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Freitag, 11 Oktober, 2019

Buchausgabe

Der Autor plant ein Buch mit dem Titel "Ende der Revolutionen" zu veröffentlichen. Bis es soweit ist werden in den kommenden Wochen zur Vorbereitung der Endfassung des Textes zentrale Anliegen des Autors auf diesem Webauftritt regelmäßig vorgestellt und erweitert. Durch Kommentare kann auf den Inhalt des Buches noch Einfluss genommen werden. Die Texte sind, obwohl inzwischen vollständig geschrieben, im Fluss. Selten kann der Autor seinen eigenen Text in diesem Internetauftritt ein zweites Mal lesen, ohne ihn gleichzeitig zu verändern. Der Autor wäre den Lesern dieses Blogs dankbar wenn möglichst viele Leser sich durch Kommentare am Buchprojekt beteiligen. Bis heute 13.11.2019 haben die Blogs zu einem weiteren Kapitel im Buch geführt. Überlegungen zum bürgerlichen Staat und Ausführungen zum Übergang der faschistischen Ideologie in die postmoderne Gesellschaft werden aktuell dem Inhalt des Buches hinzugefügt.

Weltweit bilden sich derzeit außerparlamentarische Protestbewegungen, die gegen die ungebrochene Naturzerstörung und den Klimawandel infolge eines "finanzgetriebenen Kapitalismus" (Elmar Altvater ) regelmäßig auf die Straße gehen und sich in zahlreichen Organisationen inzwischen zusammenschließen. Diese Menschen sprechen verschiedene Sprachen und vertreten oft auch unterschiedliche Interessen. Gemeinsam aber kämpfen sie für den Stopp der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Mit dem Buchprojekt werden den Protestierenden und besorgten Mitmenschen Überlegungen vorgestellt, die das im Übergang zum 19. Jahrhundert erst geschaffene Recht auf Privatbesitz an Grund und Boden und dem zur gleichen Zeit beginnenden Anstiegs des Kohlenstoffdioxidgehalt der Atmospäre bezüglich der Frage einer Verkettung dieser beiden scheinbar unabhängigen Ereignisse einem Diskurs anheimstellt. Es wird höchste Zeit, über die Naturzerstörung, über die fortschreitende Entfremdung der Menschen im Kontext des Übels der fremdbestimmten Arbeit, die alle das moderne Herrschaftsrecht über den Boden voraussetzen, zu streiten. Beiträge in verschiedenen Sprachen sind deshalb willkommen.

(08.10.2019) Texte, die geeignet sind das zentrale Anliegen des Autors verständlich zu machen, werden nach und nach in einer eigenen Rubrik abgelegt und dienen als Beispiel für die Notwendigkeit, allen Demokratien das Recht auf ein Eigentum an Grund und Boden auf ihrem Territorum zu entziehen. Eine Regierung soll den herrenlosen Boden beschützen. Das Recht, den Grund und Boden zu okkupieren, muss ihr entzogen werden. Zunächst erscheint angesichts des wirklichen Lebens diese Idee phantastisch. Der Autor entwirft aber ein Fundament, mit dem ein System der Nutzungs- und Stimmrechte konkrete Form annehmen könnte.

Die bevorstehende Zerstörung der Kulturlandschaft Hasankeyf in der Türkei ist ein Beispiel dafür, wie das Recht auf Eigentum an Boden in Demokratien der Hebel ist, mit dem die Menschen, die auf dem Grund und Boden leben, nahezu überall in der Welt entmündigt und bevormundet werden. Das Recht auf Eigentum an Boden bildet die Grundlage für Despoten, die, wie das Beispiel der Zerstörung Hasankeyf zeigt, sich sogar die Verfügung über Kulturgüter mit Hilfe dieses Rechts besorgen. Ähnliches könnte auch über die Verbrennung fossiler Stoffe geschrieben werden.

In diesem Zusammenhang sollte eine Aussage von Immanuel Kant diskutiert werden. Er sieht in der Demokratie einen Despotismus, d.h. eine willkürliche Gewaltherrschaft. Er begründet seine Annahme damit, dass „sie eine exekutive Gewalt gründet, da alle über und allenfalls auch wider einen (der also nicht mit einstimmt), mithin alle, die doch nicht alle sind, beschließen; welches ein Widerspruch des allgemeinen Willens mit sich selbst und mit der Freiheit ist." Die Schrift „Zum ewigen Frieden“ von Immanuel Kant erschien im Jahr 1795.

Die Idee, die Legitimation der Demokratie mittels demokratischer Wahlen zu begründen, kann im Kontext der geschichtlichen Erfahrungen als die den Despoten eigen betrachtet werden. In der römischen Formel "panem et cirsenses" (Brot und Spiele) wird sie trefflich ausgeführt und mit der massenhaften Zustimmung zu faschistischen Regime zeigte sie sich bereits in ihrer vollkommenen Form.

Schaut man nur auf den materiellen Reichtum im eigenen Haus und um das Haus herum -sofern man sogar über den Reichtum eines eigenen Garten verfügt- so können die westlichen Demokratien durchaus auf eine Erfolgsgeschichte verweisen. Aktuell jedoch wird diese Erfolgsgeschichte in Frage gestellt. Mehr noch, der Verdacht ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass dieser Erfolg nicht nur auf den Schultern der Dritten Welt gegründet ist, sondern dass sie heute uns alle gefährdet: Der inzwischen wissenschaftlich belegte fortschreitende Klimawandel wird nicht vor dem eigenen Haus Halt machen. Egal wie die Menschen in den westlichen Industrieländern bisher gesellschaftlich gedacht haben, die Folgen des inzwischen wahrnehmbaren Klimawandels werden ihre Gedanken finalisieren. Der Club of Rom hat im Jahr 1972 auf die Grenzen des Wachstums hingewiesen. Den Zusammenhang mit der Zunahme des Kohlendioxidanteils der Erdatmospäre hat er nicht hergestellt. Heute müssen wir befürchten, dass ein "Point of no return" überschritten werden kann.

Posted by Michael Schwegler at 23:06
Edited on: Mittwoch, 13 November, 2019 15:06
Categories: Aktuelles