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Freitag, 24 April, 2020

Außerparlamentarische Opposition

der postmoderne Faschismus muss enden. Die Nachkommen sollen leben.

Plausibel kann das nicht gewünscht werden. Was soll das heißen? "Die Nachkommen sollen leben und der postmoderne Faschismus soll enden"? Auch ein Hund lebt, wedelt sogar mit dem Schwanz, obwohl er den ganzen Tag angeleint ist. Was also bitte soll das heißen? Außerdem definieren wir Faschismus anders. In Deutschland herrscht ein Rechtssaat und kein Faschismus.

Eine Zusammenfassung von endederrevolutionen.de:

Im Jahr 1525 wurden die Artikel der Bauern in Memmingen geschrieben. Die verschiedenen Haufen der Bauern wollten die Sache, die für alle als teuflische wahrgenommen wurde, selber in die Hand nehmen. Gottes Wort sollte den Waffenbrüdern auf der Gegenseite verkündet werden. Einzelne ihrer zwölf Artikel traten besonders hervor. So der 4. Artikel: Dass es unbrüderlich sei, dem Wort Gottes nicht gemäß, „dass der arme Mann nicht Gewalt hat, Wildbret, Geflügel und Fische zu fangen. Denn als Gott der Herr den Menschen erschuf, hat er ihm Gewalt über alle Tiere, den Vogel in der Luft und den Fisch im Wasser gegeben..“. Mit der Fraternité der Französischen Revolution wurde die Brüderlichkeit der Bauern, wie sie in diesem 4. Artikel gefordert wurde, endgültig abgeschafft.

Auch der 5. Artikel: „Haben sich die Herrschaften die Hölzer alleine angeeignet. Wenn der arme Mann etwas bedarf, muss er es um das doppelte Geld kaufen. Es sollen daher alle Hölzer, die nicht erkauft sind , der Gemeinde wieder heimfallen, damit jeder seinen Bedarf an Bau- und Brennholz daraus decken kann“. Hölzer: damit sind die ehemaligen Gemeindewälder gemeint, die jetzt einen Rechtsgegenstand darstellten, der dem natürlichen Wald völlig fremd ist. Der Bauer des 16. Jahrhunderts wusste das, der meinte das nicht; der Bürger des 21. Jahrhundert meint nur noch, der kommt ohne Wissen aus. Das Wissen haben die Anderen und vor allem, wenn die im Parlament sprechen. Nicht er hat das Wissen. Mit der Égalité der Französischen Revolution wurde die Gleichheit der Menschen abgeschafft. Der 6. Artikel: „ Soll man der Dienste wegen, welche von Tag zu Tag gemehrt werden und täglich zunehmen, ein ziemliches Einsehen haben, wie unsere Eltern gedient haben, allein nach Laut des Wortes Gottes. Die Bauern erkannten das Fundament, dass gerade eingefasst wurde, damit der Beton später ordentlich gegossen und scharfkantig härtet: Das Kapital ist nichts, leeres Geschwätz und in Gold gefasst, das man nicht essen kann. Es ist nichts, wenn nicht der arbeitende Mensch hinzukommt. Er ist neben der Natur das Subjet, das den materiellen Reichtum schafft und unterhält. Der Weg in die Arbeitsgesellschaft begann mit den Gedanken Martin Luthers, dem sie noch heute hinterherlaufen. Nicht dem Martin Luther laufen sie hinterher, der ist längst tot, seinen Gedanken laufen sie hinterher wie die Entchen der Ente. Mit der Reformation hat die Revolution begonnen, die als permanente Revolution vielleicht erst enden wird, wenn das Elend wieder zurückkehrt. So wie die Menschheit begann, vor Jahrtausenden und ausgeliefert einer Natur, die bestimmt kein Garten Eden war, könnte sie enden: Mit einem Klimawandel, der Ursache ist, dass das Elend der Menschen nicht, dass die permanente Revolution endet. Mit der Liberté der Französischen Revolution wurde die Freiheit des Menschen abgeschafft.

Diesmal werden sie nicht mehr nach oben schauen und im Himmel Rat suchen. Vielleicht werden sie in die ehemaligen Konsumtempel gehen und die Hintergründe bestaunen, die für den Klimawandel gesorgt haben. Wieder wird eine Frau ein Buch über die Banalität des Bösen schreiben und keiner wird ihr diesmal widersprechen. Das Ende der Revolutionen ist erreicht, der Protestantismus endet.

