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Donnerstag, 19 Dezember, 2019

Das irrationale System

es ist die Pest. Nehmen wir einmal nur gemeinsam die Schlagzeite in der PC-Welt vom 16.12.2019 zur Kenntnis: CO2-Belastung: Netflix und Youtube wie Flugverkehr. Wer mehr wissen will erfährt in dem Artikel, dass der Energiekonzern E-ON das Internet in Hinblick auf die CO2-Belastung näher empirisch untersuchen ließ. Belassen wir es in dieser Untersuchung bei der Aussage eines Wirtschaftswissenschaftlers des Borderstep-Institut, dass das Internet-Surfen längst ebenso hohe CO2-Belastungen erzeuge wie der gesamte weltweite Flugverkehr. Größten Anteil hätten hier die sogenannten Streamingdienste wie Netflix und andere.

Es muss nicht weiter erforscht werden. Der Sachverhalt ist klar. Politisch bleiben solche Zusammenhänge ungehört; aber das ist das Wesen der Politik in einer Gesellschaft, in der die Pest sich längst anschickt, epidemisch die ganze Welt zu befallen. So werden die Steuern über eine CO2-Abgabe heraufgesetzt, was besonders die Geringverdiener belastet und im selbem Atemzug werden die Voraussetzungen geschaffen, die das Klima weiter aufheizen. Wer braucht denn Netflix? Wer braucht überhaupt Streamingdienste? Wer braucht 5G? Gibt es rationale Antworten?

Dieser Hinweis zur aktuellen Politik reicht. Jeder weitere Text, der zu einer politischen Debatte führt, würde die Wärme liefern, die den ausgemachten Bazillus unterstützt. Erhitzen wir nicht die Gemüter. Die Diskussion über eine Postwachstumsgesellschaft darf nur in eine Richtung geführt werden; wie können wir so schnell wie möglich und auf welchen Komfort verzichten und weiteren Verzicht auf Komfort solange durchführen, bis ein Gleichgewicht erreicht ist; eine Welt muss genügen und der Rest an Rohstoffen, der noch in der Erde nutzbar verblieben ist, muss erhalten bleiben. Das schulden wir den Kindern. Auch muss ein Diskurs darüber geführt werden, wer dem Mensch überhaupt das Recht gab, die Rohstoffe auszubeuten, wer uns das Recht gibt, unsere Schadstoffe mitsamt dem Atommüll in der Erde zu vergraben? Keiner soll sagen können, er hätten es nicht wissen können. Solange das System so bleibt wie es ist, muss der Mensch sich um Aufklärung bemühen, sonst macht er sich schuldig. Die Aufklärer*innen werden oft verfolgt und manche werden sogar ermordet. Konsumiert diese Schicksale nicht, hört wenigstens genau hin; kümmert euch. Wie im Mittelalter werden auch heute manche Aufklärer aus dem Alltag verwiesen, wohin sie schon immer verwiesen wurden; in den Kerker oder auf den Scheiterhaufen. Zollt ihnen wenigstens eure Aufmerksamkeit und lasst eure Türen für sie offen stehen; manchmal brauchen sie Unterschlupf und eure Zustimmung.

Posted by Michael Schwegler at 8:29
Edited on: Sonntag, 22 Dezember, 2019 19:23
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