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...darin löst sich letztendlich alle Ökonomie auf.

Was heißt katholisch leben?.

Wahrhaft leben.

Katholisch leben wäre die Botschaft, die um die Welt getragen werden soll.

Bekanntlich war es Thomas, einer der zwölf Apostel des Nazareners, der Jesus nicht erkannte. Er konnte ihn auch nicht erkennen, denn Jesus starb am Kreuz und sein Leichnam wurde in ein Grab gelegt.

Dass das Grab später leer war ist eine Geschichte, die einen christlichen Mythos begründete, der das richtungsweisende Wirken des Nazareners grauenvoll auslöschen sollte. Er sollte nicht in Frieden ruhen, jetzt, nachdem alle Pein und Schmerz vorbei war. Er musste schrecklich leiden. Sein Leiden nahm die Schrecken von Auschwitz vorweg; vor über 2.000 Jahren. Nichts scheint der Mensch aus seinem leiden und sterben begriffen zu haben. Der Grabschänder, der ihn aus dem Grab zerrte, dem sollten die nach ihm kamen folgen. Ein schreckliches Verbrechen. Friedhöfe sind eine besondere Stätte; dort herrsche Frieden und sonst nichts.

Das Wirken des Nazareners kann auch nicht ausgelöscht werden, wie die Wahrheit nicht ausgelöscht werden kann.

Thomas war ein Apostel, der den einzigen logischen Wahrheitsbegriff, der erst 1600 Jahre später von Vico formuliert wurde, vorwegnahm: Wahr ist, was du selber gemacht, was du zumindest mit eigenen Augen gesehen hast, wobei letzteres Vicos strengem Wahrheitsbegriff bereits zuwiderläuft: Lassen wir es gelten. Johannes berichtet auch nicht darüber, ob Thomas der Aufforderung dieses unbekannten Mannes, seine Hände in seine Wunden zu legen, gefolgt ist. Johannes schreibt nur, dass Thomas ab dieser Aufforderung glaubte und diesen unbekannten Mann jetzt, wie die anderen auch, Christus nannte und ihm folgte. Als "Geheimnis des Glaubens" ist dieser Mythos in die Weltgeschichte eingegangen. Paulus legt mit seinem Damaskuserlebnis noch eine Geschichte drauf und versuchte, das wirkliche Leben und vor allem die Bergpredigt des Nazareners in seinem Wesensgehalt auszulöschen.

Dem Nazarener musste man allerdings nicht erst das Elend der Welt vor Augen führen, wie einem Thomas Halig, der erst das Elend sehen musste, bevor er glaubte; Jesus wusste vom Elend, wie auch damals und immer auch heute jeder vom Elend weiß, das in der Welt herrscht.

Jesus warnte vor den Pharisäern, die vom Elend berichten, ohne täglich gegen das Elend zu handeln: „Was du nicht meinen Brüdern und Schwestern getan hast, das hast du mir auch nicht getan.“ Die Frage, ob dieser Jesus Gottes Sohn war, ist unwichtig. Er wird das geglaubt haben. Gott aber hat keinen Namen und keinen Sohn. Gott ist das Einzige, das Wahre, Schöpfer des Himmels und der Erde. Durch ihn ist alles geworden. Der Nazarener glaubte an Gott. Er fragte nicht nach Gott. Er wusste, dass es keine dümmere Frage geben kann. Nie zuvor und nie danach kam einer, der wie er mit seiner Bergpredigt die Grundlagen für eine Gesellschaft der Freien und Gleichen legen konnte.

Matthäus schreibt, dass Jesus am Kreuz angeblich nach ihm rief: „Vater, warum hast du mich verlassen?“ und Gott nicht antwortete.

Gott ist anders. Die Textstelle bei Matthäus belegt, dass Jesus Mensch war und nicht der Sohn Gottes. Ein Vater ist bekanntlich ein Mensch, der ein Kind zeugt. Die Mutter ist es, die das Kind austrägt. Herrscht die Liebe zwischen den Beiden ist völlig ausgeschlossen, dass der Vater in der Stunde seines Todes dem Sohn nicht antwortet. Das hatte Paulus nicht bedacht, als er diesen Nazarener missbrauchte und einen Christus daraus machte. Ein Vater, der die Leiden der Anderen und nicht einmal das Leiden des eigenen Sohnes ignoriert, führt ein Leben im Falschen:

Das Jesus der Sohn Gottes gewesen sein soll ist damit ausgeschlossen und belegt: Gott ist anders!
Im Grunde interessiert die Frage, wie Gott ist, keinen vernünftigen Menschen. Er entscheidet sich entweder für den Glauben "Gott ist wahr" oder "Gott ist nicht wahr". Das allein ist wesentlich. Eine solche Entscheidung kann vernünftig nicht begründet werden. Das
lehrte uns der Nazarener. Gott, seine Liebe und unsere Liebe zu ihm, müssen wir selber ergründen. Diese Forschung und dieses Studium nimmt uns keiner ab. Wir wissen nur, wenn wir in die noch von Menschenhand unberührte Natur schauen, dass er ein wunderbarer, ein großer, ein liebender Gott sein muss.

Die Zeit, die der Nazarener wirken konnte, war sehr kurz im Vergleich zu einem natürlichen Menschenleben. In dem Jahr aber, als er in Palästina wirkte, hat er einen unermesslichen Reichtum geschaffen und die Zeit genutzt: Besser kann der Mensch seine Zeit auf Erden nicht nutzen.

Folgen wir ihm. Sammelt 200 Apostel um euch und stellt euch zur Wahl. Ich werde euch folgen.