Es werden sicher Menschen den Klimawandel überleben und sich entsprechend einrichten. Dafür ist die Technik und der Egoismus der Mächtigen weit fortgeschritten. Diese sich selber auserwählten Mächtigen werden dem früheren Gott der Fürsten sagen, was seit den 16. Jahrhundert wirklich Sache war und selber müssen sie für eine Zukunft auf dem Planeten unter den veränderten klimatischen Bedingungen sorgen. Der alte Gott, der früher das Volk Israel auserwählt und aus der Gefangenschaft geführt hat, hat sie nicht auserwählt. Der wurde aus dem Staat geworfen. Er wird ihnen auch nicht antworten, wenn sie verzweifelt wegen dem Klimawandel ihn anrufen. Der hat nie geantwortet, wenn er angerufen wurde. Auch seinem Sohn hat er nicht geantwortet, als dieser in Todesangst schrie, "eli eli lama sabachthani" "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?". Da ist ihr eigener Gott anders, der antwortete zwar auch nicht, er besorgte ihnen aber immer, was sie wollten. Dafür übergab er ihnen die Fasces. Da unetrscheiden sich die beiden Gottheiten: Der alte Gott der Bauern war ein barmherziger Gott. Jetzt am Ende der Revolution werden aber auch die modernen Fasces verbrennen; diese waren nie fossil und tragen deshalb zu einem weiteren Anstieg des CO2 nicht bei. Selbst wenn das Physiker anders sehen wollen werden wir deshalb nicht leiden.

Keiner weiß heute wie diese künftige notwendige Zeitenwende ausfallen wird. Wir wissen nur, dass davor wieder eine große Völkerwanderung stattfinden wird, die heute bereits begonnen hat. Kein Mensch sitzt einfach da und wartet, bis es zu spät ist. Die im 16. Jahrhundert eingetretene Zeitenwende wird enden und eine neue wird sie ablösen; die Zeit des durch Menschen verursachten Klimawandels wird als die Zeit des gesellschaftlichen Irrationalen in die Geschichte eingehen. ‚Alles fließt', Heraklit ist unsterblich, die Natur ist unsterblich, nur der Mensch stirbt. Objektiv haben die Überlebenden gar keine andere Wahl und subjektiv nimmt sich der Mensch am Ende der permanenten Revolution nicht mehr war.

Unabdingbar und fest verkettet in der Zeit des Irrationalen sind die Fasces: Phasen, in denen der Faschismus immer wieder zeigt, wie der Mensch als arbeitender Mensch der Obrigkeit zu dienen hat.

Die Fasces generieren sich immer wieder selber. Bei den Etruskern, im Cäsarismus, im Bonapartismus wurden sie geformt und als ordentlicher Faschismus traten sie danach in den Jahren 1930 bis 1945 in nahezu allen Teilen Europas besonders gewaltig und menschenverachtend auf. Zur allgemeinen Menschenverachtung, die jedem Faschismus eigen ist, trat im Nazismus vorallem in Deutschland noch ein Rassismus hervor, der allerdings dem Denken aller Faschisten ebenfalls eigen ist: Ansonsten kommt der Rassismus kultiviert daher wie bei Kant, und nur die überaus dummen Menschen, die nicht nur bei diesem US-Präsident ausgemacht werden können, bekunden ihn öffentlich; das ist aber einem Narzissmus geschuldet und dazu werden sie erzogen; das bürgerliche Recht sorgt dafür! Dort in den Vereinigten Staaten von Amerika trat der Faschismus bereits früher im Schafspelz auf und hier sind sich die Historiker immer noch uneins, ob es sich beim New Deal um die Krallen eines Wolfs gehandelt hat: Die Form sei ähnlich gewesen, aber ein Wolf würde die Zähne fletschen was ein Schaf nicht täte und der New Deal würde doch eher ein Schaf vermuten lassen; das seien keine Krallen, das seien Hufe gewesen.

