sind auch nur Vereine in politischer Funktion!) b) Was kann/müsste grundsätzlich geändert werden, damit politisch Tätige unabhängig von äußeren Mächten werden? Zu 3) „Die Bewahrung der Schöpfung… Abschaffung des Rechts auf Bodeneigentum“. a) Welche Mächte sind wie zu verhindern, um die Schöpfung zu bewahren? b) Ist das Eigentum an Boden wirklich das Problem, oder geht es nicht eher um gerechte Begrenzung/Verteilung aller (leistungslosen) Einkommen? c) Und noch einmal die Frage: Welche Maßnahmen sind logisch notwendig, um die Ursachen (steuernde Mächte nach Klärung in 1,2) komplett beseitigen zu können und zudem realistisch machbar (BRiD und Welt)? Bitte hierzu unbedingt anschauen, sehr verständlich und kurzgefasst: „Interview mit Prof. Dr. Kreiß" und „C. Kreiß und H. Grill: Ansätze aus der Krise/ das Wirtschaften aus dem Beziehungsfeld harmonisieren“. Mit Blick auf gemeinsame Klärung der restlichen Fragen wiederhole ich: „Ich denke, mit den Antworten lässt sich sehr gut erklären, warum so viel „ungeheuerliches“ passiert.“

"Sich verständlicher ausdrücken". Diesen Hinweis erhalte ich öfters, Kritik indes nicht.

Das youtube-Video mit Prof. Kreß: Die Diskussion mit Prof.Dr. Christian Kreiß war einfach zu analysieren. Die Gedanken sind bekannt und typisch für einen gebildeten Protestanten. Ausgehend von der Bibel und vom Josefspfennig landet er bei einer teuflischen Erdkugel aus Gold. Gold allerdings, das keinen Wert hätte und kein Mensch haben könnte, weil auf einem Planeten aus Gold kein Mensch gar kein Mensch lebt. Da lebt vielleicht der Teufel; wir wissen es nicht. Die Pfenniggeschichte, o ja, die wird gerne gehört und deshalb spinnt weiter. Spinnt das Gold und es werde ein Maß für das Geld. Über unseren Pfennig aber wissen wir noch nicht einmal, ob nach dem Planeten Erde aus Gold auch alle übrigen Gestirne, die Gestirne des Reich Gottes, der Logik des Josefspfennigs weiter folgen werden und Gott irgendwann einmal weichen muss, weil sich der Teufel all dieser Gestirne bemächtig hat. Und alles nur, weil dieser gottverdammte Josef diesen gottverdammten Pfennig zur gottverdammten Bank getragen hat. Spinnt weiter, aber arbeitet und ach wie gut dass niemend weiß, dass ich Martin Luther heiß.

Christian Kreß erkennt die Konzentration von Kapital als Ursache von Krisen und verweist auf ständigen Krisen, exemplarisch auf die Weltwirtschaftskrisen von 1929 und 2007. Er erkennt, dass ca. alle 50 Jahren ein Schuldenerlass nötig wäre: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern". Das Vater-unser spricht er nicht. Schafft das herrschende System nicht ab. Gehorchte der Obrigkeit, Römer 13. Natürlich war für ihn Luther "ein großartiger Mensch", schlimmer als Mörder und Räuber und er empfahl den Fürsten, die Bauern zu töten. Nicht Christian Kreiß empfahl das, Luther empfahl das! Die Fürsten folgten ihm.

Später folgten ihm die reichen Bürger. Der erste Weltkrieg brach aus. Mit dem Schwundgeld, einer Idee von Sivio Gesell, sollten die Verbrechen beendet werden. Diesmal bemüht er nicht Rumpelstilzchen sonder das schöne Kinderlied, das er aber scheinbar nicht ganz versteht. Er nennt nur die erste Zeile: "Taler, Taler, du musst wandern". Klar, da sprach er von der notwendigen Zirkulation des Kapitals, von Geld-Ware-Mehrgelt. Die letzte Zeile kannte er nicht oder verschwieg sie: "Taler, Taler, lass dich bloß nicht sehn". Diese Zeile ist aber entscheident. Wer da an der Zirkulation mit welchen Absichten wirkt, darf nicht gesehen werden und es war nicht die österreichische Nationalbank, die das Experiment Wörgl nach 13 erfolgreichen Monate beendete obwohl die Wirtschaft florierte: Die Wanderung des Talers verhinderte nicht die österreichische Nationalbank. Es waren die Bürger Österreichs, die dafür sorgten, dass ein Gesetz geschaffen wird, dass dieses Experiment beendet und das Schwundgeld nur ein Spuk bleibt. Stellen Sie sich vor: Riesige Geldvermögen und das geld schwindet, obwohl keiner arbeitet. Quatsch sagten die Bürger, quatsch sagten die Politiker. Wofür haben die Menschen so lange gespart? Hilfe, die wollen an unser Vermögen! Kommunisten!

