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editiert am 15 Februar 2021

Die Konkordate

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“

Sie sollten sein Reich bewahren, das nicht von dieser Welt ist. Er sprach vom Fels, auf den er seine Kirche bauen will. Dieser Fels war ein wahrhaft irdischer; er war von dieser Welt, nicht von seiner Welt. Er wäre hart gewesen wie das ein Fels nun mal ist. Er kannte die Natur, er war Natur. Der Pontifex Maximum aber baute später auf weichem Fels, das wusste Jesus nicht. Ob er den Petrus überhaupt berufen hat steht so nicht bei den Evangelisten. Nur Matthäus erwähnt etwas und schreibt „Alles was ihr auf Erden bindet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein“ (Matthäus 18.18).

Da lesen wir anders als vom Petrus, dem Fels, auf dem er seine Kirche bauen wollte.

Es begann spätestens mit dem Wormser Konkordat im Jahre 1122 und wiederholte sich in einer Zeit, die als Spätmoderne in die Geschichte eingegangen ist. Damals ist er zum ersten Mal weich geworden, der Fels, und hat die Epoche den Protestantismus vorbereitet, die dann 400 Jahre später von Luther verkündet wurde. Das Imperium Sacerdotium hätte nie mit dem Imperium Regnum an einem Tisch sitzen dürfen, wie sie seitdem immer an einem Tisch sitzen und das Imperium Regnum vorgibt, was Sache ist. Sie kannten immer ihre Sache und tagten sie auch heimlich und in gut abgeschirmten Hinterzimmern, die nichts mit der Sache Gottes zu tun haben können: Die Schöpfung Gottes; den Grund und Boden der Erde !

Seit jenem Wormser Konkordat wussten die Fürsten, dass er weich war, wie seit Beginn der Moderne jede Volksrepublik weiß, dass die Fürsten nicht der Sache Gottes dienen und die Kommunisten auch nicht. Nicht nur im Königreich England wussten sie das, in vielen Reichen des Sacrum Romanum Imperiums hätten alle Menschen es wissen können, dass der Römerbrief von Paulus eine unheilige Geschäftsidee in Form brachte. Hier heiligte der Zweck die Mittel und noch steht die Frage im Raum, ob dies ein unheiliger Zweck war. Der Klimawandel lässt viele Überlegungen unterschiedlich erzogener Menschen nur ahnen.

Spätestens im Jahr 1801 beugte sich der Fels und der Streit wurde endgültig entschieden, glaubt man den Protestanten unter uns. Napoleon demütigte sogar in diesem letzten Akt das Imperium Sacerdotium, wie er auch alle Völker danach mit seinem „Code Napoléon“ demütigte und mit den Lateranverträgen wurde alles noch viel schlimmer.

Der Inhalt drängte zur Form und damit zum Begriff: Das durch Menschen geschaffene politische System, das in allen Kultuen der Welt als Faschismus bezeichnet wird, wurde erwachsen. Die 2. Phase der Epoche des Faschismus nahm zum ersten Mal eine konkrete, weil als allgemeines für alle künftigen Staatsbürger geregelt, gesetzlich niedergeschrieben und wurde damit in Form gebracht.

Das hätten die menschlichen Vertreter Gottes auf Erden, die in der Nachfolge Petri Jahrhunderte lang gestaltend gewirkt haben und sich damit anmaßten, sich dem Wirkens eines Geistwesens, das ebenfalls in allen Kulturen der Welt mit der Idee des Wirksamwerdens eines waltenden Gottes tätig und würdig behaupten, wissen müssen. Sie sind aber nicht wahrhaft geblieben und haben sich von der Versuchung zu menschlichen Gelüsten, die vom Bösen zeugen, immer wieder in der Geschichte der Menschheit verleiten lassen. Der Protestantisus-Calvinismus, die doppelte Prädestinationslehre, wurde bereits im Jahr 1122 gezeugt: Feierlich wurde der Zeugungsakt von Papst Calixt II und Heinrich V in die Welt eingeführt und siegte Hunderte von Jahren später, nämlich am 15. Juli 1801. Der Calvinismus in Form eines totalitär durch Menschen, die einer Partei nahestanden und innerhalb dieses Parteienzirkels sich die Jakobiner mit ihrem General und ihrem Parteiprogramm eines Gesellschaftsvertrags haben durchsetzen können, das Grundlage wurde für diesen Vertrag, der Voraussetzung dür den politischen Erfolg dessen, was diese Politischen nach ihrer erfolgreichen Revolution Kapitalismus nennen; er, diese Sache an sich, übernahm fortan die Macht, der sich jetzt auch die katholische Kirche willenlos unterwarf und sich einen kleinen Anteil an der neuen Macht sicherte. Ebenfalls, inzwischen natürlich erscheinend, mit einem Vertrag, der bereits alle Vertragsmerkmale der neuen weltlichen Vertragsgesellschaft beinhaltete.