Spätestens mit der politischen Zeitenwende, die nach 1989 eintrat, tritt der Faschismus postmodernen Typs auch in Europa im Schafspelz auf. Erbärmlich sieht er in diesem Kostüm aus und wie bei den Sieben Geißlein der Gebrüder Grimm vermag er es kaum, wenigstens seine Krallen zu verbergen. Die Gebrüder Grimm haben gewusst, was sie schreiben und auch die Zahl der Geißlein mit 7 sehr mit Bedacht gewählt. Dass sich das Jüngste in der Wanduhr versteckt hat verweist bereits auf das Ende der permanenten Revolution. Jacob Grimm lebte aber zu früh, um sich Auschwitz auch nur vorstellen zu können; die Märchen wären angesichts dieses Grauens anders geschrieben worden. 7 Geißlein, 1:6, 1 Milliarde Menschen lebten zu Beginn des Anstiegs des CO2 auf der Erde. Heute sind es mehr als 7 Milliarden; nicht Auschwitz, der Klimawandel könnte es besorgen. Das wären aber schreckliche Märchen. Über den ramponierten jämmerlichen Schafspelz schon in den Märchenbüchern zu schreiben, wäre heute dringlich. Aber solche Schriften will die große Mehrheit der Menschen der westlichen Wertegemeinschaft nicht lesen und schon gar nicht in den Kinderzimmern. Wie die dreijährigen Kinder halten sie ihr Schäfchen fest im Arm und werfen sich vor Kummer weinend auf die Erde, wenn einer sagt, dass sein Schäfchen einen ramponierten Pelz anhat. Die Kinder wissen natürlich nicht was ein ramponierter Pelz ist, sie jammern trotzdem. Bei ihnen ist das natürlich; bei einem erwachsenen Menschen nicht. Die schützen sich und lesen nicht. Die Erwachsenen lassen sich unterhalten. Da treffen sie sich mit den Kindern; die können aber nichts dafür, die können noch nicht lesen. Auch endederrevolutionen.de erfährt natürlich dieses Schicksal, was aber kein Schicksal ist, sondern ein spezifischer Ausdruck der Postmoderne. Es ist alles gesagt, das Buch wird noch folgen und heute wird der Weblog enden. Am 1. Mai wird abschließend eine Webseite eingerichtet, die einen Beleg liefert, dass sich der postmoderne Faschismus im Rechtsstaat verbergen wollte. Er hat sich schlecht getarnt, die Krallen können trotz des Mehls erkannt werden: Einmal kam er ausnahmsweise in Zivil; er rechnete nicht mit dem Narzissmus einzelner Richter: Das sind oft Menschen und nicht immer Bürger. Auch unter den Bürgern tummeln sich längst wieder Menschen, die sich üben und die Räume enger machen.

Viele Webseiten, die seit Oktober 2019 geschrieben worden sind, müssen überarbeitet werden. Die Überlegungen eilten meist voraus und die Grammatik und oft auch die Rechtschreibung wurde kaum beachtet. Manches ist nicht immer verständlich und muss noch präzisiert werden. Was in Zukunft getan werden muss müssen die Nachkommen erledigen: Als außerparlamentarische Opposition muss sie sich dem Finanzkapital, dem schlagenden Herz des Protestantismus, entgegenstellen.

Der 7. Artikel: "Soll die Herrschaft den Bauern die Dienste nicht über das bei der Verleihung festgesetzte Maß hinaus erhöhen“. Inzwischen gehen auch die Gerichte davon aus, dass von einem leitenden Angestellten erwartet werden darf, dass die gesetzliche und vertraglich beschlossene Arbeitszeit vom Chef noch erhöht werden darf; in Maßen versteht sich. Über das Maß ergehe ein besonderer Bescheid. Das galt schon damals. Früher waren das Fürsten, heute sind das Chefs. Der 8. Artikel: „Können viele Güter die Pachtabgabe nicht ertragen. Ehrbare Leute sollen diese Güter besichtigen und die Gült nach Billigkeit neu festsetzen, damit der Bauer seine Arbeit nicht umsonst tue, denn ein jeglicher Tagwerker ist seines Lohnes würdig“, oder der 9.Artikel: „Werden der große Frevel wegen stets neue Satzungen gemacht. Man straft nicht nach Gestalt der Sache, sondern nach Belieben. Ist unsere Meinung, uns bei alter geschriebener Strafe zu strafen, darnach die Sache gehandelt ist, und nicht nach Gunst." Die Bauern sprechen über die Richter. Da hat sich nichts geändert. Klar will man das gerne anders sehen. Da zieht einer ein Kasperltheaterkostüm über, ordentlich schwarz, und schon genießt er ein hohes Maß an Narrenfreiheit. Die Form allein muss gewahrt bleiben.