Christian Kreiß erkennt "keine Krise in Deutschland", was angesichts der großen Krise merkwürdig ist. Er kann sie nicht erkennen, denn er verkörpert die Krise: Die Wirtschaft soll florieren und Arbeitswertscheine sollten wohl wieder eingeführt werden. Lasst das Hohelied Martin Luthers, das Lied der florierenden Arbeit, wie damal in Wörgl neu erklingen. Ständig hinter dem Geld her, das, wenn nicht ausgegeben, seinen Wert verliert. Schwundgeld, kraft Gesetz, ein Hamsterrad, arbeitet und konsumiert, immer schneller, die Verfallszeit des Geldes kann eingestellt werden. Nicht die Natur stellt sie ein, der Mensch stellt sie ein. Zirkulation auf höchstem Niveau. In den Jahren nach den schweren Depressionen der 1920iger Jahre wussten auch die Revolutionäre der Münchener Räterepublik nichts besseres und bestellten Silvio Gesell zu ihrem Minister. Das ist verständlich, aber deshalb doch nicht wahr. Heute wissen wir, dass eine "florierende Wirtschaft" definitiv unseren Planeten verwüsten wird, wenn die Florierung anhält. Definitiv, aber wir wissen nicht über das Maß: 420 ppm, 450 ppm? Gegenüber natürlichen 280 ppm schon ganz ordentlich mehr und ein Wachstum in gerade erst einmal gut 200 Jahren. Für eine, zwei generationen wird es noch reichen. Wachst Kinder, wachst. Da laden die Politiker zum russischen Roulett ein und spuken mich an, weil ich nicht mitspielen will. Solange es beim Spuken bleibt ist mir das egal, ich ertrage jede Niedertracht. Aber die Gefahr besteht, dass sie mir den Revolver in die Hand drücken und im Hintergrund der Henker wartet: De libero arbitrio. Jetzt, H.M. wäre noch etwas Zeit, wir sollten handeln.

Die erste Frage war spontan und einfach zu beantworten. Spätestens seit dem 14. Jahrhundert können bereits mehrere Familien genannt werden -so etwa die schwäbischen Fugger, später die venezianischen Medici- die über die Jahrhunderte Geld mit Handel und Sklaven akkumulierten. In der Neuzeit hatte Bert Engelmann mit seinem Buch, "Das Reich zerfiel, die Reichen blieben" hervorragendes geleistet. Locker könnten ganze Buchreihen über die Akkumulation des Kapitals geschrieben werden. Wesentlich zur Beantwortung der Frage ist der Umstand, dass die Französische Revolution einen konkreten Auslöser hatte: Der Adel war hoffnungslos bei den vermögenden Bürgern verschuldet und diese wollten, was leicht nachvollziehbar, ihr Geld zurück, nachdem das Staatsdefizit beängstigend anstieg. Der Verlauf dieser Epoche ist hinlänglich bekannt und am Ende waren es eine Gruppe um Napoleon Bonaparte, der die geniale Lösung mit dem Code Civil erfand. Eine Zukunft für die vermögenden Bürger, die ihnen den Glauben an die Sicherheit ihrer Vermögen durch einen bürgerlichen Staat gesetzlich zusichern konnte. Die Politiker haben natürlich viel Macht, wie ein bissiger Hund viel Macht hat, wenn sein Herr die Leine allzu lang führt. Aber der Hund weiß wenigstens, wer sein Herrchen ist. Die Politiker könnten es auch wissen, wenn sie bei endederrevolutionen lesen würden. Natürlich könnten sie auch bei Marx, bei Agnoli, selbst bei Comenius lesen. Immer würde ihnen klar werden, dass sie das Geschäft des Code Civils besorgen (müssen). Daran wäre nichts verwerfliches, wenn sie wenigstens den Boden frei geben würden. Kurz: Die Politiker sind nicht machtlos. Ursache, bzw Grundlage ihrer Macht ist das Bürgerliche Gesetzbuch, das ihnen auch ihre Macht grundgesetzlich geschützt zusichert.

Die zweite Frage beruht auf flüchtigem Lesen. Nichtstaatliche Organisationen! Der Staat ist inzwischen derart in den Köpfen vieler Menschen verankert, dass dieser Begriff erst gar nicht erfasst wird. Da gibt es keine Vereinssatzung, keinen Gang zu Notar. In diesen Organisationen, die nicht mit den NGOs verwandt sind, gilt kein bürgerliches Recht; das bürgerliche Recht bleibt draußen vor der Tür. In diesen Organisationen, besser, in diesen künftigen Netzwerken, gibt es nur das Vertrauen. Eine Kategorie, über die kein Politiker nachdenkt und an die kein Mensch mehr glaubt. Letzteres aber kann objektiv gesehen nicht stimmen: Der Autor von Ende der Revolutionen glaubt nicht nur daran, er hat ein politisches System entworfen, das Vertrauen sogar zu einer Verfassungsnorm erheben will. Durch das Gesetz.