Die Ideologie einer beidseitigen Willenserklärung wurde von Napoleon durchgesetzt und mit seiner und der Unterschrift des Kardinals Ercole Consalvi wurde die katholische Kirche dem bürgerlichen Vertragsrecht unterworfen.

Derzeit wiederholt sich, wie einmal der Protestant Friedrich Hegel das ausdrückte, diese Tragödie als Farce.

Mit dem Jahr 1801 kann auch der Beginn des Klimawandels auf dem Planeten Erde empirisch nachgewiesen werden. Zwei Sündenfälle der katholischen Kirche, nicht aber des Katholizismus. Den Katholizismus bestimmen nach wie vor die Lehren des Nazareners, von denen Matthäus in der Bergpredigt und Lukas in der feldpredigt berichten. Lehren, mit denen sofort ein Weltfrieden geschaffen werden könnte und die Natur bewahrt würde. Also erzählen wir von dieser Lehre, von seinem Kern, den diese Erzählungen ausgedrücken unseren Kindern. Kämpfen wir gemeinsaam für das Recht, dass der Einzelne sich für oder gegen diese Lehre entscheiden kann. Diese individuelle Entscheidung des Einzelnen – De libero arbitrio –, für oder gegen die Entscheidung über die Suche nach Gott, muss über jedem Gesetz stehen und kein Gesetz darf diese Entscheidung beeinträchtigen.

“Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern ; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe” (Mt 28, 20).

Klar, das ist nicht die Sache des einfachen Pöbels, das ist zunächst nur die Sache des gebildeten und ausgebildeten Pöbels, der nur als Proletarier gedacht werden kann und heute als Prolet verungimpft wird, wie sie heute den Namen des Nazareners verunglimpfen. Im Gesetzbuch aber wurde nur die Verunglimpfung des Staates schriftlich aufgenommen, "denn sein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Amen."

Bezüglich der Wirklichkeit auf unserer Erde mag das stimmen, in einem freien menschlich gebildeten Geist jedoch niemals. So wären wir alle endlich Kinder einer einstmal, bei den Frühchristen noch wahrhaft tätig gewordenen Kirche der Catholica, die jedoch den aktuell stattfindenden Klimawandel noch nicht begreifen konnte. Sie muss sich der Aufklärung, die nicht mehr als bürgerliche Aufklärung denkbar ist. Wir müssen die Verantwortung für die Milliarden von Toten in der Geschichte der Menschheit, bevor diese seinen blauen Planeten für das Leben seines Ebenbildes, das ein uns unbekanntes Geistwesen denkbar geschaffen hat, endlich übernehmen, bevor es, naturwissenschaftlich betrachtet, objektiv zu spät ist.

Der "Heilige Stuhl" hätte, wie in der Catholica klar ausgedrückt, mit den Oberen der KPC niemals einen Vertrag schließen dürfen. Dieser ist zwar politisch betrachtet verständlich und ist vergleichbar mit den Ereignissen im 4. Jahrhundert nach Christus, in dem der römische Kaiser Konstantin mit der Erklärung, die katholische Kirche zur Staatsreligion machen zu wollen und mit dieser genialen und folgenschweren politischen Strategie zur langfristigen Sicherung der Macht des Politischen die römische Kirche, die keineswegs in seinen Anfängen katholisch war, gründete: Sie war systemisch und vom Geist eines Platons durchdrungen, Platons Politeia. Das Leben der Urchristen im Verborgenem hatte in der Tat ein Ende, doch die diesen Urchristen verpflichtete Ethik des Aristoteles und der Bergpredigt des Nazareners, der sich einige der damals noch willensfreien Menschen unterwarfen, die nichts mehr mit den modernen unfreien Menschen von heute etwas zu tun haben, wurden dem spätmodernen geistigen Nihilismus im Management der Moderne geopfert.

Wer hält jetzt noch den Klimawandel auf? Wer erklärt, dass er lieber jeder praktischen Politik eine Absage erteilen wird und persönlich sich für ein Leben in Armut entscheidet, um den einzigartigen blauen Planeten Erde vielleicht doch noch zu retten? In dieser alles entscheidenden Frage ist die Frage nach der Existenz Gottes und ein Glaube an ihn marginal. Es geht allein um die Vernunft, die nicht göttlich, sondern allemal rein menschlich ist.