Der 10. Artikel kommt zur gemeinsamen Sache: „Haben etliche sich Wiesen und Äcker, die einer Gemeinde zugehören, angeeignet. Die wollen wir wieder zu unseren gemeinen Händen nehmen“. Sie wurden nicht wieder in die gemeinen Hände gegeben. Dafür sorgte nicht nur Luther, dafür sorgten seit dem Jahr 1525 niederträchtige Menschen. Aber ein Raub verjährt nicht. Das ist natürlich in einem bürgerlichen Rechtsstaat anders. Dort wird dafür gesorgt, dass der Raub verjährt. Sie definieren deshalb was Raub ist und sie definieren die Verjährung. Schaut genau hin, wie sie den Raub von Grund und Boden definieren! Sie definieren und darin liegt ihre Macht. Die Bauern, die dafür sorgten, dass das tägliche Brot auf den Tisch kam, mussten schrecklich gelitten haben als die Reformation begann. Sie gehorchten der Obrigkeit, denn dieser Paulus wurde ihnen auch ständig gepredigt. Sie waren gottgläubig und der Klerus war fest in ihrem kargen Leben verankert. Er war der Organisator der damaligen Gesellschaft von klein und von Jugend auf. "Zum Altare Gottes will ich treten, zu Gott der mich erfreut von Jugend auf", so ein Satz, den ein Firmling gesprochen und den der Autor gehört hat. Max Weber musste als Konfirmant den 17. Vers aus dem Brief Paulus an die Korinther aufsagen: "Der Herr ist der Geist, worüber der Gesit Gottes ist, da ist Freiheit". Max Weber war intelligent genug, später zu erkennen und welcher Geist das angesprochen war. Er erkannte den Geist Luthers im Geist des Faschismus. Max Weber hätte den Paulus gekreuzigt.

Aber dass die Akzeptanz, dass man einer Obrigkeit zu gehorchen hat, sogar Recht werden kann, also dass ein Inhalt tatsächlich zur Form drängt und diese annimmt, konnte im Jahr 1525 keinem noch so einfältigen Bauern verständlich gemacht werden; das kann nur dem modernen Menschen verkauft werden. Die Bauern damals hatten kein Wahlrecht. Die wurden fürchterlich geschlagen in den Bauernkriegen, die sofort nach diesen 12 Artikel der Bauern folgten. Müntzer auf der einen, Luther auf der anderen Seite. Die Obrigkeit liest solche Forderungen nicht, die schreitet zur Tat. Daran hat sich nichts geändert, die Methoden allein haben sich geändert.

Damals folgten der Reformation der Westfälische Frieden. Er schuf die Voraussetzungen des heutigen Europas der Nationen. Das passierte alles nicht sofort. Um für alle Menschen einer westlichen Wertegemeinschaft wirksam zu werden bedurfte es auch im 19. Jahrhundert eines Bluthundes, der erst im 20. Jahrhundert als Sozialdemokrat, damals aber als Korse daherkam. Ein Emporkömmling: Der Psychologe würde sagen, die charakterlichen Eigenschaften des Bluthundes findet man zuerst beim "sozialen Aufsteiger".

Der Ort hat sich geändert. 500 Jahre später. Kein Artikel der Bauern fand Gehör. In Worms spielt heute die Fußgängerzone eine Rolle und das Parlament tagt in Berlin. Der Wormser Dom ist frei. Als Tagungsort einer künftigen außerparlamentarische Opposition böte er sich an.

Da ist kein Staat mehr zu machen. Spätestens jetzt, nach dem 10.04. und der Nachricht vom 21.04., wird es Zeit über die Organisation einer außerparlamentarische Opposition nachzudenken.

Posted by Michael Schwegler at 7:01
Edited on: Sonntag, 05 Juli, 2020 21:45
Categories: Das Drama knapper Güter