Zur letzten Frage will der Autor nicht mehr besonders Stellung nehmen. Das empfohlene Video beginnt mit dem Hinweis, dass durch Covid-19 die Zahl der Kinder auf 1,2 Milliarden Kinder steigen wird, sie würden an den Rand des Verhungerns gedrückt. Das sage nicht der Vortragende, das sage ein kapitalfreundliches Magazin. Die sagen, dass wir heute pro Tag etwa 200 Tausend verhungerde Kinder sehen würden und diese Zahl würde sich noch drastisch erhöhen durch diese Logdowns. An dieser Stelle, es waren noch nicht einmal 2 Minuten Videodauer erreicht, brach ich das mir empfohlene Video ab.

Der Hunger in der Welt, gegen den der Autor bereits als Kind in den 50er Jahren alle Süßigkeiten, die während der Fastenzeit er zusammen mit anderen Kindern gesammelt und den Franziskanerinnen, die in seinem Kindergarten ihn mit anderen Kindern betreuten und die er gemeinsam mit den anderen Kindern kurz vor Ostern ihnen überreichte, ist nicht weniger geworden, im Gegeteil. Auch als er später als Georgspfadfinder in fremden Gärten arbeitete und unter dem Motto "Flinke Hände, flinke Füße" Geld einsammelte, damit es den Armen überweisen wird, las er, dass trotz diesen Aktionen sich der Hunger in der Welt vergrößerte. Er sorgte sich mir Kommilitonen, ging auf die Straße und klagte die Mächtigen an, bat sie, doch nicht zum Mond zu fliegen, sondern Nahrungsmittel nach Afrika zu schicken. Sie aber flogen zum Mond und heute wollen sie sogar zum Mars. Wir weinten bei den Nachrichten aus Bangladesch und fluchten, nachdem sich der Kommerz sich selbst dieser von Menschen gemachten Katastrophe bediente. Jetzt, nachdem die Füße nicht mehr flink sind und das Alter längst Platz neben ihm genommen hat, hat er keine Hoffnung mehr, dass diese bürgerlichen Gesellschaften in denen die Politiker reich und gesichert, das Gesetz dem Kommerz gehorcht, das Volk aber arm und ungesichert lebt und dass ein bürgerliches Gesetzbuch dort und hier keinesfalls etwas daran ändern wird. Die Mächtigen können sich auf den Pöbel verlassen. Der Autor aber ist Mensch unter dem Pöbel und gehört zu ihnen. Er schämt sich deshalb nicht. Er kämpft heute unter ihnen mit Texten, will aufklären und freut sich jeden Morgen wenn er sehen kann, dass immer mehr bei ihm lesen. Es sind noch sehr sehr wenige, aber es werden immer mehr. Er will aufklären, dass es nicht der böse Wille der Mächtigen ist, von Staaten, in denen die Kinder hoffen müssen, dass sie nicht verhungern, bevor sie überhaupt nur erwachsen werden: Es ist das Bürgerliche Gesetzbuch selber, das der Teufel geschrieben hat. Die Namen, mit denen der Teufel geschrieben hat, sind alle bekannt, samt ihren Geburtsdaten. Der Vorsitzende dieser Arbeitsgruppe hat sich sogar als Kaiser der Franzosen in die Gehirne der Menschen eingeschrieben. In der Folge der Aufklärung über die Zeit nach 1804 empfiehlt ein Leser des Fassadenkratzers ein solches Video. Er schrieb mir noch, ich könne seine EMail über Google herausfinden. Weshalb er diese dem Autor nicht einfach mitteilte, mag verstehen wer will: Postmoderne Zeiten. Dem Leser und dem Vortragenden im Video sei empfohlen, besser bei Lukas zu lesen. Sie könnten Nahrungsmittel in die Länder schicken und leihen, wo sie sicher sein können, dass nichts zurückkommt. Natürlich müssen sie aufpassen. selbst die Welthungerhilfe e.V. antwortete dem Autor nicht, als dieser einen Blick in die Bilanzen des Vereins werfen wollte. Aber es gibt eine Vielzahl anderer Wege. Ihren Eitelkeiten jedenfalls wird der Autor nicht folgen. Sie werden ihm auch nicht folgen, das entmutigt aber den Autor nicht, das weiß er.

Posted by Michael Schwegler at 15:04
Edited on: Sonntag, 29 November, 2020 7:39
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